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Nachrichten: Reitsport Wundertüte mit tollen Typen
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Wundertüte mit tollen Typen
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07:00 22.06.2017
Von Jessica Bunjes
Die Holsteiner Siegerstute 2017: Graziella BB v. Casall-Cassiano, gezogen vom Schweizer Pferdefan Manfred Birchler. Quelle: Janne Bugtrup
Elmshorn

Zunächst der Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung: die Elitestutenschau. Zur Holsteiner Siegerstute 2017 wurde Graziella BB gekürt. Das „BB“ steht für den in der Schweiz lebenden Holsteiner Pferde-Fan Manfred Birchler (Bilten), Besitzer der dreijährigen Braunen aus dem Stamm 104A, Tochter des Casall und Enkelin des Cassiano. Ihr hängte die Prämierungskommission mit Hans-Joachim Ahsbahs (Bokel), Dr. Eva-Maria Junkelmann (Helmstorf) und Zuchtleiter Dr. Thomas Nissen (Kiel) aufgrund ihres gesamten Auftretens, ihres tollen Typs und ihres Bewegungsablaufs die Siegerschärpe um. „Eine herrliche Stute mit viel Bewegung und Charme“, so Dr. Nissen. Reservesiegerin ist die von Rasmus Lüneburg (Hetlingen) gezogene und ausgestellte Lux Z, Tochter von Cassini II.

 Als bestes Bewegungspferd kürte die Kommission die Cascadello I-Tochter Grace I aus der Zucht von Thomas Horns (Bredenbekshorst) und dem Besitz von Sönke Schwenk (Holzbunge). „Wir haben eine enorme Abstammungsbreite gesehen, daher gab es, anders als in den Jahren zuvor, eine große Typenvielfalt. Das ist sicherlich eine Folge des vermehrten Einsatzes von Fremdblut- und Zuchtversuchshengsten“, so Zuchtleiter Dr. Nissen. Im Freispringen stellten 15 dreijährige Stuten ihre Qualität am Sprung zum ersten Mal unter Beweis. „Wir haben hervorragend springende Stuten mit einer deutlichen Spitze gesehen“, so Dr. Nissen. Mit einer Wertnote von 9,8 – vergeben von den Richtern Tjark Nagel (Friedrichskoog) und Peter Rauert (Fehmarn) – siegte Golden Dream A von Cascadello I (Stamm 206) aus der Zucht und dem Besitz der Zuchtgemeinschaft Paulsen in Arlewatt.

 Sportlich wurde es in den Spring- und Dressurpferde-Championaten. Bei den Lan-deschampionaten der Vierjährigen setzte sich Catch v. Colman (Züchter: Hans Peter Löding-Hasenkamp, Quarnstedt) unter der gebürtigen Schwedin Ebba Johansson souverän an die Spitze. Der Hengst der Elmshorner Hengsthaltungs GmbH erfüllte damit alle in ihn gesetzten Erwartungen. Die Richter vergaben für Rittigkeit, raumgreifenden Galopp und Losgelassenheit am Sprung eine 9,2. Champion der fünfjährigen Springpferde wurde Casallantum v. Casall (Jörg Harder, Wewelsfleth), der zwei Spitzenrunden (9,0/9,4) unter dem Sattel von Jennifer Fogh Pedersen, 24-jährige Chefbereiterin im Stall Hell (Klein Offenseth), absolvierte.

 Das Finale der Sechsjährigen, eine Spezial-Springpferdeprüfung der Klasse M mit Stechen, wurde unter den acht wertnotenbesten Paaren des Umlaufs entschieden. Am Ende war das Pferd am schnellsten, das bereits die höchste Wertnote (9,0) erhalten hatte: Dacara E von Cancara (Gerd Eggers, Stadum). Cassandra Orschel (Henstedt-Ulzburg) ritt die Fuchsstute souverän durch den Parcours. Das Finale der siebenjährigen Springpferde wurde auf S*-Niveau entschieden. Lediglich drei der 26 Vierbeiner gelang eine Nullrunde im Umlauf. Die schnellste – fehlerfreie – Runde im Finale gelang der Stilistin Jennifer Fogh Pedersen im Sattel von Diego de Semilly v. Diarado (Cornelia Asmussen, Nordstrand). Der gekörte Hengst gewann verdient „Gold“.

 Im Viereck fällten die Richter Wolfgang Schierloh (Schenefeld) und Peter Olsson (Achterwehr) die Urteile. Der Lissaro-Sohn Lavissaro, der von Sonja Ellerbrock (Kayhude) geritten wurde, sicherte sich die goldene Schleife im Dressurpferde-Championat der Fünfjährigen. Der Braune, der von seiner Reiterin und deren Schwester Nina gezogen wurde, erhielt die Gesamtwertnote 8,3. Bei den Sechsjährigen überzeugte der Trakehner Hirtentanz von All Inclusive unter der Heikendorferin Christina Ellendt (7,4).

 Bei der Fohlenauktion kamen 22 Youngster für durchschnittlich 11659 Euro unter den Hammer von Auktionator Dr. Günther Friemel (Verden). Neue Besitzer fanden sie in Saudi-Arabien, Polen, Belgien, Australien, Argentinien, Holland, Frankreich, Peru sowie in der Schweiz und natürlich in Deutschland. Teuerstes Fohlen wurde mit 18000 Euro eine Tochter des Quibery, der sich im Landeschampionat der sechsjährigen Springpferde unter Bart van der Maat an achter Stelle platzierte. Die Stute aus einer Cayado-Mutter (Stamm 318D2), die von Peter Diedrichsen (Borgsum/Föhr) gezogen und ausgestellt wurde, hat prominente Verwandtschaft: Großmutter One Star ist auch Mutter von Glocks’s Cognac Chamblanc, der unter Gerco Schröder zum Sieger-Team bei der EM 2015 in Aachen gehörte. „Nicht nur diese Auktion hat gezeigt, dass die Kunden wieder vermehrt in die Zukunft und damit auch in Fohlen investieren“, so der Auktionator, der der Fohlen-Auswahlkommission Sigrun Günther (Elmshorn), Hans-Joachim Ahsbahs (Bokel) und Ove Asmussen (Elmshorn) „ein sehr gutes Auge bei der Auswahl“ bescheinigte.

Während in Kiel das Aus der Baltic Horse Show verkündet wurde, geht es woanders richtig los: Und wenn es nach Turnierveranstalter Peter Schultes (Schleswig) ginge, wäre es noch deutlich mehr. Aber auch so ist auf dem Hof der Familie Queißer in Westensee Einiges in Gange.

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