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Holstein Kiel Werner will Walters Wohnzimmer stürmen
Sport Holstein Kiel Werner will Walters Wohnzimmer stürmen
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07:02 19.10.2019
Von Marco Nehmer
Is heiß auf Zählbares beim Favoriten: Ole Werner will aus Stuttgart etwas mitnehmen. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

„Die Zusammenarbeit mit ihm hat großen Spaß gemacht. Er ist jemand, der sehr sympathisch und sehr offen ist“, sagt Werner über das erste Aufeinandertreffen (So., 13.30 Uhr, im KN-Liveticker) mit Tim Walter, den er im vergangenen Jahr als Störche-Chefcoach erlebt hatte. „Er hat einen coolen Humor und ist einer, mit dem man einfach gerne Zeit verbringt.“

Am Sonntag verbringen sie 90 Minuten miteinander. Vor erwarteten 53000 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena. „Dass unser Wiedersehen in diesem Rahmen stattfindet, hätte ich vor ein paar Wochen auch noch nicht gedacht.“

Ein Lächeln der Vorfreude huscht Ole Werner übers Gesicht. Ehrfurcht? Angst? Nein. „Das sind die Spiele, für die man das Ganze hier macht. Es ist für jeden ein Ziel, einmal vor so einer Kulisse spielen zu können“, sagt er. Das Gastspiel beim VfB, dem fünffachen Deutschen Meister und dreimaligen DFB-Pokalsieger, sei für den ganzen Verein ein besonderer Tag. „Das ist etwas, was sich vor vier, fünf Jahren kaum jemand hätte vorstellen können.“

Werners Plan? "Giftig und unangenehm sein"

Nun ist es Wirklichkeit. Genauso gehört aber zur Realität: Holstein braucht Punkte. Dringend. Die Vorzeichen, etwas aus Stuttgart mitzunehmen, stehen angesichts der Kräfteverhältnisse nicht besonders gut, das weiß auch Werner. „Dass wir da nicht als Favorit hinfahren, ist klar. Die Rollenverteilung ist eindeutig“, sagt er. Aber: „Wenn dann angepfiffen wird, spielt das alles keine Rolle mehr. Dann geht es darum, den eigenen Plan durchzubringen.“

Und die KSV hat sich dafür etwas zurechtgelegt. „Wir wollen giftig auftreten, ein unangenehmer Gegner sein“, sagt Werner. Wie das gelingen kann? Mit einem auf den Gegner zugeschnittenen Matchplan. Vorteil Holstein: Es gibt keine Geheimnisse. Walters Spielidee liegt vor den Störchen wie ein offenes Buch. „Diese Erfahrung binden wir mit ein in die Spielvorbereitung“, sagt Werner.

"Diese Kulisse kann uns auch enger zusammenrücken lassen"

Möglich, dass er mit Dreierkette agieren lässt, das Zentrum verdichtet und auf Gegenstöße in die sich ergebenden Räume setzt. Unter der Woche jedenfalls hat Werner mit seiner Mannschaft am Umschaltspiel gearbeitet. Personell kann er zudem aus dem Vollen schöpfen. Alle Spieler, mit Ausnahme des langzeitverletzten Jannik Dehm, sind an Bord. Auch die Nationalspieler, die von ihren Länderspielreisen in gutem Zustand zurückgekehrt sind.

So gehen sie es an, in Walters neuem Wohnzimmer. Ohne Furcht. Werner: „Diese Kulisse kann uns auch enger zusammenrücken lassen.“

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In der Fußball-Regionalliga Nord suchen die Holstein Women händeringend nach Konstanz. Die Women trennen nur drei Punkte vom vorletzten Platz. Gewinnen die Kielerinnen aber ihr Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Hamburger SV (So., 14 Uhr, Waldwiese), dann winkt der Sprung auf Platz drei.

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