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Holstein Kiel Werner: "Das Bangen bleibt immer"
Sport Holstein Kiel

KSV-Coach Werner trotz DFL-Quarantäne-Regeln: "Das Bangen bleibt immer"

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15:34 22.04.2021
Von Niklas Schomburg
Holstein Kiels Cheftrainer Ole Werner.
Holstein Kiels Cheftrainer Ole Werner. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Am Mittwoch ging es für die Störche nach der zweiten 14-tägigen Quarantäne innerhalb von sechs Wochen erstmals wieder auf den Trainingsplatz. "Jeder ist froh, wieder auf dem Platz zu stehen und die Kollegen wiederzusehen", berichtete KSV-Chefcoach Ole Werner vor dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück (Sonnabend, 13 Uhr, im Liveticker) von den ersten Einheiten nach der Isolation. 

Holsteins neues Hygienekonzept ist bereits eine "Quasi-Quarantäne"

Um weitere Corona-Fälle und eine daraus folgende Quarantäne für große Teile oder die gesamte Mannschaft zu verhindern, hat Holstein sein Hygienekonzept verschärft, unter anderem tägliche Tests mit dem geleasten mobilen Ultra-PCR-Labor eingeführt, Kabinen, Duschen, Besprechungsräume und Kraftraum gesperrt. Bei Auswärtsfahrten wird Holstein mit mindestens drei Bussen unterwegs sein, auf Flugreisen mit zwei Maschinen statt einer. Es wird Sitzpläne geben, FFP2-Masken werden alle 30 Minuten gewechselt. Auf Busfahrten: stündlicher Halt, Innenraum lüften.

Die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Mittwoch verhängte "Quasi-Quarantäne", während der sich Mannschaft, Trainerteam und Co. ab Montag, 3. Mai, ausschließlich im häuslichen Umfeld oder auf dem Trainingsgelände beziehungsweise im Stadion aufhalten dürfen, ist für die KSV daher keine weitere Umstellung. "Die ,Quasi-Quarantäne' ändert für uns erstmal wenig bis gar nichts", sagte Coach Werner.

Schon vor der DFL-Entscheidung hat der Klub Handreichungen an seine Spieler ausgegeben, unterschieden nach Haushalts-Situation von alleinstehend bis Familienvater, in denen etwa geregelt ist, dass Alleinwohnende auf den Lebensmittelservice des "Citti"-Marktes zurückgreifen und Partnerinnen von Spielern nur außerhalb der Stoßzeiten einkaufen gehen sollen.

"Das Bangen bleibt immer, bei jedem Test"

Auch die Entscheidung über Quarantäne-Trainingslager für alle Erst- und Zweitligisten "kam nicht wahnsinnig überraschend", so Werner. "Das bedeutet natürlich weitere Einschränkungen und ist per se nicht unbedingt angenehm", so der 32-Jährige. "Aber das sind Einschränkungen, die man in der Pandemie hinnehmen muss. Auch das nehmen wir so an."

Nach insgesamt elf Corona-Fällen im Storchennest seit Beginn der Pandemie im März 2020 "ist unsere Wachsamkeit nicht kleiner geworden", erklärte Werner, "aber sie war auch vorher schon hoch. Ich kann guten Gewissens sagen, dass wir alles getan haben, um so etwas zu verhindern." Angst vor weiteren Infektionsfällen habe er nicht, so Werner, "Angst ist ein schlechter Berater". Aber: "Das Bangen bleibt immer, bei jedem Test."

Ein Saisonendspurt als Feldversuch

Mit dem Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück beginnt für die KSV ein Endspurt im Marathon-Format. Raus aus der Doppel-Quarantäne, rein in mindestens neun Spiele in 30 Tagen. "Sicher ist das kein Wettbewerb unter gleichen Voraussetzungen", sagt Werner. "Und unser Programm gegen Gegner, die normal trainiert haben, ist ein Feldversuch."

Eingehend beschäftigen aber könne er sich damit nicht, meint Holsteins Chefcoach. "Erstens fehlt eine Alternative, und zweitens treffen wir nicht die Entscheidungen. Daher kann ich mich in meiner Rolle als Zweitligatrainer damit nicht beschäftigen. Wir müssen es so annehmen, wie es ist. Nur so kann man damit umgehen."

Niklas Schomburg 22.04.2021
Marco Nehmer 21.04.2021
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