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Holstein Kiel Uwe Stöver fordert weiter Geduld bei T-Frage
Sport Holstein Kiel Uwe Stöver fordert weiter Geduld bei T-Frage
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07:40 12.10.2019
Von Marco Nehmer
Ein genauer Beobachter: KSV-Spordirektor Uwe Stöver (2. v. re.) will sich in der Trainerfrage noch nicht festlegen. Quelle: Uwe Paesler
Wolfsburg/Kiel

Innenraum der Volkswagen-Arena, 18 Uhr, das Gebiss glänzt. "Ich bin nachts nach Kiel gefahren, habe mir die Zähne geputzt. Heute morgen habe ich mir nochmal die Zähne geputzt und bin wieder in den Bus in die andere Richtung gestiegen." Ole Werner hat ein straffes Programm hinter sich. Erst der dreitägige Fußballlehrer-Kurs in Hennef, dann am Donnerstag das Testspiel beim VfL Wolfsburg – harte Zeiten für den Interimstrainer von Holstein Kiel. Aber, so Werner: "Wir haben das Spiel gut und professionell vorbereitet."

Er durfte sich in seiner Einschätzung durch das Gesehene bestätigt fühlen. Über weite Strecken der 90 Minuten zeigte sich der Zweitliga-16. dem Bundesliga-Zweiten mindestens ebenbürtig, trat der aufgebotenen B-Elf zum Trotz mit einer überzeugenden Spielidee auf. "Man konnte klar erkennen, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die nicht nur zusammen arbeitet, sondern auch einen klaren Plan hat, wie sie arbeiten möchte", sagte Werner anerkennend.

Das respektable 1:1, vor allem aber die Art des Auftritts verschaffte wiederum auch ihm Anerkennung – vom neuen starken Mann im sportlichen Bereich, Uwe Stöver. "Wir haben uns hier gut in Szene gesetzt", sagte der Sportdirektor. Um dann, angesprochen auf die Trainerfrage, erneut um Geduld zu bitten. "Es gibt keinen neuen Wasserstand. Eine fundierte Entscheidung braucht Zeit", sagte Stöver, der am Morgen einen intensives Gespräch mit Ole Werner geführt, ihn am Dienstag sogar beim Lehrgang in Hennef besucht hatte. Dort hatte es in Werners Mittagspause einen ersten, einstündigen Austausch gegeben.

"Es geht um gute Entscheidungen - ohne Eitelkeiten"

Was die bisherige Kommunikation zwischen Schubert-Nachfolger und Wohlgemuth-Nachfolger im Angesicht von Doppelbelastung und Abstiegskampf ergeben hat, fasste Werner so zusammen: "Wir sind uns in der Einschätzung der Situation total einig." Man diskutiere das Thema offen, sagte Werner, bei dem spürbar ist, wie gern der eigentliche U23-Coach mit den Profis weiterarbeiten würde. Aber er weiß auch: "Jetzt geht es darum, sich das Ganze mit der nötigen Distanz ein paar Tage anzuschauen, um dann eine gute Entscheidung für den Verein und für die Mannschaft zu treffen." Worte, die so auch von Stöver stammen könnten.

Man ist, so der Eindruck, auf Linie. Nur das mit der Fürsorgepflicht lässt Ole Werner noch ein wenig die Nase rümpfen. Zur Erinnerung: Stöver hatte bei seiner Vorstellung auf ein Zitat von KSV-Präsident Steffen Schneekloth verwiesen, der von einer Fürsorgepflicht des Vereins gegenüber dem 31 Jahre alten Trainertalent gesprochen hatte. Ja, er könne mit dem Begriff etwas anfangen, sagte Werner. Um dann aber zu einer anderen Lesart zu gelangen: "Wir alle haben in erster Linie eine Fürsorgepflicht gegenüber der Mannschaft und dem Verein."

Es gehe jetzt, sagte Werner, "um gute Entscheidungen – ohne irgendwelche Eitelkeiten". Heißt: Sollte er aus nachvollziehbaren Gründen wieder zurückgestuft werden, könnte er im Sinne des Erfolgs der Mannschaft damit leben. Kein Beteiligter, so die Botschaft, ist größer als der Verein. Mit Ole Werner hat die KSV einen Mann mit Haltung in den eigenen Reihen – egal, wie Stövers Votum jetzt ausfällt.

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