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Holstein Kiel Abgang mit großer Träne
Sport Holstein Kiel Abgang mit großer Träne
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20:58 03.05.2016
Von Andreas Geidel
Die Tür bei Holstein Kiel schließt sich für Uwe Stöver. Der künftige Sportchef des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern hat am 14. Mai seinen offiziell letzten Arbeitstag bei den Störchen. Quelle: Sonja Paar
KIEL

Fast eine Symbolik für das, was sich am Vormittag im angrenzenden Verwaltungsgebäude des Nachwuchsleistungszentrums in Projensdorf ereignet. Der zum 1. FC Kaiserslautern wechselnde Sportchef Uwe Stöver erläutert in einem Interview mit unserer Zeitung seine Gründe für den vorzeitigen Abgang aus Kiel. Ein emotionaler Akt für den 49-Jährigen, dessen Vertrag bis zum 30. Juni 2018 datiert war. Vollprofi Stöver, der nahezu alle Facetten der Branche erlebt hat, spricht langsam, ringt – im Zwiespalt der Gefühle steckend – bisweilen nach Worten. Sagt: „Ich freue mich auf das Engagement in Kaiserslautern, habe aber zugleich eine große Träne wegen Holstein Kiel im Auge.“

Herr Stöver, vor vier Wochen kamen erste Gerüchte auf, nun ist Ihr Wechsel nach Kaiserslautern offiziell. Nur 123 Tage nach Amtsantritt in Kiel. Ein Spontanentschluss, oder ist Ihre Entscheidung über einen längeren Zeitraum gereift?

Uwe Stöver: Nein, das ist kein Spontanentschluss. Wichtige Entscheidungen treffe ich immer nach reiflicher Überlegung. Und immer nach bestem Wissen und Gewissen!

Die geographische Distanz zwischen Ihrem Lebensmittelpunkt in Mainz-Finthen und Kiel inklusive aller privaten Konsequenzen war schon bei Ihrem Vertragsabschluss im vergangenen Dezember bekannt. Warum jetzt Kaiserslautern, ist es allein der Reiz der Zweiten Liga bei Ihrem Ex-Klub, für den sie schon früher sechs Jahre gearbeitet haben?

Sportliche, private und persönliche Gründe haben mich letztlich nach längerer Überlegung zu meiner Entscheidung kommen lassen. Es sind in der Regel nie nur ein oder zwei Gründe, die den Ausschlag geben.

Hätten Sie Kiel auch ohne das Angebot aus Kaiserslautern verlassen?

Diese Frage basiert auf einem hypothetischen Hintergrund und stellt sich deshalb für mich nicht.

Ziehen Sie schon morgen auf den Betzenberg um, oder vollenden Sie noch die Personalplanung für den Holstein-Kader der neuen Saison?

Die Vertragsauflösung erfolgt mit Ablauf des 14. Mai. Nach dem letzten Saisonspiel, der Heimpartie gegen Rot-Weiß Erfurt. Aber es ist in Abstimmung mit Holstein und Kaiserslautern so geregelt, dass ich bis zum 31. August noch in allen Dingen in beratender und begleitender Funktion zur Verfügung stehe – wenn es denn gewünscht wird. Ich möchte die Projekte und Dinge, die von uns gemeinsam angeschoben wurden, auch zu Ende bringen. Gegebenenfalls auch zusammen mit meinem Nachfolger bei Holstein. Spieler, die wir kontaktiert haben, haben auch die Presse gelesen. Ihnen wurde und wird klargemacht, dass Entscheidungen nicht an einer Person festzumachen sind. Sondern an den grundsätzlichen Zielsetzungen des Vereins. Das operative Geschäft wird in andere Hände gelegt. Übergangsweise namentlich in die meines Kollegen, des Kaufmännischen Geschäftsführers Wolfgang Schwenke, und in die des Cheftrainers Karsten Neitzel. Zumindest so lange, bis ein Nachfolger für mich gefunden ist.

Sind Sie den Störche-Verantwortlichen bei der Suche nach einem neuen Sportlichen Leiter behilflich?

Ja, ich bin in diese Thematik eingebunden gewesen. Aber lediglich in die Findung eines Kandidatenkreises.

Hand aufs Herz, wie unangenehm ist Ihnen die Gesamtsituation?

Grundsätzlich hat ein toller Verein wie Holstein Kiel eine derartige Situation nicht verdient. Ich freue mich auf das Engagement in Kaiserslautern, habe aber zugleich eine große Träne wegen Holstein Kiel im Auge. Auch deswegen, weil die Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat, mit Wolfgang Schwenke, Karsten Neitzel und seinem Trainerteam sowie allen Mitarbeitern der Geschäftsstelle und dem gesamten Nachwuchsleistungszentrum einfach herausragend war. Sowohl die Fans als auch die Sponsoren haben mich vom ersten Tag an so aufgenommen, wie man es sich nur wünschen kann, wenn man eine neue Arbeitsstelle antritt. Ich wünsche dem Verein und dem gesamten Umfeld nur das Beste. Ich bin überzeugt, dass der Verein weiter eine positive Entwicklung nimmt und seine Ziele erreicht – auch ohne meine Hilfe. Schon heute kann ich meinem Nachfolger zu seiner Entscheidung nur gratulieren.

Interview: Andreas Geidel

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