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Holstein Kiel Traum von der nächsten Sensation
Sport Holstein Kiel Traum von der nächsten Sensation
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19:30 29.10.2019
Von Niklas Schomburg
Jubel nach dem Pokalcoup gegen Augsburg: Dardan Karimani, Patrick Choroba und Mehmet Kurt (v.li,) überschütten Torschütze Ron Schallenberg beim TV-Interview mit Wasser. Quelle: imago/Dünhölter SportPresseFoto
Kiel/Verl

„Wir bereiten uns genauso vor wie auf ein Zweitligaspiel – vielleicht sogar etwas detaillierter“, sagte deshalb auch KSV-Chefcoach Ole Werner vor der Partie, in der es neben dem Einzug ins Achtelfinale um 702.000 Euro aus Vermarktung und TV-Erlösen geht. Holstein hat den Gegner intensiv beobachtet: „Wir waren in den vergangenen Wochen immer wieder live vor Ort in Verl“, sagte Werner.

Die Erkenntnis: Die Ostwestfalen stehen nicht ohne Grund mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. „Die haben richtig Qualität, mit Janjic, Yildirim oder Hecker sehr starke Spieler“, sagt Werner. „Um es mal so zu sagen: Ich glaube nicht, dass sie alle im kommenden Jahr noch in der Vierten Liga spielen werden. Entweder steigen sie mit Verl auf, oder sie spielen irgendwo anders.“

Verl seit Pokalcoup gegen Augsburg ungeschlagen

Mit Zlatko Janjic angelte sich der Klub vor der Saison einen erst- und zweitligaerfahrenen Angreifer (Bielefeld, Aue, Duisburg), der nun mit neun Toren gemeinsam mit Aygün Yildirim bester SCV-Torschütze ist. Verl kam nach dem Pokalcoup gegen Augsburg (2:1) im August richtig auf Touren, holte zehn Siege und zwei Remis in der starken Regionalliga West – und lässt so deutlich höher gehandelte Klubs wie Rot-Weiß Essen mit Ex-HSV-Trainer Christian Titz oder den finanziell potenten SV Rödinghausen hinter sich.

„Wir sind sind eine richtige Einheit. Die Mechanismen funktionieren, und die Bereitschaft, an die Leistungsgrenze zu gehen, ist bei jedem einzelnen absolut da“, umreißt Trainer Guerino Capretti das Erfolgsrezept. Und so will Verl auch die Störche ärgern. „Im Fußball ist alles möglich, du kannst immer gegen einen klassentieferen Gegner verlieren“, sagt Capretti, der das vier Tage nach dem Pokalerfolg gegen Augsburg (2:1) am eigenen Leib erfahren musste: In Runde eins des Westfalenpokals flog Verl gegen den Oberligisten RSV Meinerzhagen raus (1:4).

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Nach der eindrucksvollen Serie aber ist jetzt das Selbstvertrauen da. Und das Duell gegen Holstein warf in den letzten Tagen immer längere Schatten voraus. „Es war schwierig, sich auf das letzte Meisterschaftsspiel zu konzentrieren“, gab Capretti am Wochenende nach dem 2:0 gegen den TuS Haltern am See zu.

Kapitän Julian Stöckner hatte die KSV schon direkt im Anschluss an die Auslosung als „Traumlos“ bezeichnet: „Der Sieg gegen Augsburg war Wahnsinn, das wollen wir wiederholen – und gegen Holstein ist das möglich.“ Sein Coach bremst. „Holstein ist sehr spielstark, wir brauchen mindestens so eine Leistung wie in der ersten Runde“, sagt der 37-jährige hauptberufliche Lehrer vor dem Duell gegen die KSV. Er sagt aber auch: „Wenn wirklich alles passt, wir einen Sahnetag erwischen und der Gegner nicht, dann gewinnen wir.“

Früher Anstoß dank Verler Nachtruhe

Einen Erfolg konnte der SCV schon feiern: Der Pokalkracher (Mittwoch, 18.30 Uhr im KN-Liveticker) findet im eigenen Stadion statt. Dafür mussten unter anderem zwei zusätzliche Flutlichtmasten aufgebaut und das Tribünendach verstärkt werden. Und auch der Verband musste bei der Ansetzung mitspielen: „Hätte der DFB die Begegnung erst für 20.45 Uhr angesetzt, hätte sie in Verl gar nicht stattfinden können“, sagte Bürgermeister Michael Esken der „Neuen Westfälischen“. Denn die Baugenehmigung des Stadions schreibt ab 22 Uhr Nachtruhe vor.

Doch am Ölbach träumen sie ohnehin von einer schlaflosen Partynacht. So wie gegen Augsburg. Oder wie 1999, als der spätere Nationalspieler Arne Friedrich gegen Borussia Mönchengladbach den entscheidenden Elfmeter zum 6:5 verwandelte. Holstein ist gewarnt. „Wir ziehen die Woche durch, lassen gar nicht erst Müdigkeit im Kopf entstehen“, erklärte Ole Werner und schob auch allen Spekulationen um große Rotation oder etwaige Schonung den Riegel vor: „In den Trainingseinheiten werden wir die Belastung steuern, nicht aber in den Spielen.“

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