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Holstein Kiel Holstein Kiel: Wie geht es weiter für Ole Werner?
Sport Holstein Kiel Holstein Kiel: Wie geht es weiter für Ole Werner?
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11:13 22.10.2019
Von Marco Nehmer
Hat seine Karten mit dem Coup in Stuttgart noch einmal verbessert: KSV-Coach Ole Werner. Quelle: dpa
Stuttgart/Kiel

Am Tag nach dem großen Triumph ruht die Förde still. Holstein Kiel, mit einem in jeder Hinsicht großen Sieg beim VfB Stuttgart zurückgekehrt, holt Luft. Für die nächsten Aufgaben in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Denn nach dem 1:0-Überraschungssieg beim Aufstiegsfavoriten aus dem Schwabenland um Ex-Trainer Tim Walter geht es schon am Freitagabend weiter. Gegen den VfL Bochum (18.30 Uhr), den die Störche nun überflügelt haben, kann der Coup veredelt werden. Ein Coup, für den es eine große Portion Glück brauchte. Aber auch den fast perfekten Matchplan von Ole Werner, dem Noch-Interimstrainer. Ein Bewerbungsschreiben für den Chefposten.

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Die Mannschaft jedenfalls sieht keinen Anlass mehr, mit dem eigenen Wunsch hinterm Berg zu halten. Klar wie nie fasste Hauke Wahl noch im Innenraum der Mercedes-Benz Arena diesen Wunsch in Worte: „Für mich gibt es keine Argumente mehr gegen Ole.“ Ein Manöver, das er, der Kapitän von Holstein Kiel, mit dem Mannschaftsrat und den Führungsspielern abgestimmt haben dürfte. Die Störche wollen Ole Werner. Nur: Was will Sportdirektor Uwe Stöver, Nachfolger des von Wahl im Namen der Mannschaft ausdrücklich für seine Rolle bei der Installation von Werner gewürdigten Fabian Wohlgemuth?

Kommentar

Marco Nehmer zu Ole Werner

„Es gibt noch keine Wasserstandsmeldung“, wiederholte Uwe Stöver am Montag seine Aussagen der vergangenen zwei Wochen. „Wir befinden uns weiterhin im Austausch und werden gemeinsam eine für den Verein tragfähige Lösung präsentieren.“ Zum Wann machte er keine Angaben. Die Mannschaft, Ole Werner und die Fans müssen sich also weiter gedulden – trotz des Sieges in Stuttgart.

Holstein Kiel: Uwe Stöver steht unter Handlungsdruck

Ole Werner selbst ließ schon nach dem Abpfiff durchblicken, dass es noch dauern könnte. „Es geht um eine Lösung, die nicht an einzelnen Spielen oder Ergebnissen festgemacht wird“, sagte er. Im Vordergrund stehe viel eher die Leistung, vor allem aber die Doppelbelastung durch die Fußballlehrer-Ausbildung, so Werner. „Da wird dieses Spiel grundsätzlich nichts dran ändern.“

Trotzdem: Ein Spiel wie jenes in Stuttgart schürt Hoffnungen. Und Erwartungen. Das Resultat und die Stimmen aus der Mannschaft bringen Uwe Stöver unter einen gewissen Handlungsdruck. Oder: in die Zwickmühle. Schenkt er Werner vorschnell das langfristige Vertrauen, beraubt er sich anderer Optionen und geht das Risiko ein, Werner zu viel aufzubürden. Im Frühjahr legt er seine Prüfungen in Hennef ab. In einer Phase, die für Holstein sportlich kritisch werden könnte. Der Abstiegskampf könnte dann in seine ganz heiße Phase eintreten, sollten sich die Störche bis dahin nicht schon ins Mittelfeld abgesetzt haben.

Setzt Stöver aber zeitig auf einen externen Trainer, droht das gerade im Entstehen befindliche Gebilde wieder auf seine Grundmauern zurückzustürzen. Ein neuer Trainer, ein neuer Ansatz. Er wäre nach Tim Walter, André Schubert und Ole Werner der vierte binnen eines Halbjahres. Ohne Garantie auf Erfolg. Was die Mannschaft davon hält, hat Kapitän Wahl indirekt durch seine Aussage dokumentiert.

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Dass in Stuttgart Markus Kauczinski im Stadion war, regt aber zumindest zu Spekulationen an. Laut Stöver, der mit dem derzeit vereinslosen Trainer bis April beim FC St. Pauli zusammengearbeitet hatte, soll es sich dabei lediglich um einen Freundschaftsbesuch gehandelt haben. Und Kauczinski, der im nahen Karlsruhe lebt, kenne schließlich auch Walter aus gemeinsamen Zeiten beim KSC. Nur: Kauczinski hätte jedes zweite Wochenende die Möglichkeit, Tim Walter in Stuttgart zu besuchen.

Eine Möglichkeit, sich aus der Zwickmühle zu befreien, bleibt weiterhin die Verlängerung der Interimslösung bis zum Winter – eine Überlegung, die schon Fabian Wohlgemuth in Betracht gezogen hatte. Zeit wäre nach dem Spiel in Sandhausen (22.12.) genug, um bis zum Start der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte noch einmal alle Argumente auf den Tisch zu bringen, die sportliche Situation und den sich dann abzeichnenden Prüfungsstress zu bewerten.

Für den Moment jedenfalls stimmt es zwischen Ole Werner und den Profis. Werner gibt den Kurs vor, die Mannschaft folgt. In Stuttgart brauchte sie Leidensfähigkeit, Glück und einen ausgezeichneten Matchplan. Der Sieg war ihr Werk. Aber auch das von Ole Werner.

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