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Holstein Kiel Was aus Holsteins Leihspielern wurde
Sport Holstein Kiel Was aus Holsteins Leihspielern wurde
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08:35 16.11.2019
Von Marco Nehmer
Hat derzeit allen Grund zum Jubeln: Lászlo Bénes (Mitte) ist mit Borussia Mönchengladbach auf Erfolgskurs. Quelle: dpa
Kiel

Es gehörte nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, was aus ihm einmal werden könnte. Wenn Lászlo Bénes im Training bei Holstein Kiel mit seinem linken Fuß die Bälle geküsst hat, war es Liebe. Ein begnadeter Fußballer, der sein Können nicht in jedem Spiel abrief. Der aber immer in der Lage schien, aus dem Nichts etwas kreieren zu können. Ein Slowake im Storchennest – unterm Strich eine Erfolgsstory. Die ihre Pointe jetzt erst so richtig preisgibt: Der Umweg über die Zweite Liga hat Lászlo Bénes auf die Überholspur der Ersten Liga geführt.

Denn bei Borussia Mönchengladbach – seinem Stammverein, den Bénes im Winter auf Leihbasis in Richtung Kiel verlassen hatte und zu dem er vor der laufenden Saison zurückgekehrt war – ist der 22-Jährige mittlerweile Stammspieler. Mit seiner Übersicht, der klinischen Präzision seiner Pässe, den herausragenden Standards hat sich der offensive Kreativgeist in der Elf von Trainer Marco Rose festgespielt. Er ist gekommen, um zu bleiben.

Siebenmal stand Bénes in der Startelf, dreimal wurde er eingewechselt. Lediglich am sechsten Spieltag saß er beim 3:0-Sieg in Hoffenheim 90 Minuten auf der Bank. Bénes ist einer, auf den Rose nicht verzichten will. Und für den er in seinem 4-3-3 mit der Achter-/Zehner-Hybridrolle die ideale Position geschaffen hat. Das Resultat: vier Torvorlagen und noch mehr Toreinleitungen durch seine Übersicht und sein extrem sauberes Spiel. Vorsprung durch Technik.

Der Mann mit der Musik im Fuß

Dass er besondere Dinge kann, deutete Bénes schon in Kiel an. „Er hat Musik im Fuß, das ist unglaublich“, hatte der damalige KSV-Cheftrainer Tim Walter gestaunt. Musik im Fuß – das waren im Übrigen genau die Worte, mit denen Hasan Salihamidzic, Sportdirektor des FC Bayern, Ende August Neuzugang Mikaël Cuisance beim Rekordmeister vorstellte. Jenen Spieler, der in Mönchengladbach einen unrühmlichen Abgang hingelegt und damit den Weg für Bénes geebnet hatte.

Cuisance ist bei den Bayern nicht einmal zweite Wahl. Und Lászlo Bénes steht mit den Fohlen an der Tabellenspitze – auch wenn die Verteidigung des ersten Platzes am vergangenen Spieltag weh tat. Bénes wurde beim 3:1-Sieg über Werder Bremen von Nuri Sahin rüde gefoult. Diagnose: Prellung des Sprunggelenks. Die Länderspiele mit der Slowakei verpasst er. Aber es gibt Hoffnung, dass er am kommenden Spieltag bei Union Berlin (23.11.) wieder auf dem Platz steht. Um die Musik in seinem Fuß einmal mehr erklingen zu lassen.

Die Leihe nach Kiel war ein Erfolg – für alle Seiten. Dass es nicht immer so läuft, zeigt ein Blick auf die anderen Holstein-Leihspieler aus der vergangenen Saison. Am ehesten noch läuft es für Masaya Okugawa. Der dribbelstarke Japaner gehört bei RB Salzburg zum erweiterten Stammpersonal, stand bislang sechsmal in der Liga in der Startelf und sammelte in der Champions League zwei Kurzeinsätze. Vier Tore und vier Assists sind eine gute Quote, seit Mitte Oktober ist Okugawa aber ein wenig außen vor.

Seydels Leidensweg nimmt kein Ende

Mathias Honsak zog es nach seiner Leihe zu Darmstadt 98. Ein Muskelfaserriss setzte ihn einige Wochen außer Gefecht, seine 270 Einsatzminuten für die Lilien sind zu wenig, um Aussagekraft zu entfalten. Franck Evina, von den Bayern ausgeliehen und in Kiel ziemlich erfolglos, zog es in die Dritte Liga zum KFC Uerdingen. Dort begann er furios mit vier Toren in vier Spielen. Mittlerweile wartet Evina aber seit dreieinhalb Monaten auf einen Treffer.

In der Dritten Liga ist auch Patrick Kammerbauer angekommen. Der Freiburger, Leihvertrag vorzeitig aufgelöst, wurde nach Braunschweig weiterverliehen, kommt dort zumindest auf seine Minuten. Anders als Yann-Aurel Bisseck, dessen Leihe ebenfalls abgebrochen wurde. Der vom 1. FC Köln in die Niederlande zu Roda Kerkrade verliehene Innenverteidiger kam nach langer Fußverletzung bisher einmal für die zweite Mannschaft zum Einsatz.

Vom Radar verschwunden ist indes Aaron Seydel. Seit sieben Monaten ist der nach Mainz zurückgekehrte Stürmer mit Fersenproblemen raus. Rückkehr ungewiss. So bleibt Lászlo Bénes einstweilen der einzige Volltreffer. Aber was für einer.

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