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Holstein Kiel Das sind die Lehren aus dem Union-Test
Sport Holstein Kiel Das sind die Lehren aus dem Union-Test
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16:14 14.11.2019
Von Marco Nehmer
Zufrieden ist anders: Die Störche gehen mit einer 0:3-Niederlage in Berlin in die freien Tage der Länderspielpause. Ergänzungsspieler wie Michael Eberwein (v. li.), Daniel Hanslik und Tobias Fleckstein konnten sich nicht empfehlen. Quelle: Michael Hundt
Kiel

Ein Muster ohne Wert? Nach Testspielen ist man schnell dabei, die Schublade wieder zu schließen, sie mit ebenjenem Etikett vom berüchtigten Muster, das keinerlei Wert habe, zu versiegeln. Aber lassen wir die Schublade doch einen Moment auf. Welche Erkenntnisse haben die 90 Minuten von Holstein Kiel an der Alten Försterei bei Union Berlin (0:3) am Mittwoch geliefert?

Zunächst einmal die, dass Finn Porath offenbar einen Eisenschädel hat. Sein Zusammenprall mit Union-Profi Suleiman Abdullahi ließ das Schlimmste befürchten. Beide lagen benommen am Boden, Betreuer eilten umgehend aufs Feld. Nasenbein, Jochbein – alles durch? Am Donnerstag dann Entwarnung: Finn Porath hat sich nichts gebrochen, sich nicht einmal eine Gehirnerschütterung zugezogen. Anders als Abdullahi, der den Berlinern mit einer Gehirnerschütterung 14 Tage lang fehlen wird, wie Union bekanntgab.

Aber zurück zu den Erkenntnissen. Fußball-Zweitligist Holstein Kiel hat ein Testspiel bei einem Bundesligisten verloren. Vielleicht ein Tor zu hoch, aber grundsätzlich gab es am Berliner Sieg nichts auszusetzen. Nicht, weil Union die spielbestimmende Mannschaft war. Das waren nämlich die Störche. „Wir haben es in der ersten Hälfte gut gemacht, hatten auch in der zweiten Halbzeit sehr gute Ansätze und waren sehr dominant“, sagte Kapitän Hauke Wahl. „Es lag nicht in der Luft, dass Union ein Tor macht.“

“Ohne Intensität macht das alles keinen Sinn“

Aber trotzdem fiel es. Das 0:2 durch Ken Reichel (69.) sorgte bei den Störchen für den entscheidenden Strömungsabriss. Union hat das, was der KSV in dieser Saison bisher häufig abgeht: Punch in der Gefahrenzone. Die Berliner machen halt ihre Tore. Holstein nicht. „Auf dem Niveau fehlt es uns nach wie vor an Durchschlagskraft im letzten Drittel. Das ist eine Baustelle, die wir schon kennen“, sagte Trainer Ole Werner

Eine weitere Baustelle hatte indes Kapitän Wahl erkannt und damit eine weitere Erkenntnis aufgeworfen: In Köpenick setzte sich fort, was in den zweiten 45 Minuten gegen den Hamburger SV (1:1) begonnen hatte. „Vorne hat die Intensität gefehlt, der Gegner ist relativ leicht aus unseren Pressing-Situationen herausgekommen“, sagte Wahl. „Unser Pressing lebt von der Intensität. Wenn wir die nicht haben, macht das alles keinen Sinn. Dann sollten wir uns lieber tiefer fallen lassen. Wenn wir hoch pressen, muss Intensität rein. Da müssen wir in der kommenden Woche ansetzen.“

Aufgalopp der Leih-Kandidaten

Und dann gibt es noch eine Erkenntnis, die die Mannschaft direkt betrifft. Trainer Ole Werner brachte diese nach dem Abpfiff recht deutlich zum Ausdruck: „Man hat gesehen, wer auf diesem Niveau mithalten kann und wer noch nicht so weit ist.“ Werner, der am frühen Donnerstagmorgen von Berlin direkt wieder nach Hennef durchstartete, um den letzten Tag seines Fußballlehrer-Blocks zu absolvieren, hatte im Laufe Spiels Reservisten wie Daniel Hanslik, Michael Eberwein, Tobias Fleckstein oder Lion Lauberbach eingesetzt. 

Auftritte wie der an der Alten Försterei verdeutlichen, dass der eine oder andere im Kader zwingend Spielpraxis braucht, die aber nicht auf Zweitliga-Level bekommen kann. Gut möglich, dass Holstein etwa einen Daniel Hanslik im Winter verleiht. Dessen Berater Kujtim Mustafi jedenfalls war in der vergangenen Woche in Kiel – wohl nicht ohne Grund.

Nun aber geht es erst einmal für Mannschaft, Trainer- und Funktionsteam in ein paar freie Tage. Am Montag beginnt die Vorbereitung auf die wichtige Auswärts-Aufgabe beim SV Wehen Wiesbaden. „Wir müssen bis zum Jahresende noch viermal auswärts ran, bis Weihnachten gibt es noch genau vier freie Tage“, sagte Werner zum verlängerten freien Wochenende. „Ich glaube, das tut allen noch einmal ganz gut.“

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Nach der 0:3-Testspielniederlage vor über 2500 Zuschauern an der Alten Försterei gegen den Bundesligisten 1. FC Union Berlin, brachte es KSV-Kapitän Hauke Wahl auf den Punkt: "Wir haben nach dem 0:2 den Faden verloren. Das Ergebnis ist nicht gut".

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