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Nachrichten: Reitsport Lüneburgs dritter Streich
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Lüneburgs dritter Streich
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08:58 03.06.2019
Von Jessica Bunjes
Fehlerfrei und Schnellster im Stechen: Der Hetlinger Nisse Lüneburg auf Cordillo gewinnt zum dritten Mal das Deutsche Springderby. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Hamburg

25000 Zuschauer zitterten Sonntag in Klein Flottbek fast bis zum Ende um den 158. Null-Fehlerritt in der Geschichte des Deutschen Springderbys, die 1920 ihren Anfang nahm. Erst der Ire Shane Breen bezwang mit Can Ya Makan als fünftletzter Starter den schwersten Parcours der Welt – bevor es ihm der Schleswig-Holsteiner Nisse Lüneburg (Hetlingen) mit Cordillo nachtat. Und nach Stechen das Blaue Band in den Norden holte.

„Mein Pferd hat alles gegeben – aber wir haben hier und da ein bisschen Glück gehabt“, verriet der atemlose Lüneburg nach seinem fulminanten Ritt. Dieser war auf zwei tadellose Runden in den beiden Qualifikationen gefolgt. Der Sieg war für Kenner der Szene keine vollständige Überraschung: Zweimal zuvor hatte der Profi, der aus einer Holsteiner Züchter-Familie stammt, bereits im Jenischpark brilliert. 2012 und 2014 war Calle Cool sein vierbeiniger Partner, mit dem elfjährigen Holsteiner Cordillo gelang der dritte Sieg. Unter tosendem Applaus verließ das Paar „überglücklich“ den Platz, nachdem es den Iren Breen in einem spektakulären Stechen mit fast einer Sekunde Vorsprung in tadelloser Manier besiegt hatte. 30000 Euro ist dieser Sieg wert, die gesamte Prüfung mit 120000 Euro dotiert.

Zuvor waren 30 Reiter-Pferd-Paare in dem von Eduard Pulvermann entwickelten Parcours gescheitert, der seit 100 Jahren nahezu unverändert geblieben ist. Von 32 Reitern – darunter drei Frauen – gelang es nur zweien, den Rasen ohne Fehlerpunkte zu verlassen. Acht Paare schieden aus, vier gaben auf. 1250 Meter misst dieser legendäre Parcours, ist rund dreimal länger als ein regulärer Großer Preis. 17 Hindernisse mit 26 Sprüngen, darunter das Herzstück des Parcours, der große Wall, sind zu meistern. Jedes einzelne Hindernis will konzentriert angeritten werden „und ein bisschen Glück gehört auch dazu“, wie die Doppel-Weltmeisterin der Vielseitigkeit, Sandra Auffarth (Bergedorf) dem Sieger zustimmte.

Die 32-jährige Auffarth war 2018 als Derby-Neuling gleich Dritte gewesen. Ein Ergebnis, dass die als Favoritin gehandelte Vielseitigkeits-Spezialistin 2019 als beste weibliche Reiterin wiederholte. Ein kleiner Fehler am Gatter ihrer Stute Nupafeed´s la Vista kostete die Team-Olympiasiegerin von 2012 die Chance auf den Sieg. „Wir sind Bergauf- Bergab-Reiten gewohnt, haben daher einen kleinen Vorteil“, so die Stilistin. Nach dem Abwurf beteuerte sie: „Ich bin nicht enttäuscht, es hat viel Spaß gemacht.“ Eine Frau hat in Hamburg zuletzt vor 44 Jahren gewonnen – die Britin Caroline Bradley im Jahr 1975.

Auch Breen nahm es sportlich, dass das Blaue Band nur in greifbare Nähe gerückt war. Die zweite Qualifikation hatte er mit seinem 13-jährigen Vierbeiner gewonnen, blieb im Stechen nach sieben Hindernissen mit acht Sprüngen immerhin nochmals fehlerfrei. „Can Ya Makan ist ein wundervolles Pferd, sehr mutig, mag die großen Plätze“, sagte der im Hickstead Derby platzierte Profi.

Einen Tag zuvor hatte Daniel Deußer den lukrativen Höhepunkt des Reitspektakels für sich entschieden. Der in Belgien lebende Hesse gewann den mit 300000 Euro dotierten Großen Preis und sorgte für den ersten deutschen Sieg in der diesjährigen Millionenserie Global Champions Tour. Auf der erst zehn Jahre alten Stute Jasmien zeigte der 37-Jährige den schnellsten fehlerfreien Ritt im Stechen, erhielt 100000 Euro Siegprämie und übernahm nach der sechsten von 20 Stationen auch die Gesamtführung.

Im 61. Dressur Derby siegte der Favorit Frederic Wandres (Hagen a.T.W.). Der Profi hatte sich zusammen mit der Britin Susan Pape und Anabel Balkenhol (Rosendahl) für das Finale mit Pferdewechsel qualifiziert. Der Grand Prix ist die einzige Dressur-Derby-Prüfung auf internationalem Niveau. Wie Veranstalter Volker Wulff erklärte, knackte das Deutsche Spring- und Dressur-Derby mit rund 96.000 Besuchern an fünf Tagen erneut den Besucherrekord.

Drei Vollprofis hatten es mit Frederic Wandres (Hagen a.T.W.), Susan Pape (GBR) und Anabel Balkenhol (Rosendahl) ins Finale des Almased 61. Deutschen Dressur-Derby geschafft.

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