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Holstein Kiel Holstein Kiel verliert Schlammschlacht
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15:57 22.02.2020
Von Andrè Haase
Norman Teurkauf (3.v.re.) dreht jubelnd ab, der Ball zappelt im Netz und Hauke Wahl, Ioannis Gelios sowie Darko Todorovic (v.re.) sind geschlagen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel hat den Sprung auf Tabellenplatz vier der Zweiten Fußball-Bundesliga verpasst. Bei äußerst grenzwertigen Rahmenbedingungen blieben die Störche im Schlamm des eigenen Stadions steckten und unterlagen vor 9853 Zuschauern dem 1. FC Heidenheim mit 0:1 (0:0). Erstmals nach zuvor sechs Partien ohne Niederlage mussten die Nordlichter damit als Verlierer das Feld verlassen.

Die wichtigste Nachricht gab's rund 60 Minuten vor dem Anstoß. Als nämlich Schiedsrichter Robert Kempter trotz der extremen Wetterbedingungen (Sturmböen, peitschender Dauerregen) und des teils mit Pfützen übersäten Platzes grünes Licht gab. Das aus Sicht des Unparteiischen wichtigste Kriterium zur Durchführung der Partie war gewährleistet: eine Verletzungsgefahr für die Akteure bestand nicht.

Das Glücksspiel unter freiem Himmel konnte somit beginnen. Wie vor fast zwei Jahren, als Heidenheim in Kiel bei Orkanböen und Schneefall am 16. März 2018 bei irregulären Bedingungen mit 1:2 verloren hatte.

An diesem 22. Februar 2020 allerdings übernahmen zunächst die Gäste von der schwäbischen Ostalb das Kommando. Torjäger Tim Kleindienst (9.) und Heidenheim-Ikone Marc Schnatterer (10.) prüften mit Distanzschüssen die Reaktionsfähigkeit von KSV-Keeper Ioannis Gelios. Der verschätzte sich nach 31 Minuten nach dem dritten Eckstoß der Gäste fatal, aber folgenlos. Der Kopfball von Patrick Mainka aus sechs Metern flog über das verwaiste Kieler Gehäuse.

Die Störche verpassten ihrerseits durch Alexander Mühling (11.), Jae-Sung Lee (Kopfball/12.) und Salih Özcan (24.) Chancen zur Führung. Strukturierter Fußball aber war für die beiden im Normalfall technisch beschlagenen Teams auf diesem Untergrund, der von Minute zu Minute mehr und mehr zur Schlammwüste verkam, zum Leidwesen der Zuschauer nicht möglich. Hier verdarb der Wind einen gut gemeinten Pass, dort blieb der Ansatz einer Kombination oder eines Solos in den Pfützen stecken. Gesucht, doch nur höchst selten gefunden wurde die passende Mischform zwischen Karo einfach, Hau-Ruck und präzisem Zuspiel. Kampf statt Kunst – so lautete das Motto bis zur Pause.

Wer hat den größeren Willen, die stärkere Leidensfähigkeit, diesen grenzwertigen Rahmenbedingungen zu trotzen? Beide Mannschaften gaben sich auch nach dem Seitenwechsel größte Mühe. Doch ansehnliche Aktionen besaßen an diesem Nachmittag Seltenheitswert.

Immerhin, die Störche legten nach rund einer Stunde kämpferisch noch eine Schippe drauf und ergriffen die Initiative. Die Profis gingen kräftemäßig an ihre Schmerzgrenze. Und Janni Serra sogar darüber hinaus. Der Kieler Torjäger musste angeschlagen das Feld räumen und wurde in der 72. Minute durch Emmanuel Iyoha ersetzt.

Die Heidenheimer setzten auf Konter, fanden im Endspurt die einfachen Wege. Und setzten in der 79. Minute zum entscheidenden Schlag an. Norman Theuerkauf schob die Kugel zum 1:0 des alten und neuen Tabellenvierten ein. Die Entscheidung.

Holstein Kiel: Gelios – Todorovic (82. Porath), Wahl, Thesker, van den Bergh – Ignjovski (82. Lauberbach) – Mühling, Özcan – Reese, LeeSerra (72. Iyoha).

Heidenheim: K. Müller – Busch, Mainka, Hüsing, Föhrenbach – Griesbeck, TheuerkaufSchnatterer (72. Multhaup), Mohr – Otto (60. Thomalla) – Kleindienst.

Schiedsrichter: Robert Kempter (Stockach) – Tore: 0:1 Theuerkauf (79.) – Zuschauer: 9853 – Gelbe Karten: Todorovic/Kleindienst. Gelb-Rot: Kleindienst.

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