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Holstein Kiel Ende mit Schrecken für Anfang
Sport Holstein Kiel Ende mit Schrecken für Anfang
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22:04 16.09.2016
Von Thomas Pfeiffer
Kingsley Schindler im Duell gegen Bastian Schulz. Quelle: Sonja Paar
Kiel

Anfang und seine Mannschaft mussten nach dem Elfmetertor von Bastian Schulz (73.) realisieren, dass der Weg zu einem Spitzenteam in der Dritten Fußball-Liga noch weit und arbeitsreich sein wird.

Dass die altbritische Weisheit „Never change a winning team“ auch im deutschen Norden beherzigt wird, demonstrierte KSV-Coach Anfang mit der Startelf, die bereits seine Interims-Vorgänger Ole Werner und Hannes Drews vor dem 3:0-Sieg über Zwickau „erfunden“ hatten und die auch vor einer Woche bei Anfangs Debüt in Paderborn den 3:1-Erfolg einleitete.

Die Kieler bemühten sich von Beginn an, ihre vor einer Woche praktizierte Linie fortzusetzen: hohes Tempo, kurze und möglichst direkte Pässe, auch mal „hinten rum“sichern, wenn es die Situation erfordert. Doch schnell wurde deutlich, dass auf dem Rasen ein anderer Gegner stand als die unbedarften Zwickauer oder die verunsicherten Paderborner. Die Veilchen gingen die Geschwindigkeit locker mit, standen diszipliniert und kompakt, machten die Räume eng, waren dicht an den Gegenspielern dran.

Beide Teams wollten die Kontrolle über das Spiel erobern, und so entwickelte sich eine intensive Drittliga-Partie, in der es kaum Tempowechsel in einen langsameren Takt gab. Doch die Waage neigte sich zunehmend zugunsten der Gäste. Das frühe und geschickte Pressing provozierte deutlich mehr Fehler und wirkungslose lange Bälle im Aufbau der Störche als in den vergangenen beiden Spielen. Es war kein Zufall, dass die Lila-Weißen in der 16. Minute die erste Chance des Spiels hatten, als Bastian Schulz aus 14 Metern allerdings ungenau abzog. KSV-Keeper Kenneth Kronholm hatte mit diesem Schuss ebenso wenig echte Mühe wie mit dem 16-Meter-Versuch von Heider nach einer halben Stunde.

Ratlose Störche

Dabei wäre eine Führung der Osnabrücker zu diesem Zeitpunkt verdient gewesen, denn mit sicheren Ballstafetten hielten sie die Kieler von ihrem eigenen Tor fern. Bei den Störchen machte sich Ratlosigkeit breit, denn ihr Kombinationsspiel wurde von den konsequenten und cleveren Attacken der Niedersachsen im Keim erstickt. Die Kieler Mittelfeldstrategen Tim Siedschlag und Dominick Drexler bekamen keinen Zugriff auf das Spiel und waren weitgehend mit Abwehraufgaben beschäftigt. Schulz’ unpräziser 20-Meter-Schuss machte die ernüchternde, aber die Partie korrekt widerspiegelnde Chancenbilanz zur Pause perfekt: Osnabrück drei, Holstein null.

So mochten die Störche nicht weitermachen. Das symbolisierten schnell der Volleyschuss von Steven Lewerenz knapp über die Latte (50.) sowie der 18-Meter-Strahl von Kingsley Schindler, den VfL-Torhüter Marius Gersbeck glänzend parierte (55.). Doch die VfL-Profis beeindruckte das wenig, sie spielten ihr Ding einfach weiter. Somit reduzierten sich die taktischen Vorgaben der beiden beherzt agierenden Teams mit fortschreitender Zeit auf die Frage, wer den ersten Fehler machen würde.

Den machte Niklas Hoheneder mit seinem Strafraum-Foul an Christian Groß, den fälligen Strafstoß verwandelte Schulz sicher (73.). Den Schock komplettierte die Gelb-Rote Karte für den Sünder drei Minuten später nach Foul an Kwasi Wriedt. Die Störche berannten nun wütend, aber planlos das Tor, doch Markus Anfangs Ende mit Schrecken war nicht mehr zu vermeiden.

„Nach gutem Beginn haben wir das Fußballspielen eingestellt. Das war so nicht zu erwarten“, sagte Anfang. „In der zweiten Halbzeit haben die Jungs sich reingebissen und auch gut gespielt. Als der Elfmeter gepfiffen wurde, hatten wir die Partie total unter Kontrolle. Am Ende des Tages haben wir das Spiel in der ersten Halbzeit hergeschenkt. Daraus werden wir lernen.“

Nein, seine berufliche Premiere verursacht ihm keine feuchten Hände. „Es geht nicht um mich, sondern um den Verein“, sagt Markus Anfang vor seinem Heim-Debüt als Profitrainer heute Abend (19 Uhr) gegen den VfL Osnabrück. Heute folgt gegen die Veilchen ein Spiel, das in die Kategorie „Wahrsager“ passt.

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