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Holstein Kiel Ole Werner: "Ich kann nicht zaubern"
Sport Holstein Kiel Ole Werner: "Ich kann nicht zaubern"
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08:00 29.09.2019
Von Marco Nehmer
Wird auch am Sonntag wieder energischer Antreiber an der Seitenlinie sein: KSV-Interimscoach Ole Werner. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

"Man muss sich vom Gedanken verabschieden, dass man die Hände auflegt und dann alles in die richtige Richtung läuft", sagt Werner. "Ich weiß, was ich kann. Ich weiß aber auch, was ich nicht kann: Ich kann nicht zaubern."

Freitagnachmittag, Pressekonferenz vor dem so wichtigen Auswärtsspiel der Kieler Störche bei der SpVgg Greuther Fürth (So., 13.30 Uhr, im KN-Liveticker). Ole Werner sitzt da, vor den Medienvertretern, mit der Entspanntheit eines Pragmatikers, der weiß: Es helfen keine Stoßgebete. Es hilft nur Arbeit, Arbeit, und nochmal Arbeit. Und von der gab es genug in diesen Tagen. "Es war eine intensive Woche", sagt Werner, der die Mannschaft zum ersten Mal komplett zwischen zwei Spieltagen betreuen konnte. "Wir haben in den Einheiten eine positive Grundstimmung gehabt – trotz der Niederlage gegen Hannover."

Das 1:2 hat zwar die Situation bei der KSV, die ihr Punktekonto nach nur fünf Zählern aus sieben Spielen dringend auffüllen muss, weiter verschärft. Aber der Konzentration hat alldies offenbar nicht geschadet. Im Gegenteil: Sukzessive hat Werner den Störchen unter der Woche Grundlagen seines Spiels eingeschärft. Und die hat gut mitgezogen. "Wir konnten an Dingen arbeiten, die der Mannschaft langfristig helfen sollen", sagt Werner.

"Wir müssen den Spagat hinbekommen"

Der Spirit ist zurück – auch und gerade wegen der Arbeit an Grundsätzlichem. "Die Mannschaft ist verunsichert gewesen. Dieses Gefühl habe ich jetzt nicht mehr", sagt etwa Dominik Schmidt, "einfach, weil wir einen klaren Matchplan haben, eine klare Idee, wie wir agieren wollen. Ich gehe mit Zuversicht in das Spiel."

Und vermutlich wird er, der Routinier, auch wieder den Vorzug vor Phil Neumann in der Innenverteidigung erhalten. Ebenso wie Johannes van den Bergh auf links vor Jae-Young Seo. Denn Werner setzt, wie schon gegen Hannover, auf eine Rezeptur aus Neuem und Bewährtem. "Wir wollen einen Neuanfang haben. Dementsprechend ist die Tür für alle offen. Aber wir müssen den Spagat hinbekommen", sagt Werner. "Wir müssen eine Struktur entstehen lassen, die der Mannschaft Sicherheit gibt. Wir werden nichts über den Haufen werfen, was in der vergangenen Woche schon in Ansätzen funktioniert hat."

Was ebenfalls – mit Abstrichen beim unglücklichen 0:1 – funktioniert hat: Ioannis Gelios als vorerst neue Nummer eins. Dominik Reimann blieb nur der Bankplatz. Und daran wird sich auch am Fürther Ronhof nichts ändern. "Janni wird am Sonntag im Tor stehen", erklärt Werner. "Wir haben uns das Spiel gegen Hannover 96 noch einmal angeschaut und die Situation auch in der Trainingswoche beobachtet. Wir waren mit seiner Leistung grundsätzlich zufrieden."

Mit Optimismus ins Frankenland

Grundsätzlich zufrieden war Werner auch mit der Arbeit gegen den Ball am vergangenen Freitagabend. Nun soll die nächste Stufe gezündet werden, was gleichwohl auch für das Spiel in eigenem Ballbesitz gilt. "Wir wollen unser spielstarkes Zentrum besser ins Spiel bekommen, als es in den ersten 60 Minuten gegen Hannover der Fall war", sagt Werner – wissend, dass mehr dazugehört als fundierte taktische Überlegungen. "Das hat auch mit Mut und Selbstverständnis zu tun. Das muss man sich über Erfolgserlebnisse erarbeiten", sagt er.

Ob es ein solches Erfolgserlebnis schon am Sonntag im Frankenland geben wird? Werner jedenfalls lebt die Überzeugung vor, die seiner Mannschaft zuletzt gefehlt hatte. "Wir spielen gegen einen starken Gegner, den wir respektieren", sagt er, "aber wir haben schon den Optimismus zu sagen, dass wir die Chance haben, da etwas mitzunehmen."

Für Holstein wäre ein Punktgewinn eine Befreiung nach Wochen des Misserfolgs. Und Werner würde ein Sieg ein deutlich besseres Blatt im Trainer-Poker bescheren. Mit Fragen nach seiner Zukunft über Fürth hinaus will sich der Interimscoach aber gar nicht erst beschäftigen. "Ich bin komplett relaxt", sagt er. Keine Zeit für Eitelkeiten. Keine Zeit für Zauberei. Zeit für Fußball.

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