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Holstein Kiel Holstein Kiel verliert 0:3 bei Union
Sport Holstein Kiel Holstein Kiel verliert 0:3 bei Union
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19:44 13.11.2019
Von Andrè Haase
Lion Lauterbach (li. Holstein Kiel) gegen die Berliner Florian Hübner, Felix Kroos und Anthony Ujah. Quelle: Michael Hundt
Berlin/Kiel

Für Holstein Kiel gibt’s an der Alten Försterei seit dem Zweitliga-Aufstieg 2017 nichts zu holen. Auch der dritte Versuch endete mit einer Niederlage. Im Test am Mittwochabend unterlagen die Störche vor 2541 Zuschauern dem Bundesliga-Aufsteiger Union Berlin verdient mit 0:3 (0:1). Nicht enttäuscht, aber auch nur wenige Glanzpunkte gesetzt und in den entscheidenden Sequenzen zweiter Sieger geblieben – die positiven Aspekte für die anstehenden Liga-Aufgaben hielten sich aus Holstein-Sicht in Grenzen.

Die Störche waren am Vormittag mit dem Zug in die Hauptstadt gereist. Ein kluger Plan, um Staus auf den Autobahnen zu entgehen. Dann aber kam die Fahrt mit dem Mannschaftsbus vom Bahnhof zum Stadion in Köpenick. Brutales Gedränge auf den Straßen, die letzten Meter bis zum Spielort brachten die Kieler Profis zu Fuß hinter sich. Der Anpfiff verzögerte sich um 23 Minuten.

Das Zuschaueraufkommen hielt sich derweil in der bei Bundesligaspielen stets ausverkauften Kult-Arena an der Wuhlheide an diesem winterlich kalten Abend in äußerst überschaubaren Grenzen. Ein Zustand, der die Organisatoren aber nicht davon abhielt, die berühmte Nina-Hagen-Hymne vom Band zu spielen. Erinnerungen wurden wach an die fantastische Atmosphäre bei den beiden Zweitligaduellen dieser Kontrahten 2017 und 2018 (3:4 und 0:2 aus Kieler Sicht).

Zielstrebigere, zweikampfstärkere und handlungsschnellere Berliner

Während die „Eisernen“-Fans auf den Rängen den Rhythmus zum Mitsingen und -schunkeln schnell gefunden hatten, benötigten die Akteure auf dem Rasen ein gewisse Anlaufzeit. Holstein-Cheftrainer Ole Werner, der erst am Spieltag vom Fußballlehrer-Lehrgang angereist war und nach Spielschluss wieder zurück nach Hennef aufbrach, musste auf seine Nationalspieler Jae-Sung Lee (Südkorea), Janni Serra und Salih Özcan (beide U21 des DFB) sowie die angeschlagenen „Jojo“ van den Bergh und David Atanga verzichten. Pech hatte zudem Mittelfeld-Youngster Finn Porath, der früh nach einem heftigen Zusammenprall mit Suleiman Abdullahi, stark am Kopf blutend, den Platz verlassen musste. Für ihn kam in der 19. Minute Philipp Sander.

Die ersten Chancen verbuchte der Erstligist durch knackige Schüsse von Ken Reichel (6.) und Sheraldo Becker (19.). Nach energischem Vorstoß traf Union-Außenverteidiger Julian Ryerson (22.) das Aluminium des Kieler Gehäuses.

In der 27. Minute brachte die Überlegenheit der zielstrebigeren, zweikampfstärkeren und handlungsschnelleren Berliner auch zählbaren Ertrag. Nach wuchtiger Kopfballvorlage von Florian Hübner ging Turbo-Sprinter Becker steil, überlief nach einem Rempler den schon zuvor und auch danach fehlerhaft agierenden Holstein-Kapitän Dominik Schmidt und schoss frei vor KSV-Keeper Dominik Reimann zur 1:0-Führung ein.

Die Köpenicker schlugen nach der Pause erneut zu

Nachdem der Niederländer Becker (30., 33.) zwei weitere Möglichkeiten ausgelassen hatte, feuerten die Nordlichter ihren ersten Warnschuss ab. Der tunesische Auswahlspieler Salim Khelifi (37.) zirkelte die Kugel aus aussichtsreicher Position nur knapp über das Ziel. 180 Sekunden später musste sich Moritz Nicolas zwischen den Pfosten des Union-Tores nach einem 16-m-Versuch von Lion Lauberbach mächtig strecken. Erste Signale des schwindenden Respektes auf Holstein-Seite?

Zunächst einmal mixte Werner seine Mischung aus Stammkräften und Akteuren mit bislang weniger Einsatzzeiten zu Beginn des zweiten Durchgangs noch einmal kräftig durch. Holstein bekam nun mehr Zugriff auf den Gegner, der allerdings auch in Sachen Konsequenz kurzzeitig nachließ. Als sich aber die Möglichkeit nach der ersten defensiven Kieler Unordnung der zweiten Halbzeit bot, schlugen die Köpenicker durch Ken Reichel (67.) zum zweiten Mal zu.

Bei ihrer nächsten Offensivaktion hatten die Störche den Anschlusstreffer auf dem Fuß, „Emma“ Iyoha (69.) schmetterte den Ball aber nur ans Außennetz. Anders die Berliner, die per Konter durch Julius Kade den Schlusspunkt zum 3:0 setzten.

Union Berlin: Nicolas – Maloney (46. Schlotterbeck), Hübner, Rapp – Ryerson, Schmiedebach (81. Opfermann), Kroos (73. Kade), Reichel – Abdullahi (16. Flecker), Ujah, Becker (65. Bülter).

Holstein Kiel: Reimann – Todorovic (46. Neumann), Schmidt (46. Fleckstein), Thesker (46. Wahl), Seo – Ignjovski (64. Meffert) – Mühling (46. Eberwein), Porath (19. Sander) – Khelifi (64. Iyoha), Lauberbach (46. Hanslik), Baku.

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin) – Tore: 1:0 Becker (27.), 2:0 Reichel (67.), 3:0 Kade (80.) – Zuschauer: 2541.

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