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Holstein Kiel Holstein Kiel verliert mit 1:2
Sport Holstein Kiel Holstein Kiel verliert mit 1:2
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23:06 26.08.2019
Von Andrè Haase
KSV-Akteur Johannes van den Bergh (re.) klärt den Ball vor St. Paulis Ryo Miyaichi. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Hamburg

Riesenaufwand, null Ertrag: Störche kassieren trotz starken Schlussspurts 1:2-Niederlage beim FC St. Pauli

Bittere Pille für den Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel. Die Störche verloren am Montagabend das Nordderby beim FC St. Pauli mit 1:2 (0:0), blieben damit saisonübergreifend auch im sechsten Spiel in Folge auswärts sieglos und stecken nach vier Spieltagen im Tabellenkeller. Die eher bieder agierenden Kiez-Kicker feierten dagegen verdientermaßen ihren ersten Dreier dieses Spieljahres. Sie waren in den entscheidenden Situation den berühmten Tick entschlossener und leidenschaftlicher.

Schon lange vor dem Anpfiff knisterte es nicht nur wegen der auch am Abend noch satten 27 Grad auf den Rängen des ausverkauften Millerntores. Naturgemäß für ein Nordderby. Doch speziell den Anhängern des Kiez-Klubs mangelte es an der aus den Vorjahren vertrauten Ekstase. Millerntor-Atmosphäre light trotz der berühmten „Hells Bells“ beim Einlaufen der Teams.

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Die rund 3000 Kieler Schlachtenbummler nahmen die leichten Defizite in der Ouvertüre gelassen. Die Hymne „Keine andere Stadt, keine andere Liebe, kein anderer Verein“ tönte wie aus Blechboxen und wurde bereits nach einem Drittel abgebrochen. Dazu irrte der Stadionsprecher bei Mannschaftsaufstellung, nannte Lion Lauberberger (korrekt: Lauberbach) als Holstein-Stürmer.

Auf dem Rasen ging das Fehlerfestival auf beiden Seiten weiter. Die Intensität war zwar groß, doch die fehlende Präzision in den Ballstafetten und die zahlreichen technischen Patzer verdarben viele gute Ansätze.

Das Beste in Durchgang eins aus Sicht der Kieler, die mit einer Viererkette ohne Dominik Schmidt, dafür aber mit Neuzugang Salih Özcan im Mittelfeld begannen, war die Tatsache, erstmals in dieser Saison nicht frühzeitig in Rückstand geraten zu sein. Hauke Wahl (11.) und zweimal Phil Neumann (18., 26.) blockten in höchster Störche-Not Schüsse von Dimitrios Diamantakos, Mats Moeller Daehli und Finn Ole Becker ab.

Auf der Gegenseite verpasste der unglücklich agierende Lauberbach (14.) bei seiner Startelf-Premiere die 1:0-Führung. Ansonsten steckte bei „nur“ 42 Prozent Ballbesitz gehörig Sand in der Kieler Offensiv-Maschine. Selbst die Stadionuhr streikte zwischenzeitlich ob des hüben wie drüben von Hektik geprägten Abnutzungskampfes ohne große Höhepunkte in den Strafräumen.

Pech hatte der Kieler Philipp Sander, der schon in der 27. Minute angeschlagen das Feld räumen musste und durch U21-Nationalstürmer Janni Serra ersetzt wurde. Trotz der nominell nun sehr offensiven Ausrichtung blieb der Störche-Angriff zunächst harmlos. Zwar hatte der quirlige Makana Baku (48.) direkt zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Halbchance. Dann indes schlug das Pendel zu Gunsten der Gastgeber aus. Ein hoch und weit getretener Moeller-Daehli-Freistoß flog mit „Schnee“ beladen in den Kieler Strafraum. KSV-Keeper Dominik Reimann stürzte sich in das Spielerknäuel, verfehlte aber die Kugel und eröffnete damit St. Pauli-Neuzugang James Lawrence die Großchance. Der Mann von Sheffield Wednesday bewies britische Kopfballstärke und nickte zum 1:0 (50.) ein.

Jetzt legten die Kieler eine gehörige Schippe drauf. Einen Kopfball von Jae-Sung Lee (57.) parierte Pauli-Torwart Robin Himmelmann in Prachtmanier. 180 Sekunden später setzte Serra in seiner bis dahin einzig guten Szene den Ball an den Pfosten. Jetzt kochte der Glutkessel Millerntor.

Den Störchen indes gefror jedoch wenig später das Blut in den Adern. Nach einem Diamantakos-Steckpass sprintete Christian Coneth seinem Bewacher Aleksandar Ignjovski davon und schob eiskalt zum 2:0 (66.) für die Kiez-Kicker ein.

Der eingewechselte David Atanga (75.) ließ noch einen Riesen liegen. Angriffswelle auf Angriffswelle rollte auf das Hamburger Gehäuse zu. Und tatsächlich: Baku (81.) verkürzte mit einem feinen Schlenzer auf 1:2. Sollten die Kieler sich doch noch für ihre immensen Aufwand belohnen? Immerhin hatte St. Pauli beim 1:1 in Bielefeld und beim 1:2 in Stuttgart jeweils Last-Minute-Gegentore kassiert. Der Schlusspfiff von Schiedsrichter Markus Schmidt um 22.22 Uhr zerstörte endgültig die letzten Hoffnungen.

FC St. Pauli: Himmelmann – Kalla (46. Lankford), Lawrence, Buballa – Miyaichi, Becker (67. Hoffmann), Knoll, Penney – Moeller Daehli, Diamantakos, Conteh (84. Sobota).

Holstein Kiel: Reimann – Ignjovski, Neumann, Wahl, van den Bergh – Sander (27. Serra) – Mühling, ÖzcanLauberbach (46. Atanga/86. Khelifi), Lee, Baku.

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart) – Tore: 1:0 Lawrence (50.), 2:0 Conteh (66.), 2:1 Baku (81.) – Zuschauer: 29.546 (ausverkauft) – Gelbe Karten: Kalla, Miyaichi, /Ignjovski, van den Bergh - Gelb-Rote Karte: Penney (90.+2).

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