Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Holstein Kiel Auf diesen beiden Positionen will Holstein Kiel sich verstärken
Sport Holstein Kiel

Holstein Kiel sucht Verstärkung im Sturm und auf der Sechs

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:57 16.12.2021
Von Clemens Behr
Wo geht’s lang für die Störche? KSV-Sportchef Uwe Stöver (r.) mit Cheftrainer Marcel Rapp.
Wo geht’s lang für die Störche? KSV-Sportchef Uwe Stöver (r.) mit Cheftrainer Marcel Rapp. Quelle: Uwe Paesler
Anzeige
Kiel

Holstein Kiel will zur Rückrunde seinen Kader nachbessern. Auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel am Freitag gegen Spitzenreiter FC St. Pauli (18.30 Uhr) gab Holstein-Trainer Marcel Rapp einen ersten, unvollständigen Einblick in die Wintertransferplanungen der Störche: „Es ist kein Geheimnis: Wenn wir im Sturm eine Option hätten, würden wir uns darum kümmern“, sagte der 42-Jährige, verriet damit aber nur eine Position, auf der die KSV nach einer verkorksten Halbserie mit Tabellenplatz 15 aktiv werden will. Denn auch für die Position im defensiven zentralen Mittelfeld soll ein Neuer her. Holstein sucht Backups für Angreifer Benedikt Pichler und Sechser Lewis Holtby.

Uwe Stöver: „Wir sehen auf beiden Positionen Bedarf“

„Wir sondieren den Markt auf zwei Positionen: dem defensiven Mittelfeld und im Sturm“, sagte Uwe Stöver am Donnerstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Der KSV-Sportchef hatte nach dem Heimsieg gegen Bremen Ende November angekündigt, dass die sportliche Führung in dieser Woche entscheiden wolle, ob man auf dem hitzigen Wintertransfermarkt aktiv werden will. Nach der 1:2-Pleite in Nürnberg und dem 2:2 gegen Sandhausen kam die Runde zusammen. Ergebnis: „Wir sehen auf beiden Positionen Bedarf, allerdings müssen wir von möglichen Zugängen überzeugt und diese auch wirtschaftlich abbildbar sein“, so Stöver.

Der wöchentliche Newsletter der Sportredaktion

Was ist in dieser Woche bei Holstein Kiel los? Wer ist verletzt, wer in Topform? Erhalten Sie aktuelle Infos jeden Freitag in Ihr Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Involviert in die Beratungen sind bei Holstein neben Chefcoach Rapp und Sport-Geschäftsführer Stöver das Trainerteam, die Scouting-Abteilung, Jan Uphues als Organisatorischer Leiter Lizenzspielerabteilung und Videoanalyst Philipp Pelka. Sie erarbeiten gemeinsam mögliche Transfers. Auf der finalen Liste potenzieller Neuverpflichtungen stehen laut Stöver dann pro Position in der Regel zwischen zehn und 15 Spieler.

Ob auch der Name des Noch-St.-Paulianers Marvin Knoll darauf auftaucht, wollte der KSV-Sportchef nicht kommentieren. Der Vertrag des 31-Jährigen, im Sommer 2018 von Stöver für den Kiez-Klub verpflichtet, läuft im Sommer aus.

Holstein Kiel fehlt ein zweikampfstarker Sechser

Fest steht: Ein zweikampfstarker Taktgeber vor der Abwehr wäre enorm wichtig für den Kader. Platzhalter Lewis Holtby zeigt zwar seit Wochen als „variabler Sechser“ in ungewohnt defensiver Rolle gute Leistungen, könnte seine Qualitäten auf der Acht aber noch besser zur Geltung bringen, gilt außerdem als verletzungsanfällig. Fällt er aus, hat die KSV ein Problem auf der Schlüsselposition vor der Abwehr. Die für diese Position im Sommer verpflichteten Patrick Erras und Marcel Benger konnten in Kiel bislang nicht überzeugen.

„Was die Spielanlage und die Positionsvorstellung auf der Sechs angeht, sehen wir noch Potenzial“, sagt Stöver. „Daran arbeiten wir mit dem bestehenden Personal und wir werden schauen, ob wir auf der Position noch einen neuen Spieler finden.“ Legt Holstein hier nicht nach, geht der Klub für die Rückrunde ein beträchtliches Risiko ein.

Weniger akut scheint aktuell eine Verpflichtung für die Sturmspitze. Der 24-jährige Benedikt Pichler überzeugte in den letzten Wochen (fünf Tore in acht Spielen). Doch auch für ihn gibt es keine echte Alternative. Und für das von Trainer Marcel Rapp in seiner Kieler Anfangszeit favorisierte 3-5-2-System fehlt ein zweiter funktionierender Stürmer. Jann-Fiete Arp (ein Tor in 13 Spielen) ist von diesem Prädikat noch ein ganzes Stück entfernt. Und die zweite Offensivverpflichtung im Sommer, Isländer Hólmbert Fridjónsson, spielte bislang noch gar keine tragende Rolle (nur vier Kurzeinsätze).

Klar ist: Für Sportchef Stöver werden es herausfordernde Wochen bis Ende Januar – auf einem in dieser Zeit hart umkämpften Transfermarkt. „Wir wissen, dass der Markt im Winter ein kleiner ist. Dennoch arbeiten wir akribisch an unseren Themen und stecken unsere Möglichkeiten ab“, sagt der Sportchef. Ausgang offen.

Clemens Behr 16.12.2021
KN-online (Kieler Nachrichten) 15.12.2021
Andreas Geidel 15.12.2021