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Holstein Kiel KSV-Keeper Gelios: "Für den Anfang okay"
Sport Holstein Kiel KSV-Keeper Gelios: "Für den Anfang okay"
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18:53 26.09.2019
Von Niklas Schomburg
Ioannis Gelios feierte gegen Hannover 96 sein Debüt im Tor der KSV Holstein. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Ich habe am Freitag nach dem Training erfahren, dass ich spielen werde“, erinnert sich Gelios, der im Sommer vom Drittligisten Hansa Rostock verpflichtet worden war. „Natürlich war das Gefühl erst mal so nach dem Motto ,Oh, jetzt geht es richtig los!‘. Aber Anspannung war nicht da. Die kam eher kurz vor dem Spiel beim Aufwärmen, da war ich schon ein klein wenig nervös – aber das ist ja nur menschlich. Wichtig ist: Wenn der Schiedsrichter anpfeift, muss das weg sein. Als Profi muss man alles andere ausblenden. Und das war auch so.“ Als der 27-Jährige zum ersten Mal gefordert wurde, war er da, parierte gegen 96-Angreifer Cedric Teuchert. Kurz vor der Pause aber musste Gelios das 0:1 hinnehmen – und sah in der Entstehung selbst nicht gut aus, als er am Ball vorbeiflog, ehe Hauke Wahl per Kopfball-Bogenlampe für Hannovers Ex-Kieler Marvin Ducksch auflegte. „Ich komme raus, schreie ,Torwart!‘, aber Hauke ist schon in der Aktion. Ich kann verstehen, dass er da zum Ball geht. Vielleicht hätte ich noch abbremsen und zurückgehen können. So ist es etwas unglücklich gelaufen“, sagt Gelios.

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Der in Augsburg geborene Keeper beschäftigte sich in der Analyse am Tag danach mit dieser Szene – unter anderem. „Ich schaue mir meine Spiele immer nochmal komplett an, das habe ich in der Dritten Liga gemacht, und das habe ich auch am Sonnabend gemacht“, erklärt Gelios. „Man sieht dann nochmal ganz andere Dinge, es geht dabei nicht nur um Ballaktionen, sondern um Präsenz, freie Räume und anderes.“ Wie lautet sein persönliches Fazit? „Ich denke, das war für den Anfang okay“, sagt Gelios. „Man kann immer Sachen besser machen.“

Daran arbeitet „Janni“ gemeinsam mit Dominik Reimann, Timon Weiner und Torwarttrainer Patrik Borger. Die Stimmung unter den Keepern ist trotz Positionswechsel wie gewohnt gut. „Es hat nichts geändert. Wir verstehen uns gut, und das wird auch so bleiben“, sagt Gelios nach den ersten Trainingstagen als Nummer eins „Für mich war es diese Woche nichts anderes“, erklärt Gelios. „Man gibt immer Vollgas, egal ob man spielt oder nicht. Man muss immer Leistung bringen und sich anbieten.“

"Das ist Kopfsache"

Für die Störche geht es aktuell vor allem darum, „die Inhalte und das Gefühl aus der Trainingswoche mit ins Spiel zu nehmen“, so Gelios. „Das hat nichts mit der Qualität zu tun, die ist da. Es ist Kopfsache.“ Eine weitere Aufgabe für den Kopf: In allen Ligaspielen geriet die KSV in Rückstand. „Das ist für den Kopf immer Mist, du weißt genau: Du brauchst ein eigenes Tor, um überhaupt erst mal wieder auf Null zu stellen“, sagt Gelios. „Ohne Gegentor zu bleiben, ist ganz wichtig. Es ist zwar eine Phrase, aber du kannst dann einfach nicht verlieren.“ Ist es Zufall, dass das nach Griechenlands EM-Taktik 2004 klingt? „Dann müssten wir aber auch wieder mit Libero spielen“, sagt Gelios lachend. Apropos Griechenland: Hat der fünfmalige U21-Nationalspieler Ambitionen auf die A-Auswahl? „Wenn es irgendwann klappt, wäre das cool. Aber erst mal ist Kiel wichtig, der Erfolg mit der Mannschaft steht über allem.“

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