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Holstein Kiel Nur nicht Stefan Thesker abschreiben
Sport Holstein Kiel Nur nicht Stefan Thesker abschreiben
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18:59 05.11.2019
Von Niklas Schomburg
Stefan Thesker durfte in der vergangenen Saison nur selten so jubeln wie hier nach seinem Tor gegen Regensburg im Februar. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Stefan Thesker, für den angeschlagenen Dominik Schmidt in die Startelf gerückt, war beim 1:2 ein wichtiger Teil des gut aufspielenden Störche-Gefüges, meldete den gefährlichen Bielefelder Stoßstürmer Fabian Klos über 90 Minuten beinahe komplett ab. „Wir hatten die gesamte Arminia-Offensive aus dem Spiel heraus und auch bei langen Bällen in die Spitze bis auf wenige Szenen gut im Griff“, erklärte Thesker. Diese Einschränkung aber schlug sich brutal im Ergebnis nieder. „Leider sind wir in der einen Situation dann zu weit weg von den beiden, und sie machen das Tor“, sagte Thesker mit Blick auf den Bielefelder Treffer zum 2:1.

Fehlpässe, Platzverweis, Verletzung

Keine Punkte im Gepäck, der Vorsprung auf die Abstiegsplätze durch gute Ergebnisse der „Kellerkinder“ wieder geschrumpft – und doch war die Partie vom Sonntag für Thesker ein Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt heraus aus den Tiefpunkten der vergangenen Spielzeit. Als der 1,90-Meter-Mann beim Debüt gegen seinen Ex-Klub Greuther Fürth mit einem kapitalen Fehlpass das 0:1 einleitete. Als er dem SC Paderborn zum zweitschnellsten Tor der Zweitligageschichte verhalf, weil er über den Ball trat. Als er gegen den FC St. Pauli nach guter Leistung mit Rot vom Platz flog, weil er gegen Alex Meier im Strafraum die Notbremse zog. Als er von vielen Holstein-Beobachtern schon als Fehleinkauf abgewatscht wurde.

Auch die aktuelle Saison hatte alles andere als gut begonnen. Bereits am Tag nach dem Trainingsauftakt im Juni erlitt Thesker einen Muskelfaserriss – und fehlte in der wichtigen Saisonvorbereitung wochenlang. Nun lässt sich der 28-Jährige seinen Optimismus und seine gute Laune kaum verderben, sprüht in jedem Training vor positiver Energie. Spätestens seit seiner überstandenen Krebserkrankung im Jahr 2016 wirft ihn ohnehin so schnell nichts mehr aus der Bahn. Er wolle nur noch über die guten Dinge reden, nach dem, was er durchgemacht habe, sagte er damals nach seinem grandiosen Comeback für den niederländischen Erstligisten Twente Enschede mit zwei Toren gegen den AZ Alkmaar.

Starke Spieleröffnung mit Diagonalbällen

Ein „gutes Ding“ gelang Stefan Thesker in dieser Saison schon gegen Erzgebirge Aue, als er Jae-Sung Lee stark das 1:1 auflegte. Gegen Bielefeld folgte der 90-Minuten-Durchbruch: grundsolide und nahezu fehlerlos. „Das hat sich natürlich sehr gut angefühlt“, sagte er – und lenkte den Fokus gleich wieder auf die Mannschaft. „Wir waren gut vorbereitet und haben unseren Plan über weite Strecken umsetzen können.“ Dazu zählte nicht nur die Defensivarbeit, sondern auch die Spieleröffnung. Thesker hebelte das Bielefelder Mittelfeldpressing mit präzisen Diagonalbällen aus. „Diese Spielverlagerung gehört zu unserem Matchplan. So können wir in der Offensive den nötigen Druck entwickeln“, sagte er. Mit 113 Ballkontakten und 106 gespielten Pässen bei einer Passquote von 88 Prozent konnte sich das sehen lassen. Und dürfte Thesker einen kräftigen Schub Selbstvertrauen geben.

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Für die Verantwortlichen der KSV kam Theskers Leistung in Bielefeld nicht überraschend. „Dass ,Thes’ das kann, wissen wir. Er hat in den vergangenen Wochen sehr gut trainiert“, sagte Cheftrainer Ole Werner. Und auch Sportchef Uwe Stöver imponierte die Leistung des Defensivspezialisten: „Er hat mir sehr gut gefallen, er war von der ersten Minute an präsent. Brust raus, Kopf oben, die Zweikämpfe angenommen, gute Diagonalbälle gespielt – das war stark.“ Und es machte die vergangene Saison beinahe vergessen.

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