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Holstein Kiel KSV nimmt Training unter Auflagen auf
Sport Holstein Kiel KSV nimmt Training unter Auflagen auf
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17:49 06.04.2020
Von Niklas Schomburg
Die Kieler Störche könnten bald wieder in Kleingruppen in Projensdorf trainieren. Quelle: Uwe Paesler
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Kiel

Die Nutzung der Sportanlage in Projensdorf war durch die Landesverordnung der schleswig-holsteinischen Landesregierung vom 17. März untersagt. Damit konnten die Lizenzspieler der KSV Holstein auch nach Ablauf der Quarantäne am 28. März nicht auf dem Gelände trainieren.

Eine Verordnung der Landesregierung machte am 2. April den Weg für eine Ausnahme frei. Für die Erteilung einer solchen Sondergenehmigung sind die örtlichen Gesundheitsbehörden zuständig, die KSV Holstein hatte daher eine solche Erlaubnis beim Kieler Gesundheitsamt beantragt. Teammanager Jan Uphues erarbeitete dafür gemeinsam mit der medizinischen Abteilung um Physiotherapeut Sebastian Süß und Dr. Klaus Henningsen ein detailliertes individuelles Hygienekonzept.

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Kontaktloses Training in Kleingruppen bis zu sieben Personen

Diese Konzept trägt laut Vereinsmitteilung allen Hygienevorschriften vollumfänglich Rechnung schränkt Kontakte der tätigen Personen größtmöglich ein. So kann, durch klare Zeitpläne dokumentiert, in Kleingruppen bis zu sieben Personen kontaktlos und zeitlich getrennt voneinander trainiert werden. Das Trainingszentrum in Projensdorf biete dazu ausreichend Plätze, so dass sich die unterschiedlichen Gruppen weder begegnen noch die gleichen Orte auf der Anlage nutzen müssen. Alle Einheiten finden weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Fairer Wettbewerb - sofern es möglich ist

„Unter dem Gesichtspunkt eines fairen Wettbewerbs begrüße ich diese Entscheidung natürlich", erklärte KSV-Sportchef Uwe Stöver. "Die DFL hat den Spielbetrieb bis Ende des Monats ausgesetzt, so dass wir und auch alle anderen Vereine der Ersten und Zweiten Bundesliga uns nach aktuellem Stand darauf vorbereiten müssen, im Mai wieder Spiele auszutragen zu können. Dafür ist die sukzessive Aufnahme des Trainingsbetriebs existentiell." Der nun folgende Schritt sei aber weit von einem gewohnten Mannschaftstraining mit fußballtaktischen Inhalten entfernt, so Stöver, und biete "zusätzlich zu den athletischen Einheiten lediglich die Möglichkeit, ein kontaktloses Training mit dem Ball, wie etwa das Passspiel oder Flanken und Abschlüsse zu trainieren."

Über allem stehe die Gesundheit der Bevölkerung, darin sind sich alle Veranwortlichen der KSV einig. „Wir befinden uns schon seit Beginn der Pandemie in einem sehr konstruktiven Austausch mit den zuständigen Behörden und Entscheidungsträgern auf Kommunal- sowie Landesebene. So haben wir bereits seit Anfang März Spieler und Mitarbeiter sensibilisiert, auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen gedrungen und auf eine möglichst große Distanz der für Holstein Kiel tätigen Menschen geachtet“, erklärte KSV-Präsident Steffen Schneekloth.

"Keine Sonderrolle" für den Fußball

Die Bemühungen der DFL und der Vereine bedeuteten nicht, dass der Fußball in dieser schwierigen Zeit eine Sonderrolle beanspruche, meinte Schneekloth in seiner Funktion als Vizepräsident der Deutschen Fußball Liga (DFL), „sondern stellt das Bemühen einer ganzen Branche dar, die aktuellen Herausforderungen zu meistern, den wirtschaftlichen Schaden aller Vereine so gering wie möglich zu halten und damit die meisten der knapp 100000 direkten und indirekten Arbeitsplätze weitestgehend zu erhalten". Die KSV Holstein hatte am 31. März wie viele andere deutsche Profiklubs einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, die Profispieler und -trainer verzichten zudem auf einen Teil ihres Gehaltes.

Viele Zweitligisten trainieren wieder

Am Montag stiegen auch zahlreiche andere Zweitligaklubs wieder ins Kleingruppentraining ein, nachdem sie von den entsprechenden Behörden die Genehmigungen erhalten hatten, darunter der Hamburger SV, der FC St. Pauli, Arminia Bielefeld, Erzgebirge Aue, die SpVgg Greuther Fürth und der 1. FC Nürnberg. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte am 31. März die Pause des Spielbetriebs bis einschließlich 30. April verlängert, gleichzeitig eine Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes ab 5. April vorbehaltlich behördlicher Erlaubnis aber gestattet. Bis dato hielten sich die Profis der KSV Holstein individuell fit.

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