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Nachrichten: Reitsport Endlich wieder Turnieratmosphäre
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Endlich wieder Turnieratmosphäre
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12:17 08.06.2020
Von Tara Gottmann
Karolin Bretschneider aus Schwentinental reitet mit ihrem Cessino drei Springen beim Reitturnier in Landgraben. Quelle: Tara Gottmann
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Schönkirchen-Landgraben

„Wir können doch nicht alle den Kopf in den Sand stecken“, betont Herbert Nahnsen vom Reiterhof Landgraben. Traditionell richtet die am Hof ansässige Reitergemeinschaft jedes Jahr am ersten Juniwochenende ein Reitturnier aus. Nun kam Corona dazwischen. Eine Veranstaltung nach der anderen wurde abgesagt. Nicht so in Landgraben.

Anstatt zu Fuß den Parcours abzugehen, guckt Mia Muerköster (Probsteierhagen) im Sattel ihres Pferdes Last Man's Chocolate Pie, in welcher Reihenfolge die Sprünge anzureiten sind.

Die Spring- und Dressurprüfungen wurden auf zwei Wochenenden aufgeteilt, um weniger Personen gleichzeitig auf dem Turniergelände zu haben. „Wir haben sechs Tage volles Programm und damit auch in fast allem doppelte Kosten“, macht Nahnsen deutlich. Eine Absage kam nicht in Frage: „In der ganzen Turnierplanung steckt bereits seit dem vergangenen Jahr so viel Mühe, wir hatten so viel damit zu tun. Da wollten wir es irgendwie hinbekommen und haben viel durchgesprochen.“

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Obwohl bewusst keine Sponsoren angeschrieben wurden, haben einige trotzdem Geld überwiesen: „Das freut uns sehr.“ Um eine Sondergenehmigung zu bekommen, musste ein ausführliches Konzept zur Einhaltung der Corona-Richtlinien vorgelegt werden. „Der Ablauf ist gut, es haben sich fast alle von alleine dran gehalten. Die Leute haben den Ernst der Lage begriffen, und das Feedback war sehr positiv“, so Nahnsen. Sogar ein Gastronomiezelt und zwei Imbisswagen wurden genehmigt. Anders als beispielsweise beim zeitgleichen Reitturnier in Schülp bei Rendsburg, bei dem keine Verpflegung angeboten wird.

Am vergangenen Wochenende standen vor allem Springen, sowie Prüfungen für Nachwuchspferde auf dem Programm. An zwei Turniertagen war Karolin Bretschneider vom Reiterverein Dobersdorf-Schönkirchen mit ihrem Wallach Cessino am Start. „Es ist viel wert, dass man diese Turnieratmosphäre an sich wieder hat. Zwar konnte eine Zeitlang kein Unterricht stattfinden, aber trotzdem kann man so den Trainingsstand von Pferd und Reiter zeigen. Wir sind zwar Amateure, aber natürlich trainiert jeder darauf hin, auch zu zeigen, was man gelernt hat.“ Besonders gut: „Dadurch, dass man auf dem Turnier die bekannten Gesichter wieder sieht, verspürt man ein Stück Normalität. Die meisten der traditionellen Turniere fallen weg, da ist es super, dass es in Landgraben losgehen konnte. Noch dazu war der Platz top.“

Eher ungewöhnlich, aber normal bei einem Reitturnier unter Corona-Bedingungen: Parcoursbesichtigungen finden zu Pferde statt.

Zuschauer sind nicht zugelassen
Dabei läuft das Turnier unter strengen Auflagen ab: Ohne Anwesenheitsnachweis darf niemand das Gelände betreten. Zugelassen sind ohnehin nur Reiter und jeweils eine Begleitperson. Zuschauer dürfen nicht auf den Turnierplatz. Auf dem Parkplatz, wo sonst Hänger an Hänger nebeneinander aufgereiht sind, muss nun ein Abstand von fünf Metern gewahrt werden. Die einzelnen Turnierteilnehmer sollen 1,50 Meter voneinander entfernt bleiben. Dies wird auch alle Turniertage mehrfach durch die Lautsprecher durchgegeben.

Statt zur Meldestelle zu gehen, um eine Startliste zu bekommen, schauen Karolin Bretschneider und die anderen Reiter online nach Start- und Ergebnislisten. Auch das Parcoursabgehen findet zu Pferd statt, eigentlich unüblich in den meisten Springprüfungen. Nach ihrem Ritt geht es nach einer Schrittpause direkt zum Parkplatz und zurück nach Hause. Auf eine Siegerehrung muss verzichtet werden. Geld- oder Ehrenpreise gibt es genauso wenig wie Turnierschleifen. „Das mit den fehlenden Schleifen finde ich richtig schade“, so Bretschneider.

Am kommenden Wochenende soll es weitergehen. Von Freitag bis Sonntag wird in der Dressur vom Pony-Führzügelwettbewerb bis zur Klasse M* geritten.

Das Nennungsergebnis ist sehr gut: „Vor dem Nennungsschluss haben wir die Prüfungen auf höchstens 60 Starter begrenzt, damit es nicht zu viele werden“, erklärt Meldestellenchef Jürgen Taudien. An beiden Turnierwochenenden zusammen sind es knapp 1800 Nennungen. „Es ist schon ein kleines Geisterturnier, das richtige Ambiente fehlt mir. Auf Dauer würde ich das nicht gut finden.“
Die Ergebnisse des Turniers finden Sie hier.

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