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Holstein Kiel Duell zweier Unglücklicher
Sport Holstein Kiel Duell zweier Unglücklicher
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08:36 20.09.2016
Von Thomas Pfeiffer
Das Ende aller Holstein-Hoffnungen auf den direkten Zweitliga-Aufstieg: Am 16. Mai 2015 erzielt Michael Gardawaski (re.) das Tor zum 3:1-Endstand für den MSV Duisburg. KSV-Keeper Kenneth Kronholm und Patrick Kohlmann können den Treffer nicht verhindern. Quelle: imago
Kiel

Das Spiel brachte beiden Teams nicht wirklich Glück. Während die KSV im Relegationsdrama gegen 1860 München scheiterte, stieg der MSV in der Folgesaison sofort wieder ab. Und so kommt es am Dienstag (19 Uhr) im Duisburger Stadion mit dem sperrigen Namen Schauinsland-Reisen-Arena zum nächsten Kräftevergleich zwischen den Traditionsklubs, die ihre zumindest mittelfristigen Ambitionen auf die Zweite Liga selbstverständlich aufrechterhalten.

So bedeutungsschwer wie die Partie vor anderthalb Jahren ist die Begegnung des achten Drittliga-Spieltages natürlich nicht. Doch tiefenentspannt werden die beiden Mannschaften nach ihren jüngsten Niederlagen auch nicht auflaufen. Während die Westdeutschen nach dem 0:3 in Wehen Wiesbaden „nur“ die Tabellenführung an die – hört, hört! – Sportfreunde Lotte verloren, könnte das 0:1 der Kieler gegen den VfL Osnabrück schon ernstere Folgen haben. Im Falle einer weiteren Schlappe würden die Störche nämlich ihren angestrebten Zielraum, das obere Tabellendrittel, bis auf Weiteres nur von außen betrachten.

Anfang ist zuversichtlich

Die Ausgangslage bereitet dem neuen Holstein-Coach Markus Anfang allerdings keine Kopfschmerzen. „Von den vier Halbzeiten, die wir seit meinem Amtsantritt gespielt haben, waren drei richtig gut. Und in den 35 schlechten Minuten gegen Osnabrück ist ja nichts Schlimmes passiert“, erläuterte der 42-Jährige, der diese Schwächephase mit seinen Profis natürlich aufgearbeitet hat. „Den Spielern fehlte die Wahrnehmung für den freien Raum. Das haben sie beim Videostudium dieser Partie auch von allein ganz schnell erkannt“, ergänzte Anfang.

Das allgemeine Selbstvertrauen hat jedenfalls unter dem unglücklichen Verlauf des Duells mit den Veilchen nicht gelitten. „Wenn wir unsere Trainingsinhalte auf dem Platz umsetzen, dann werden wir in Duisburg punkten“ kündigte der Cheftrainer an, bat aber gleichzeitig um Geduld, denn die Mannschaft befinde sich ja noch in der Entwicklung. Bleibt zu hoffen, das diese heute nicht durch den aktuellen Ausfall diverser Spieler beeinträchtigt wird. Denn neben dem Langzeitverletzten Miguel Fernandes (Schlüsselbeinbruch) fehlen Niklas Hoheneder (Gelb-Rot-Sperre), Patrick Kohlmann (Hüftbeschwerden), Evans Nyarko (erlitt im Training einen Schlag auf das Knie) und Saliou Sane, dessen Erkältung sich nach dem Osnabrück-Spiel wieder verschlimmert hat. Für Hoheneder könnte Dominic Peitz erstmals nach seinem Innenbandriss wieder als „Sechser“ in die Startelf rücken. Für Kohlmann wäre der junge Linksverteidiger Arne Sicker ein positionsgetreuer Ersatz, wenn Kapitän Rafael Czichos nicht aus der Innenverteidigung abgezogen werden soll.

Selbstkritik bei den Zebras

Der Gegner ist unterdessen mit sich selbst hart ins Gericht gegangen. Mit „halber Kraft“, so Mittelfeldmann Zlatko Janjic, habe man bei Wehen Wiesbaden gespielt. Darüber hinaus beklagte MSV-Trainer Ilja Gruev fehlenden Kampfgeist, schlechte Chancenverwertung und harmlose Standards. „Gegen Kiel müssen wir uns wieder auf ein körperbetontes Spiel einstellen“, warnte Stürmer Kingsley Onuegbu. In dieser Pflicht steht auch Fabian Schnellhardt, der in der vergangenen Saison als MSV-Leihgabe mit seiner feinen Ballbehandlung im offensiven Mittelfeld von Holstein glänzte. Der 22-Jährige hat nun einen neuen Stammplatz gefunden: auf der „Sechs“, wo Edeltechnik allein nicht reicht...

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie das Spiel hier im Liveticker.

Das war ernüchternd: Die Niederlage gegen den VfL Osnabrück trotz eines ordentlichen Spiels zwingt Holstein Kiel in einen Lernprozess. Der neue Coach Markus Anfang muss das misslungene Heimdebüt aufarbeiten.

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Nein, seine berufliche Premiere verursacht ihm keine feuchten Hände. „Es geht nicht um mich, sondern um den Verein“, sagt Markus Anfang vor seinem Heim-Debüt als Profitrainer heute Abend (19 Uhr) gegen den VfL Osnabrück. Heute folgt gegen die Veilchen ein Spiel, das in die Kategorie „Wahrsager“ passt.

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