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Holstein Kiel Holstein Kiel winkt Rekordkulisse
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17:47 19.09.2019
Von Marco Nehmer
Volle Hütte? Es wird auf jeden Fall kuschelig auf den Tribünen im Holstein-Stadion. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Die Förde brennt aufs Flutlicht. Das Nordduell mit Hannover 96 (Freitag, 18.30 Uhr, im KN-Liveticker) hat sich zum Kassenschlager entwickelt – so sehr, dass sogar zum ersten Mal seit der Erweiterung des Stadions mit der provisorischen Osttribüne "ausverkauft" gemeldet werden könnte. Tritt das ein, würde der Fußball-Zweitligist erstmalig seit 41 Jahren die 15000-Zuschauer-Marke knacken. Der Grund für den plötzlichen Run auf die Tickets? Das Wetter soll gut werden. Und ganz nebenbei haben die Störche mit Ole Werner einen neuen Hoffnungsträger auf der Trainerbank.

"Es wird ein Spiel vor großer Kulisse. Und diese Atmosphäre aufzusaugen, das zu genießen, sich davon auch emotional ein bisschen aufzuladen, das ist doch normal", sagt Interims-Coach und Schubert-Nachfolger Werner vor seiner Feuertaufe, mit nichts als Vorfreude auf einen großen Abend. "Wenn man das Gefühl nicht hat, muss man zum Arzt." Dass die Wartezimmer der Kieler Praxen heute aus ebenjenem Grund überlaufen werden, ist nicht zu erwarten. Eher läuft das Stadion über. In Erwartung von Werners Einstand. Das wird kesseln.

Und zwar zum ersten Mal in einem Pflichtspiel gegen Hannover 96 seit wahnwitzig langen 14048 Tagen. 0:2 hieß es aus Kieler Sicht am 33. Spieltag der Saison 1980/81 in der zweigleisigen Zweiten Bundesliga – am Ende stieg die KSV in die Oberliga Nord ab. Abstieg – es ist zwangsläufig das Unwort, mit dem sich derzeit sowohl die Störche als auch die Hannoveraner auseinandersetzen müssen. Etwas anderes lassen jeweils fünf Punkte auf dem Konto nach sechs Spieltagen auch nicht zu.

"Abstiegskampf? Damit tue ich mich schwer"

Bei einem der beiden Klubs ist der Optimismus aber zurückgekehrt. Wenig verwunderlich, handelt es sich dabei um Holstein. "Die Grundlage dafür, dass wir am Freitag erfolgreich sind, habe ich bei Mannschaft und Funktionsteam vorgefunden", sagt Ole Werner, der mit einer zweifellos talentierten Truppe arbeitet, auf ein bestehendes Gerüst zurückgreifen kann. Und personell ist bei blau-weiß-rot alles grün: Nur Jannik Dehm und Philipp Sander fehlen. Auch die leichten Probleme, die Jae-Sung Lee im Mittwochstraining hatte, scheinen überwunden.

Überwunden ist beim Bundesliga-Absteiger aus Hannover hingegen gar nichts. Die sportliche Krise zieht sich seit Wochen, den ersten und einzigen Saisonsieg gab es Mitte August (3:0 bei Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden). Ansonsten: Tristesse. Drei Pleiten, das Pokal-Aus, zuletzt das bittere 0:2 zuhause gegen Arminia BielefeldHannover 96 steht massiv unter Druck. Dass weiß auch der angezählte Trainer Mirko Slomka. "Ich bin über die Kritik nicht überrascht. 96 ist ein großer Klub mit großen Ansprüchen", sagt er. "Aber Abstiegskampf? Damit tue ich mich schwer. Es sind noch 84 Punkte zu vergeben."

84 Punkte, also. Aber was sagen Zahlen schon aus, wenn sie nur eine theoretische Größe sind – vor allem für Slomka? Denn ob er weitermachen darf, wird auch vom Auftritt in Kiel abhängen. Wird es sein Schicksalsspiel? In der KSV jedenfalls sieht er einen Gegner, "der verunsichert ist, der einen Trainerwechsel hinter sich hat". Um sich auf ebenjenen Trainer vorzubereiten, hat sich Slomka im Übrigen von Christoph Dabrowski briefen lassen. Der hat Ende August die Regionalliga-Elf gegen Werners Holstein-U23 gecoacht. Und 2:3 verloren.

Aber was sagen Zahlen schon aus. Wo doch sowieso alles anders wird. 4-3-3? 3-5-2? 4-1-2-1-2? "Wir schauen uns das in drei Trainingstagen auf allen Positionen an und dann stellen wir eine Mannschaft auf", sagt Ole Werner zu jeglichen taktischen Zahlenspielen. Die spätestens Freitagabend sowieso Makulatur sind. Dann, wenn das Flutlicht endlich angeht. Die Förde brennt.

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Mit positiver Grundstimmung und Zuversicht geht Fußball-Zweitligist Holstein Kiel in das Freitagabendspiel gegen Hannover 96. „Ich habe eine Mannschaft vorgefunden, die große Lust auf die Partie hat“, erklärte Interimstrainer Ole Werner im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenz am Mittwoch.

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