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Nachrichten: Reitsport Marion Jauß – Trabsportlegende und Mäzenin verstorben
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Marion Jauß – Trabsportlegende und Mäzenin verstorben
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19:49 05.05.2020
Von Reitsport Pressemitteilung
Marion Jauß und Springreiter Christian Ahlmann mit dem Holsteiner Schimmel Cöster, der Marion Jauß gehörte. Quelle: pegamo.de
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Neritz

Die Frau, die als Amateurfahrerin im Trabrennsport Geschichte geschrieben hat, starb zuhause in Neritz bei Bad Oldesloe und niemanden wird das so schwer treffen wie ihre Kinder Isabell und Andreas und ihre Schwester Madeleine “Mado” Winter-Schulze. Marion Jauß “brannte” zeitlebens für den Pferdesport, liebte den Rennsport genauso wie die englische Reiterei, vor allem aber Pferde selbst. Direkt, offen, ehrlich –  wenig an Öffentlichkeitswirksamkeit interessiert – hilfsbereit, herzlich, liebevoll – so wird sie in Erinnerung bleiben.

Jauß erreichte u.a. auch unter der Trainerschaft ihres einstigen Ehemanns Gottlieb Jauß eine herausragende Qualität als Trabrennfahrerin mit mehr als 1600 Siegen. Sie war die erste Frau, die in die “Hall of Fame” des Trabrennsports aufgenommen wurde, einzig ihre Freundin Rita Drees folgte ihr in die Ruhmeshalle. So wie sie selbst Sport genoß, so hat sie auch den eigenen Rennstall mit Herzblut, Verstand und Leidenschaft aufgebaut. Auf den Berliner Trabrennbahnen in Karlshorst und Mariendorf –  wo eine der Kurven nach ihrem Vater “Eduard-Winter-Bogen” benannt ist –  genoß sie den allerbesten Ruf und liebevollen Respekt. Pferde wie Gilda Newport oder Fräulein Wunder gehörten ihr, ebenso Pablo As, Baltimore As und Gruppe-Sieger Portland. Und während sie nach wie vor Marion Jauß hieß, zierte das Kürzel “MW” für Marion Winter den Renndress ihres Stalles, den seit 2004 Dirk Hafer betreute. Sie war Teil des Syndikats für Mack Lobell, einen der einst weltbesten Traber. Und auch als Züchterin hat sich Jauß einen Namen gemacht. Das Gestüt Neritz bei Bad Oldesloe wurde seinerzeit eigens dafür erworben.

Einst aus dem Springsport in den Sulky gewechselt, blieb Marion Jauß auch dem englischen Sport immer verbunden und das erwies sich als Glücksfall für Springreiter Christian Ahlmann, der übrigens genauso wie sein Vater Georg auch im Sulky versiert ist. Sie war es, die den ewigen Kreislauf des Pferdeausbildens und dann -verkaufens für den ehrgeizigen jungen Reiter vor etlichen Jahren durchbrach und den Holsteiner Schimmel Cöster erwarb (s.a. Foto), der damit dauerhaft “unverkäuflich” war und das erste Pferd in einer Reihe von mehreren, für die sich Ahlmann und Jauß begeisterten. Diese Verbindung war gleichzeitig die solide Basis für den internationalen Erfolgsweg Ahlmanns und eine tiefe Freundschaft, die auch stürmische Zeiten nicht tangieren konnte.  

„Ich habe meine größte Förderin und meine treueste Unterstützerin verloren. Ich bin sehr traurig über ihren Tod”, sagt Christian Ahlmann. “Marion Jauß war meiner Familie seit vielen Jahren eng verbunden. Sie war immer eine starke Persönlichkeit, die völlig unabhängig von der Meinung anderer ihren Weg machte, die selbstbewusst entschied, wie und wen sie fördern wollte. Sie hatte einen ganz besonderen Charakter, geprägt von ihrem Geburtsort Berlin könnte man es wohl als „Berliner Schnauze“ bezeichnen, sie hatte Spaß an geselligen Zusammentreffen mit ihren Schützlingen aus dem Trabrennsport und ihren Springreitern, war lustig, hatte ein großes Herz und enormes Wissen bezüglich des Pferdesports. Sie hielt mir in den besten und den schwersten Stunden meiner Karriere die Treue. Das werde ich ihr nie vergessen. Es war mir eine große Freude und Ehre, die Pferde von Marion Jauß reiten zu dürfen.“  M.B.

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