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Holstein Kiel Wirbel um begrenzten Kartenverkauf
Sport Holstein Kiel Wirbel um begrenzten Kartenverkauf
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20:00 28.07.2014
Von Niklas Wieczorek
Hansa-Fans sorgten im Dezember 2013 für Aufruhr im Holsteinstadion. Nun erhalten gebürtige Rostocker für das Duell am Mittwoch kommender Woche nur Karten für den Gäste-Block. Quelle: Volker Rebehn
Kiel

Die Drittliga-Partie ist als Hochrisikospiel eingestuft, etliche Gäste-Fans gelten als gewaltbereit. Bei der vergangenen Begegnung am 21. Dezember waren Holstein Kiel und die Polizei allerdings zufrieden mit dem Empfang der Hansa-Schlachtenbummler. „Ich denke, dass wir die wieder genauso im Griff haben werden“, sagte Holstein-Fanbeauftragter Malte Reddel.

 Am Mittwochnachmittag hat die Polizei in Kiel ihre Einsatzbesprechung. Laut Pressesprecher Bernd Triphahn plane man den „Kräfteeinsatz ähnlich wie im letzten Jahr“. Damals hatten 600 Beamte, große Kontingente der Bundespolizei und Wasserwerfer für Aufsehen gesorgt. Es war der größte Polizeieinsatz der vergangenen Jahre in Kiel. In der Stadt blieb es weitestgehend ruhig, im Stadion jedoch nahmen Rostock-Fans den Verkaufsstand in ihrem Block auseinander. „Die Bude haben wir zurückgebaut“, berichtet KSV-Geschäftsführer Wolfgang Schwenke. Ein stabiler Container sei jetzt installiert, der Verkauf erfolge nach dem Prinzip: „Erst das Geld, dann die Ware.“

 Für Wirbel sorgt aktuell die Maßgabe, den Kartenverkauf für die Holstein-Blocks im Stadion einzuschränken: „Die Zuschauer können nur bei uns im Fanshop die Karten kaufen“, erläutert Schwenke. Ausnahme: „Diejenigen, die in Rostock geboren sind.“ Eine umstrittene Entscheidung. Diese sei gefallen, so Schwenke, nachdem vor dem vergangenen Duell beider Klubs Rostocker Anhänger Karten für die Kieler Fanblöcke erstanden hatten, da die Tickets für den Gästebereich an der Warnow schnell ausverkauft waren. Hansa-Fans, die sich zu erkennen gegeben hatten, hätten daraufhin von den Holstein-Unterstützern getrennt und in den Gästeblock verwiesen werden müssen, erinnert sich Schwenke.

 Doch am Dienstag sorgten Meldungen, dass nicht nur Rostockern, sondern auch anderen Ostdeutschen der Ticketerwerb am Holsteinstadion versagt worden sei, für Unmut. Entscheidet etwa die Herkunft aus den neuen Bundesländern über den Zugang zum Stadion? Das wiederum könnte KN-Leser Martin Vollack absolut nicht akzeptieren. Wenn Geburts- oder Wohnort über den Erhalt von Tickets bestimmten, sei dies „Willkür“ und „sehr fragwürdig“.

 Schwenke kann solche Vorwürfe nicht nachvollziehen. Es könne sein, dass das vorgekommen sei, aber es entspräche nicht der Vorgabe. Und diskriminierend sei diese schon gar nicht gemeint, sagte Schwenke gestern: „Es geht nur darum, dass wir unseren Zuschauern Sicherheit gewähren.“ Wenn die Fans von Wehen Wiesbaden ein solches Gefahrenpotenzial besäßen, würde Holstein die gleichen Maßnahmen treffen. „Die ostdeutschen Fans sind nicht allgemein gewaltbereiter, sondern in der jüngsten Vergangenheit auffälliger“, fasst Schwenke mit Blick auf die Ligakonkurrenten Hansa Rostock und Dynamo Dresden zusammen.

 KSV-Fanbeauftragter Reddel beurteilt diese Einschränkung nicht so dramatisch. Störche-Fans aus Rostock hätten die Möglichkeit, sich von Kieler Freunden eine Karte kaufen zu lassen. Wem dies misslinge, „der hat es auch organisatorisch verpennt“, so Reddel.„Sicher gab es einige nicht so schöne Mails, aber bei so einem Spiel kann man es nicht allen recht machen.“

 Martin Zandeck, Holstein-Sicherheitsbeauftragter erwartet am Mittwochabend weniger Rostocker: Die meisten kämen aus dem Umland der Hansestadt und nach der Partie nicht mehr per Bahn nach Hause. Hansa-Pressesprecher Lorenz Kubitz betont daher, dass die meisten Rostocker Fans mit Autos in die Landeshauptstadt fahren werden. Das könnte allerdings Probleme verursachen: Der Shuttle-Busverkehr vom Bahnhof zum Stadion war noch im Dezember ein Sicherheitsfaktor.

 Zum Ticketverkauf der KSV Holstein will man sich in Rostock dagegen nicht äußern. Kubitz: „Leider sind die Kontingente bei bestimmten Spielen schnell vergriffen, so auch in diesem Fall. Die Verfahrensweise am Standort Kiel obliegt den dortigen Verantwortlichen.“

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