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Holstein Kiel Im Sturm steckt der Wurm
Sport Holstein Kiel Im Sturm steckt der Wurm
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21:34 14.12.2015
Von Andreas Geidel
Der Lieblingsfeind der Störche hat wieder zugeschlagen: Daniel Frahn (2. von rechts vor Manuel Hartmann) bejubelt im Trikot von RB Leipzig am 22. Februar 2014 seinen Treffer zum 1:0 im Auswärtsspiel in Kiel. Tore des Neu-Heidenheimers könnten auch der KSV Holstein helfen. Quelle: imago
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KIEL

Ein Grund dafür ist die in diesem Spieljahr dürftige Ausbeute des Angriffstrios.

Im Störche-Sturm steckt zurzeit der Wurm. Ganze vier Treffer und vier Torvorlagen fabrizierten Marc Heider (1/3), Manuel Schäffler (3/0) und Saliou Sane (0/1) in 20 Spielen – wohlgemerkt, gemeinschaftlich. Dabei haben in der Liga lediglich Spitzenreiter Dresden (40), der Tabellenzweite Großaspach (38) und Fortuna Köln (30) mehr „Buden“ auf dem Konto als die Nordlichter (26). Die Kardinalfrage für den neuen Geschäftsführer Sport, Uwe Stöver, der am 3. Januar offiziell seine Arbeit antritt, und Cheftrainer Karsten Neitzel lautet: Weiter in die Fähigkeiten der Profis an der vordersten Front vertrauen – oder doch nach der Heimpartie am kommenden Freitag (19 Uhr) gegen Halle zum Jahresabschluss den Geldbeutel öffnen und einen namhaften „Knipser“ verpflichten?

 Der Vertrag des 29-jährigen Heider endet am 30. Juni 2016. Für immerhin 70 Punktspiel-Tore hat der Dauerläufer mit dem starken linken Fuß seit Dienstbeginn an der Förde im Sommer 2009 verantwortlich gezeichnet. In der glorreichen Vorsaison waren es allein zwölf. Auch der 26-jährige Schäffler (Kontrakt bis 2017) hat sich in der Vergangenheit Meriten an der Förde erworben. Der 23-jährige Sane (ebenfalls mit einem bis zu 30. Juni 2017 gültigen Arbeitspapier ausgestattet) ist derweil bislang nicht über den Status eines Hoffnungsträgers hinaus gekommen. Über mangelnde Einsatzzeiten darf sich niemand dieser Dreiergruppe beschweren. Heider und Schäffler liefen in jeder Begegnung dieser Spielzeit auf, Sane immerhin 17 Mal – wenn auch überwiegend als Kurzzeitkraft.

Schwere Aufgabe für die Störche-Verantwortlichen

 Die Transferperiode II könnte neues Offensivpersonal an die Förde spülen. Die Problematik besteht in der nur schwer in Einklang zu bringenden Harmonie dreier Komponenten: das Sinn machende Zeitfenster (ein Vertrag für mindestens anderthalb Jahre), die finanzielle Dimension unter Berücksichtigung des Gleichgewichtes im aktuellen Gehaltsgefüge und der von Neitzel unabdingbar geforderte Anspruch, wonach ein Angreifer zwecks Pressing viel Laufarbeit bei der Arbeit gegen den Ball verrichten muss. Dass nahezu die gesamte Fußball-Republik nach Heilsbringern dieser Art fahndet, macht die Aufgabe für die Störche-Verantwortlichen nicht einfacher.

 Ein Name, der in diesem Zusammenhang in Kiel immer wieder gerne genannt wird, ist Daniel Frahn. Der 28-Jährige hat sowohl in seiner Zeit bei Babelsberg 03 als auch speziell bei RB Leipzig seine sportlichen Qualitäten über Jahre unter Beweis gestellt. Seit Beginn dieser Serie steht der 1,86 Meter große Frahn beim Zweitligisten 1. FC Heidenheim unter Vertrag. Der läuft noch bis zum 30. Juni 2017. Doch Frahn kommt auf der Ostalb offenkundig nicht sonderlich gut zurecht. Der letzte seiner insgesamt nur zehn Einsätze (515 Spielminuten) datiert vom 25. Oktober. Zuletzt stand der Vollblut-Angreifer vier Mal in Folge nicht einmal im Kader der Heidenheimer. Eine Anfrage bezüglich eines Leihgeschäftes wäre auch mit Blick auf die Ablöseeinnahme für Verteidiger Hauke Wahl (geschätzte 800000 Euro aus Paderborn) denkbar.

Rohdiamanten aus eigenen Reihen

 Bisher gültige Grenzen sprengen würde eine Verpflichtung vom Kaliber des ab 1.Januar vertragslosen Henok Goitom. Der 31-Jährige (Marktwert laut „transfermarkt.de“ 1,2 Millionen Euro) schoss für den Dritten der schwedischen Eliteliga Allsvenka, AIK Solna, in 29 Partien 18 Tore. Holsteins erster Wintereinkauf, Innenverteidiger Eidur Sigurbjörnsson vom schwedischen Erstligisten Örebro SK, könnte grundsätzlich als Drittliga-„Türöffner“ für Kandidaten aus Skandinavien fungieren.

 Oder bauen die in den vergangenen Jahren nicht für finanzielle Experimente bekannten Störche doch auf die Entwicklung eines Rohdiamanten aus eigenen Reihen? Bünyamin Balat lenkte bislang nicht nur wegen seiner sechs Treffer in der U19-Bundesliga die Aufmerksamkeit auf sich. Das Offensiv-Talent, das am 5. Januar seinen 19. Geburtstag feiert, trainiert bereits seit Wochen regelmäßig im Kader der Profimannschaft mit.

 Den nächsten Auftritt auf großer Scouting-Bühne hat Balat am kommenden Sonntag, wenn um 11 Uhr im Nachwuchsleistungszentrum Projensdorf Borussia Dortmund im Viertelfinale um den DFB-A-Jugend-Pokal zu Gast ist.

Holstein Kiel ist mit einem torlosen Unentschieden gegen FSV Mainz 05 II in die Rückrunde der Dritten Liga gestartet. Das Team von Trainer Karsten Neitzel verpasste damit die Gelegenheit, sich für die 0:4-Schlappe vom ersten Spieltag der Saison zu revanchieren.

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