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Nachrichten: Reitsport Reaktionen auf Beerbaum-Äußerungen
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Reaktionen auf Beerbaum-Äußerungen
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17:51 28.05.2009
Kiel

Für den Vorsitzenden des Clubs der Springreiter von SH/HH, Harm Sievers (Tasdorf), ist klar: „Es kann nur die Null-Lösung geben. Ein Pferd, das behandelt wurde nach einer Krankheit, gehört nicht aufs Turnier.“ Der Springreiter, Ausbilder, Züchter und Turnierveranstalter weiß, wovon er redet - das Pferd, das er jahrelang trainiert hat, Holsteiner Wallach Chupa Chup, wurde nach seinem Verkauf unter seinem brasilianischen Reiter Bernado Alves 2008 bei den Olympischen Spielen in Hongkong positiv getestet. Sievers räumt ein: „Der Grat dazwischen, einen Spitzensportler zu pflegen und Doping ist wahnsinnig schmal.“

Carsten-Otto Nagel, Mitglied des Championatskaders Springen ist genervt: „Der Sport ist auf keinem guten Weg. Die Doping- und Medikationslisten sind uneindeutig, die Gamaschenkontrollen nach den Springen lächerlich. Das ist nur Alibi für die Kameras. Da hätte man vielleicht vor 20 Jahren etwas finden können. Sinnvoll wäre, mal zwei, drei Stunden vor einem Großen Preis durch die Stallgassen zu gehen. Aber das macht keiner.“

Turnierveranstalter der Baltic Horse Show, Peter G. Rathmann, erklärt: „Es ist erschreckend, was Beerbaum sagt. Ich habe den Eindruck, dass die Szene wach gerüttelt ist und ein solch laxer Umgang mit Tierschutzbelangen in Zukunft nicht mehr möglich ist. Von Anfang an gehöre ich zu den Veranstaltern, die nach Olympia 2008 in Hongkong sofort reagiert haben und zahlreiche Verschärfungen bei den Kontrollen eingeführt haben.“ Rathmann habe stets für ein Höchstmaß an Tierschutz plädiert und sei sich sicher, dass er auf dieser Basis auch Gesprächspartner beim NDR-Fernsehen finde, das sich in der Vergangenheit „immer als fairer und guter Partner für unsere Baltic Horse Show gezeigt“ habe.

Turnierveranstalter Andreas Ramm, Pharmareferent einer Firma, die unter anderem Ergänzungsfuttermittel für Pferde herstellt, wird täglich mit dem Thema konfrontiert. „Das Vorgehen der FN ist eine Katastrophe. Fast unmöglich ist es, eine komplette Medikationsliste mit verlässlichen Abbauzeiten zu bekommen. Denn wer sich am Zaun geratscht hat und Penicillin bekommt, darf gemäß der Null-Lösung 90 Tage lang nicht aufs Turnier - für den ist die Saison gelaufen. Das kann es nicht sein.“

Doch auch auf die dopenden Spitzensportler ist Andreas Ramm sauer: „Wie soll ich als Turnierveranstalter Sponsoren überzeugen, wenn ich permanent über verbotene Medikation reden muss?“ Für sein Turnier vom 19. bis 21. Juni auf dem Norla-Gelände in Rendsburg kündigte er verschärfte Kontrollen an, fragt sich jedoch, ob es im Spitzensport „angesichts der heutigen enormen Anforderungen nur mit Heu und Hafer noch geht“. Ramm zumindest bezweifelt sogar, dass „beim Turnier um die Ecke“ von 1000 Pferden keines speziell behandelt wurde.

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