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Nachrichten: Reitsport Die großen Festtage des Nisse Lüneburg
Sport Reitsport Nachrichten: Reitsport Die großen Festtage des Nisse Lüneburg
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10:43 17.02.2020
Von Tara Gottmann
Nisse Lüneburg hat die Riders Tour gewonnen und ist damit Rider of the Year. Außerdem hatte er dieses Wochenende einen richtigen Lauf und hat drei internationale Springen gewonnen, in zwei weiteren war er platziert (inklusive des Großen Preises, wo er im Stechen einen Fehler hatte und Achter wurde). Quelle: Tara Gottman
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Neumünster

Bei der 70. Auflage der VR Classics in den Holstenhallen stach ein Reiter aus Schleswig-Holstein ganz besonders heraus. Nisse Lüneburg (Hetlingen) war bereits als Gesamtführender in der Riders-Tour-Wertung nach Neumünster angereist, und das mit einem komfortablen Vorsprung von 18 Punkten auf den nachfolgenden Julien Anquetin (Frankreich). Aus Neumünster reiste er nun nicht nur als „Rider of the Year“ ab, sondern auch mit drei Siegen und zwei Platzierungen in internationalen Springprüfungen ab.

Am Donnerstagabend war es für ihn im Einlaufspringen zum Championat der Pferdestadt Neumünster zwar noch nicht ganz so gut gelaufen, am Freitag begann dann aber das, was man „einen Lauf haben“ nennt: Mit Look at Me R entschied er erst das internationale Eröffnungsspringen für sich, um anschließend in einem Weltranglistenspringen im Sattel von Alina Fünfter zu werden. Am Sonnabend gewann er am Nachmittag mit der Qualifikation für den Großen Preis ein weiteres Weltranglistenspringen mit Alina und legte am Abend auf Look at Me R in einem weiteren 1,50-Meter-Springen nach.

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Am Sonntag im Großen Preis, der in zwei Umläufen entschieden wurde, wurde es noch einmal spannend. Vorher stand bereits fest: Sollten Julien Anquetin und der Gesamtdritte David Will (Marburg) diese Prüfung gewinnen, während Lüneburg nicht punktet, ist der Gesamtsieg dahin. Will startete mit acht Fehlerpunkten, doch Anquetin zog mit einer fehlerfreien Runde in den zweiten Umlauf ein. Lüneburg ritt als letzter Teilnehmer der ersten Runde in den Parcours ein. Der 31-Jährige behielt die Nerven und blieb ohne Fehler. Damit war ihm schon vor der Siegerrunde der Titel des „Rider of the Year“ sicher.

Im zweiten Umlauf sah es dann auch so als, als wenn der amtierende Derbysieger alles perfekt machen würde. Blitzschnell war er im Stechparcours unterwegs. Die Zeit hätte gereicht. Doch dann fiel am letzten Hindernis eine Stange – Platz acht.

Der Sieg im Großen Preis ging damit an Mario Stevens (Molbergen), der mit dem Oldenburger Landano aus familieneigener Zucht schnell und ohne Fehler geblieben war. „Das ist natürlich etwas Besonderes, diese traditionsreiche Prüfung in Neumünster zu gewinnen“, so Stevens. Durch diesen Sieg verbesserte er sich in der Riders-Tour-Wertung auf Rang zwei. „Ich habe natürlich vorher auch gesehen, dass es rechnerisch möglich ist, ein Auto zu gewinnen. Da wollte ich dann natürlich versuchen, besonders schnell zu sein.“ Für das Top-Trio in der Riders Tour gab es jeweils einen Geländewagen als Ehrenpreis.

Doch von diesem Auto hat der Drittplatzierte eventuell nichts: „Das Pferd gehört meinem Chef, und wir hatten eine Abmachung diesbezüglich. Aber natürlich behalte ich das Auto auch gerne“, schmunzelte Patrick Stühlmeyer (Steinfeld). Er wurde auf Varihoka Du Temple zudem Dritter im Großen Preis, und der Hengst gehört VR-Classics-Turnierleiter Paul Schockemöhle, für den der 29-jährige als Bereiter tätig ist. Der hatte übrigens nur sieben Nullfehlerritte im ersten Umlauf erwartet, doch es wurden elf. „Wir hatten gute Reiter, einen guten Boden, einige Distanzen waren vielleicht ein bisschen eng, aber das soll ja auch so sein“, befand Schockemöhle.

„Die Erwartung und die Motivation waren natürlich hoch“, erklärte Lüneburg im Anschluss. Auch das Interesse der Medien war in den Tagen vor den VR Classics immens gewesen. „Der Druck war hoch, aber nun bin ich superglücklich“, sagte der strahlende Sieger. Eine große Feier gab es am Sonntagabend bei ihm zu Hause jedoch nicht mehr: Direkt nach dem Reitturnier ging es für Lüneburg mit zwei Freunden in den Skiurlaub.

Alle Ergebnisse der 70. VR Classics finden Sie hier.

Reitsport Pressemitteilung 16.02.2020
Reitsport Pressemitteilung 16.02.2020
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