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Holstein Kiel Hat Holstein den Systemvorteil?
Sport Holstein Kiel Hat Holstein den Systemvorteil?
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09:09 17.10.2019
Von Marco Nehmer
Zwei, die gegen den VfB einen Plan haben: Kapitän Hauke Wahl (li.) und Trainer Ole Werner. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Hauke Wahls Smartphone bleibt dieser Tage still. Atakan Karazor und Tim Walter? Die müssen warten. „Wenn ich jetzt mit jedem Kontakt hätte, den ich gerne mag, würde ich nicht mehr zum Trainieren kommen“, sagt Wahl mit einem Lachen. „Ich freue mich aber darauf, nach dem Spiel Ata und Tim wiederzusehen. Wir hatten eine erfolgreiche und gute Zeit zusammen.“

Hauke Wahl sieht in der Partie beim VfB Stuttgart eine Standortbestimmung

Vor dem Auswärtsspiel von Holstein Kiel beim VfB Stuttgart (So., 13.30 Uhr, im KN-Liveticker) um den früheren Kollegen Karazor und Ex-Trainer Walter ist die Konzentration bei den Störchen komplett aufs Sportliche gerichtet. Der Schwere der Aufgabe und dem Ernst der eigenen Situation zum Trotz sieht man sich bei der KSV nicht chancenlos gegen den Topfavoriten auf den Aufstieg in die Bundesliga. „Es ist nach der Länderspielpause eine Standortbestimmung. Und wir können und wollen auf uns aufmerksam machen“, sagt Wahl.

Er selbst hat in der vergangenen Saison, in der kurzen Kieler Walter-Ära, mehr denn je auf sich aufmerksam gemacht. Wahl reifte im dominanten Spielsystem zum verkappten Spielmacher auf der Innenverteidiger-Position, sorgte durch die von Walter gewollten Vorstöße in den Sechserraum für Aufsehen, glänzte durch seine Spielintelligenz. Ein Jahr, das seine Spuren im Guten hinterlassen hat. „Die Zeit unter Tim Walter hat uns spielerisch auf eine andere Stufe gehoben“, sagt Wahl. „Tim hat uns kompletter gemacht. Wir können jetzt mehrere Spielstile bedienen. Das kommt uns zugute.“

Wahl zitiert Kalle Neitzel: "Der Chef ist die Situation"

Kann es der KSV auch am Sonntag zugute kommen? Immerhin kann ein Großteil der Mannschaft Walters Spielidee im Schlaf runterbeten. Agenten in eigener Sache. „Wir wissen natürlich, welche Systeme in der vergangenen Saison eklig zu bespielen waren. Vielleicht bekommen wir das rein“, sagt Wahl, der da ganz dem Gespür von Trainer Ole Werner vertraut: „Wir werden uns wie in jeder Woche einen Matchplan zurechtlegen. Wir werden uns etwas überlegen.“

Ob er selbst, Walters ehemaliger Schlüsselspieler in der Hintermannschaft, der Kieler Sturmreihe den Code zum Knacken der Stuttgarter Verteidigung mit an die Hand geben kann? Nein, etwa mit schablonenhaftem Anlaufverhalten sei es nicht getan. Hauke Wahl zitiert dabei einen seiner Ex-Trainer: „Kalle Neitzel hat immer gesagt: ‚Der Chef ist die Situation‘. Die Jungs müssen im Spiel einfach ein Gefühl für diese Situationen entwickeln.“

Die Stuttgarter Spieler hätten, so Wahl, allerdings „so viel Qualität, dass sie jede Situation lösen können. Wir müssen einfach schauen, dass wir es ihnen so schwer wie möglich machen.“

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Atakan Karazor sollte beim VfB Stuttgart die tragende Rolle übernehmen, die er unter Tim Walter schon bei Holstein Kiel ausgefüllt hatte. Nur: Beim Fußball-Bundesliga-Absteiger ist alles um einige Nummern größer als an der Förde. Wo Karazor vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub steht.

Marco Nehmer 16.10.2019

In einer anderen Tabellenkonstellation wäre es ein Highlight zum Genießen - so aber ist es für Holstein Kiel ein unangenehmer Gang. Das Spiel in der Zweiten Fußball-Bundesliga beim VfB Stuttgart am Sonntag wird schwer. Tim Walter hat am "Ländle" eine neue Dominanzmaschine gebaut - mit Schwächen.

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