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Holstein Kiel Eberwein-Elfer soll Einzelfall bleiben
Sport Holstein Kiel Eberwein-Elfer soll Einzelfall bleiben
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18:39 06.11.2019
Von Marco Nehmer
Hat im deutschen Profi-Fußball für ein wohl einmaliges Novum gesorgt: Michael Eberwein. Quelle: Uwe Paesler
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Köln/Kiel

„Vom Regelwerk her war alles richtig“, sagte IFAB-Geschäftsführer Lukas Brud nun gegenüber "sportschau.de". Der Eingriff des Video-Assistenten aber „hätte nicht unbedingt sein müssen. Denn das widerspricht dem Sinn und Geist der Regel.“

Schiedsrichter Timo Gerach hatte in der 37. Minute nach Ansicht der Video-Bilder in der Review-Area zur Überraschung aller ein Vergehen von Ersatzspieler Michael Eberwein geahndet, der den Ball nach einem harmlosen Schuss neben das Tor von Silere Ganvoula noch vor Überschreiten der Grundlinie innerhalb des Strafraums mit dem Fuß gestoppt hatte. Seit 2016 sieht das Regelwerk dafür wegen des unerlaubten Eingriffs ins Spiel einen Elfmeter vor – allerdings nur für absichtliche Aktionen, die Auswirkungen auf das Spiel haben.

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Drees: Kein "Freibrief" für Ersatzspieler

„Der Ersatzspieler aus Kiel hat instinktiv den Ball angehalten, um das Spiel schnell zu machen. Und sicher nicht, um die Spielsituation zum Nachteil Bochums zu verändern“, sagte Brud. Eine Ermahnung wäre hier, so die Einschätzung des IFAB, besser gewesen.

Jochen Drees, der Projektleiter Video-Assistent beim DFB, hatte das IFAB im Nachgang der strittigen Szene um eine Einschätzung gebeten und sagte gegenüber "sportschau.de" nun: „Die schriftliche Vorgabe des IFAB liegt vor, und die setzen wir ab sofort so um.“

Das sei, so Drees, aber kein „Freibrief“ für Ersatzspieler: „Wenn der Schiedsrichter auf dem Platz ein solches Vergehen wahrnimmt, kann es weiter zu einem Strafstoß kommen.“ Allerdings muss der Eingriff ins Spiel dafür zukünftig deutlich gravierender sein als jener des Kielers Eberwein.

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Marco Nehmer 06.11.2019
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