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Holstein Kiel So denkt Finn Porath über den HSV
Sport Holstein Kiel So denkt Finn Porath über den HSV
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15:00 08.11.2019
Von Marco Nehmer
Voller Fokus, volles Pfund: Holsteins Sommerneuzugang Finn Porath trifft am Sonnabend auf seinen Ex-Klub aus Hamburg. Quelle: Noah Wedel
Kiel

Er kommt langsam in Fahrt. Zehn Minuten beim VfB Stuttgart, fünf in Bielefeld, im Pokal immerhin eine ganze Halbzeit plus Verlängerung – Finn Porath hat den Vorwärtsgang eingelegt. Langsam, aber sicher geht es voran, im Herbst 2019 ist der im Sommer zum Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel gewechselte 22-Jährige zumindest eine der ersten Einwechsel-Optionen. Auch am Sonnabend gegen den Hamburger SV (13 Uhr, im KN-Liveticker) winken ihm Einsatzminuten. Minuten, in denen sich jeder einzelne Sekundenzeigerschlag für ihn besonders anfühlen dürfte.

"Ich versuche, mich ganz normal auf das Spiel vorzubereiten, aber trotzdem ist es für mich das außergewöhnlichste Spiel der Saison", sagt Porath. "Wenn ich spielen dürfte, wäre das eine Riesensache für mich." Aus gutem Grund – der Mittelfeldspieler hat fast die Hälfte seines jungen Lebens beim HSV verbracht. Erst im Sommer, mit seinem Transfer an die Förde nach zwei Leih-Saisons in Unterhaching, hat er den ehemaligen Bundesliga-Dino auf dem Papier verlassen. Hamburg prägt. Bei manchen fürs Leben.

Steckbrief: Das ist Finn Porath

Finn Porath

Geburtsdatum: 23. Februar 1997 

Geburtsort: Eutin

Position: zentrales Mittelfeld

Vertrag bei Holstein bis: 30.06.2021

Bisherige Vereine: SF Herrnburg (bis 2009), VfB Lübeck (2009/10), Hamburger SV (2010-2017), SpVgg Unterhaching (2017-2019/Leihe)

Finn Porath: "Das war mein Zuhause - und zwar wirklich"

„Es ist schon ein Stück Heimat“, sagt Porath über den Hamburger SV. "Ich bin mit 14 ins Internat in Norderstedt gezogen, das war für vier Jahre mein Zuhause – und zwar wirklich mein Zuhause." Porath, der Rohdiamant, spielte sich beim HSV in die U17, in die U19, lief in der U23 in der Regionalliga Nord auf – bis er es im Januar 2016 erstmals in den Bundesliga-Kader schaffte. 90 Minuten auf der Bank gegen den FC Bayern. Im November 2016 dann seine erste – und bis heute einzige – Erstliga-Spielminute: Kurzeinsatz in der Nachspielzeit gegen Hoffenheim, eingewechselt für Nicolai Müller.

2017 ging es nach Bayern zum Drittligisten Unterhaching auf Leihbasis, im Juni 2019 dann fest vom HSV zu Holstein. Eine holprige Vorbereitung, einen schwachen Saisonstart, einen Trainerwechsel und einen Muskelfaserriss später ist Finn Porath endlich da, wo er hinwill: nah an der ersten Elf, nah am Geschehen.

"Ich fühle mich im Moment sehr gut und versuche, jeden Tag hart zu arbeiten und dem Trainer zu zeigen, dass ich bereit bin zu spielen", sagt der Blondschopf mit dem strammen Schuss, der lange nicht über 45 Minuten beim Saisonauftakt gegen Sandhausen (2:2) und einen Kurzeinsatz im Pokal in Salmtal hinausgekommen war.

Nordderby KSV gegen HSV: "Wir sind nicht unterlegen"

Jetzt ist er da – und er ist heiß auf das Duell mit seinen ehemaligen Kollegen. Mit Bakery Jatta, Gideon Jung oder Tom Mickel hatte er selbst noch zusammengespielt. "Wir haben schon gezeigt, dass wir eklig sein können, wenn wir zu 100 Prozent als Mannschaft auf dem Platz stehen. Und dann haben wir unsere Qualität, um auch mal in Führung zu gehen", sagt Porath über das Spiel gegen den Spitzenreiter. "Wir sind nicht unterlegen. So müssen wir das Wochenende angehen – im Wissen, dass wir eine sehr gute Leistung brauchen, aber auch im Wissen, dass wir gewinnen können."

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Und wie er die Situation bei seinem Ex-Verein sieht? Der neue Coach Dieter Hecking scheine dem HSV gut zu tun, sagt Porath mit Blick auf die Stimmungslage in Hamburg. "Man merkt, dass zum Beispiel nach einer Derby-Niederlage nicht direkt Feuer drin ist, wie das zu anderen Zeiten noch der Fall war." Porath meint damit das 0:2 des HSV im September beim FC St. Pauli.

Jetzt, nach dem Pokal-Aus und dem Punktverlust in Wiesbaden (1:1) kommt es für die Hamburger zum nächsten Derby. Kippt die Stimmung in Hamburg, wenn es gegen die KSV nicht läuft? "Allgemein glaube ich, dass durch Dieter Hecking jetzt viel mehr Ruhe im Verein ist", sagt Porath. "Vielleicht kommt aber Unruhe rein, wenn sie bei uns verlieren." Porath lacht dabei, aber er meint es ernst.

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