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Holstein Kiel Das kommt in Stuttgart auf die KSV zu
Sport Holstein Kiel Das kommt in Stuttgart auf die KSV zu
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08:35 16.10.2019
Von Marco Nehmer
Empfängt am Sonntag zum ersten Mal die "Ex" in Stuttgart: VfB-Coach Tim Walter. Quelle: dpa
Kiel

Er darf vorerst weitermachen. Und er macht. Ole Werner, Interimscoach von Holstein Kiel, arbeitet die Vorbereitung auf den kommenden Spieltag ab, als gäbe es die Diskussionen um ihn, um den Trainerstuhl, um die grundsätzliche sportliche Ausrichtung beim abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten gar nicht. Werner arbeitet. Wissend, dass er nur so seine Aktien verbessern kann, um auch über den kommenden Spieltag hinaus noch Trainer der Profis zu sein. Sportdirektor Uwe Stöver wägt noch ab, zögert wegen der unklaren Auswirkung der Doppelbelastung durch die Fußballlehrer-Ausbildung mit einer Entscheidung. Ein gutes Spiel am Sonntag (13.30 Uhr, im KN-Liveticker) wäre ein weiteres aussagekräftiges Bewerbungsschreiben von Werner.

Der VfB Stuttgart hat den höchsten marktwert aller Zeiten

Der Haken an der Sache: Es geht zum VfB Stuttgart. Jenem VfB, dessen Kader den mit Abstand höchsten Marktwert aller Verein in der Zweiten Liga hat (83,8 Millionen Euro laut transfermarkt.de). Jenem VfB, der punktgleich mit dem Hamburger SV (je 20 Zähler) an der Spitze der Tabelle thront. Jenem VfB, der jeden Gegner der Liga mit fast grenzenloser spielerischer Überlegenheit erdrückt. Der den Stil von Holstein Kiel aus dem Vorjahr spielt. Den Stil jener Saison, in der keiner, wirklich keiner gern gegen die Störche ran wollte. Als das Getriebe von Tim Walters Dominanzmaschine so manchen Kontrahenten erbarmungslos verschluckte.

Diese Maschine steht nun im „Ländle“. Sie spuckt zwar nicht immer das gewünschte Ergebnis aus. Aber unter der Motorhaube ist sie allen überlegen. Die Zahlen erinnern stark an das Kieler Vorgängermodell: Der VfB Stuttgart hat unter Walter die meisten Ballkontakte der Liga (780 pro Spiel), hat die beste Passquote (88 Prozent), gehört auch bei der Laufleistung zu den Top Drei der Spielklasse (im Schnitt 117,32 Kilometer pro Spiel).

Erinnerungen an ertraglose Kieler Dominanz

Das irrwitzige Waltersche Positionsspiel fand seinen vorläufigen Höhepunkt am vergangenen Spieltag gegen Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden – ausgerechnet bei der ersten und bisher einzigen VfB-Pleite in dieser Saison (1:2). Gerade in der zweiten Hälfte spielten sich die Stuttgarter in einen Rausch der Rekorde, hatten am Ende 84,5 Prozent Ballbesitz – neuer Zweitliga-Bestwert. Sie spielten 826 Pässe, eine doppelt so hohe Passquote wie der Gegner (90 Prozent), gaben 29 Schüsse ab, trafen viermal den Pfosten – aber eben nur einmal ins Tor.

„Heute hätten wir, glaube ich, noch vier Stunden spielen können, wir hätten kein Tor geschossen“, sagte Tim Walter zur zweiten Halbzeit. Auch das kommt dem aufmerksamen Beobachter der Kieler Vorsaison irgendwie bekannt vor. Stilbildend war hier sicherlich die absurde 0:1-Niederlage im Achtelfinale des DFB-Pokals im Februar 2019.

Holstein Kiel braucht Glück und einen Matchplan

Dominanz ist nicht alles. Man kann sie aushebeln – auch wenn es dafür bisweilen das nötige Glück braucht. Holstein wird am Sonntag Glück brauchen, muss aber auch – das ist die Basis – das eigene Spiel durchziehen. Ole Werner arbeitet an einem Matchplan, die Mannschaft zog auch am Dienstag hochmotiviert mit. Keine Furcht vor unlösbaren Aufgaben.

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