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Nachrichten: Reitsport Brauchen Pferde im Winter eine Decke?
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Brauchen Pferde im Winter eine Decke?
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19:29 20.09.2017
Von Jessica Bunjes
Moderne Decken engen nicht ein, sind wasserdicht und atmungsaktiv. Ob das eigene Pferd eingedeckt werden sollte oder nicht, ist eine Frage der Haltung, des Individuums und ein bisschen auch der eigenen Ansicht. Quelle: Katja Stuppia
Kiel

Hintergrund: Das Fellwachstum setzt mit dem Kürzerwerden der Tage allmählich ein. Der Bio-Rhythmus der Vierbeiner fordert seinen Tribut. Wer also sprießendes Fell kurz halten will, muss in den kommenden Wochen handeln und zur ersten dünnen Decke greifen, um das Haarwachstum ein Stück weit zu unterdrücken beziehungsweise zu reduzieren. Das ist dann allerdings die Entscheidung dafür, den Rest der kalten Jahreszeit mit ausgeklügelten Systemen einzudecken.

 Wer der Natur freien Lauf lässt, später aber im Winter stramm reiten will, muss womöglich zur Schermaschine greifen, wenn er dem ungebremsten Wuchs des Winterpelzes wieder Herr werden will. Pferde mit viel Fell schwitzen nämlich schneller und heftiger, werden langsamer wieder trocken – und mit noch feuchtem Fell dürfen die Vierbeiner auf keinen Fall bei niedrigen Temperaturen zurück in die Box und schon gar nicht auf eine zugige Koppel verfrachtet werden. Da sind mindestens Atemwegserkrankungen programmiert. Wer also im Winter regelmäßig reiten will, weder Wärmelampen noch Unmengen von Zeit zum Trockenreiten hat, bekommt mit Winterplüsch womöglich ein Problem.

Abhängig von Pferd und Haltung

 Gut zu wissen ist, dass die Wohlfühltemperatur des Pferdes bei etwa neun Grad Celsius liegt. Der Schutz des Pferdes vor Kälte ist generell so effektiv, dass selbst ein arabisches Vollblut und jedes gesunde Warmblutpferd bei Außentemperaturen von minus 20 Grad im Freien mit normalem Unterfell nicht friert. „Ob und wann Eindecken sinnvoll ist, hängt vom Pferd und von der Haltung ab – und ist auch eine Glaubensfrage“, sagt Elisabeth Jensen, Geschäftsführerin des Pferdestammbuchs SH/HH. Grundsätzlich kommen ursprüngliche Rassen wie Islandpferd, Shetlandpony und New Forest ohne Decke aus, sie müssen aber bei Wind und Wetter die Möglichkeit haben, sich unterzustellen.

 Problematisch wird es, wenn Decken nicht dicht oder zu warm sind, das Pferd darunter nass ist. „Generell sollte eine Decke wasserdicht und atmungsaktiv sein, denn es schadet mehr als es nützt, wenn das Pferd stundenlang mit nassem Rücken auf der Weide steht“, so Elisabeth Jensen. Die meisten Freizeitpferde, die nicht regelmäßig sportlich geritten werden und zu jeder Jahreszeit viel draußen stehen, seien grundsätzlich mit ihrem Winterpelz plus Regenschutz, den es für kältere Temperaturen in (Fleece-)gefütterter Variante gibt, ausreichend versorgt.

Wissenswertes zum Eindecken

Für ungeschorene Pferde empfiehlt sich in der Übergangszeit eine Decke mit 50-Gramm-Füllung und für den Winter eine 150-Gramm-Variante. Geschorene Pferde brauchen Modelle mit Füllungen ab 300 Gramm. Neue Allrounddecken versprechen optimalen Klimahaushalt bei breitem Temperaturspektrum, leiten Feuchtigkeit nach außen ab und können direkt nach dem Reiten aufgelegt werden. Sie sind Abschwitz- und Outdoordecke in einem. Wichtige Kriterien für eine gute Decke sind neben der Füllung noch die Faktoren „Wassersäule“ und „Denier“. Die Füllung in Gramm ist ein Indikator für die Wärmeisolierung – je mehr, desto wärmer. „Wassersäule“ bedeutet Wasserfestigkeit, also je größer, desto wasserabweisender. „Denier“ ist Dicke und Gewicht des verwendeten Fadens – je höher, desto reißfester. Moderne Decken haben meist 1200 Denier, die einfachen halb so viel. Immer öfter kommen leichte, wasserdichte Hightech-Materialien mit besserer Isolationswirkung und höherer Reißfestigkeit zum Einsatz, so dass herkömmliche Maßeinheiten wenig über ihre Qualität aussagen. Einige Hersteller geben Einsatzempfehlungen mittels eines Temperaturspektrums an. In den Leitlinien für Pferdehaltung vom Bundesministerium für Landwirtschaft (von 2009) sind weitere Informationen zum Eindecken und Scheren zu finden.

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