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Pegamo Talk: Im “Flurfunk” geplaudert über “noch mehr Pferd”

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15:35 09.02.2021
Von Reitsport Pressemitteilung
Foto: Pferde im Talk
Pferde im Talk. Quelle: pegamo.de
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Raisdorf/ Elmshorn/Rostock

Roland Metz würde sich über mehr Wertschätzung für den Holsteiner Verband in der Stadt Elmshorn und im Land freuen, Karoline Gehring mahnt an, dass Pferde auch Nutztiere sind und als solche wahrgenommen werden sollten – wenn es zum Beispiel um das Thema Wolf geht oder um die Düngeverordnung. Pferderomantik durfte keiner erwarten im Pegamo Talk bei Clubhouse mit dem Gesamt-Geschäftsführer und Vermarkter des Holsteiner Verbandes und der Zuchtleiterin und Geschäftsführerin des Mecklenburger Zuchtverbands. Erwartungsgemäß.

Über die Zucht und die -vermarktung, die mögliche zukünftige Version der Hengstkörung, über Neuzüchter und veränderte Fragestellungen in Zeiten von Corona plauderten Metz und Gehring im Pegamo Talk der Social-Media-App Clubhouse (immer am Montagabend). Und dabei wurde auch deutlich – norddeutsche Verbände haben kaum Differenzen bei zentralen Fragen und Herausforderungen.

Voll in der Diskussion: Körung der Zukunft
Die Diskussion um künftige Körungsformate “ist in vollem Gang” hat Roland Metz unterstrichen und sagt auch warum: “Wir verändern viel mit einer anderen Körung auf den Betrieben, für die Aufzucht und die Ausbildung.” Vier Versionen aus einem Arbeitskreis des Beirats Zucht der FN stehen seit November im Raum. Herbstkörung für 2,5-jährige an der Hand, Frühjahrskörung 3-jährige an der Hand, Frühjahrskörung (ab April) für 3-jährige unter dem Sattel und Herbstkörung für 3,5-jährige unter dem Sattel. Ein bundesweit einheitliches Modell dürfte es kaum geben – dafür muss man kein Prophet sein.

Zu Recht wies Metz darauf hin, dass die Kosten steigen, je älter die Jungpferde werden. Das begünstigt ganz klar die finanzstärkeren Aussteller. Damit einher geht ja nicht automatisch mehr Tierschutzgedanke, der auf der Grundlage der neuen Leitlinien “Tierschutz” des BMEL Handlungsbedarf erzeugt. Mit den vorgestellten Versionen rücke die Frage Exterieurkörung oder Sattelkörung in den Blickpunkt, verdeutlicht Karoline Gehring. “Die Sattelkörung würde auf jeden Fall zeit- und kostenintensiver werden und ist für 3,5 Jahre alte Hengste im Herbst zu bevorzugen”, so die Position der Zuchtleiterin vor dem Hintergrund dessen, was auf die Junghengste zukommen würde. Für 2,5-jährige Hengste dürfte eine Exterieurkörung im Dezember angenehmer sein, als eine Frühjahrskörung als knapp Dreijährige ab April unter dem Sattel. Während man in Mecklenburg-Vorpommern aktuell darüber nachdenkt, den Körtermin vom November in den Dezember zu verlegen und damit auch klar bei der Exterieurkörung zu bleiben, ist beim Holsteiner Verband aktuell noch der angestammte Termin Ende Oktober/ Anfang November im vertrauten Format für die Körung/ Auktion geplant.

Klar ist für beide: “Wir müssen reden, zusammen diskutieren und gemeinsam Dinge angehen.” Also auch z.B. übertriebene Vorbereitung. So wie es im vergangenen Herbst bereits geschehen ist, etwa zur Westfalenkörung. Metz äußerte klipp und klar seinen Respekt für den Mut von Thomas Münch (Westfälisches Pferdestammbuch), der Fehlentwicklungen zum Anlass nahm, das Freispringen der Junghengste zu verändern.

Pferdekauf “virtuell”!
Nie war online so wertvoll wie im Pandemie-Jahr 2020. Die Zahl der virtuellen Auktionen für Fohlen und Reitpferde schoß buchstäblich in die Höhe. “Ohne die Möglichkeiten der Online-Auktionen hätten wir wirklich, wirklich `alt ausgesehen´,” stellt Roland Metz unumwunden fest. Dem Holsteiner Vermarktungschef sind die Präsenz-Auktionen grundsätzlich lieber, dass der Pferdeverkauf online funktioniert dürfte jedoch bundesweit die erleichternde Erkenntnis des Jahres sein. Metz: “Wir mußten alles komplett umstellen und es hat prima funktioniert.”

“Wer die Mecklenburger kennt, weiß ja auch, dass sie erst mal ein wenig zurückhaltend sind”, so MV-Zuchtleiterin Gehring, “aber der Weg ist geebnet. Tatsächlich tauchten im Rostocker Verbandsbüro vermehrt Nachfragen nach Pferden auf, allerdings klar überwiegend nach gerittenen Pferden.” Das sollte und dürfte Grund genug sein, um sich des Themas Online-Vermarktung intensiver anzunehmen. Bei allem Optimismus und allen Erfolgen, der Nutzung von Plattformen im Bereich Social-Media, der Pferdebörse z.B. bei e-horses –  Roland Metz warnte im Gespräch vor dem Anspruch eines beständigen “höher, schneller, weiter”…

Während die Holsteiner Körung untrennbar mit der Auktion verbunden ist, setzt man bei den Mecklenburger Körtagen seit Jahr und Tag auf den provisionsfreien Hengstmarkt und ist insofern “befreiter” wie Karoline Gehring anmerkt. Geschäfte werden bei den Körtagen auf der Stallgasse gemacht. Dass die Preisfindung ganz unabhängig von der Körentscheidung abläuft wird niemand glauben. Die Frage ob Körung und Auktion “mehr voneinander getrennt werden müßten” ist für den Vermarktungschef des Holsteiner Verbandes “echt schwierig”.

“Neue” sind gesucht
Leichter tat sich Roland Metz mit dem Thema Neuzüchter, obwohl das aus Sicht beider Experten tatsächlich herausfordernd ist. “Quereinsteiger ist dafür ein falsch-richtiges Wort”, sagt Karoline Gehring, “denn meistens sind es Sportreiter und -reiterinnen, die züchten möchten und Beratungsbedarf haben. Wir hatten tatsächlich im vergangenen Jahr deutlich mehr Anfragen zum Thema Zucht aus diesem Bereich.” Und dann zählt die Verbandsgeschäftsführerin eine der vielen schönen Seiten ihres Berufes auf…

“Am Anfang steht schon oft der Wunsch, möglichst den nächsten Olympiasieger zu züchten, auch weil die eigene Stute sehr sehr erfolgreich im M-Bereich springt und lauter Vorzüge hat. Ich frage dann immer, welches Bild oder welches Ideal die Interessenten selbst vor Augen haben und dann kristallisiert sich häufig heraus, dass es der Wunsch nach einem leichtrittigen, sehr guten Reitpferd ist, der sie bewegt. Es ist sehr häufig ein Orientierungsprozess, den man anstößt und den man begleitet. Mein Anliegen ist es, dieses Ziel herauszuarbeiten und dann Ratschläge zu geben, die auch umsetzbar sind und die größtmögliche Chance beinhalten, dass der oder die Neu-Züchtenden Freude an einem gesunden Fohlen und später an einem wirklich guten Reitpferd haben.” Zu den – der Corona-Pandemie geschuldetet – noch nicht realisierten Ideen der Zuchtleiterin zählt auch die Verbindung von “Jung- und Altzüchtern”, also des zuchtinteressierten Nachwuchs, dem erfahrene Züchter und Züchterinnen als “Paten” zur Seite stehen. “Das kann und soll für beide Seiten Vorteile bringen”, ist sich Gehring sicher.

Kein Zweifel auch bei Roland Metz – Neu-Züchterberatung und -gewinnung “ist ein Baustein, der immer wichtiger wird”. Das reiche von der Anpaarungsentscheidung über die Registrierung bis zur Vermarktung. Durch die Einbeziehung der Körbezirke kann die Organisation der Beratung gut funktionieren. Essentiell dürfte das Thema aber schon deshalb sein, weil die gesamte Pferdezucht in den unterschiedlichen Verbänden genauso wie der Sport und andere Lebensbereiche mit sich wandelndem Freizeitverhalten und neuen Herausforderungen in vielen Berufsfeldern konfrontiert ist – nicht erst seit wenigen Jahren und schon gar nicht erst seit Corona.

Und was war mit den Wünschen?
Mecklenburgs Pferdezüchter und -züchterinnen beschäftigt u.a. wachsender Druck beim Thema Wolf und auch ganz simple Fragen wie die Düngeverordnung –  denn Pferde machen buchstäblich Mist. Karoline Gehring: “Es gerät manchmal etwas aus dem Blickfeld, dass Pferde Nutztiere sind.” Der Holsteiner Verband würde sich gern vergrößern als Kompetenzzentrum Pferd in Elmshorn und sucht dafür intensiv die Unterstützung von Stadt und Land. Etwas mehr Wertschätzung täte da wohl ganz gut.

Nächste Termine?
Die gibt es: am 7. April soll die Frühjahrskörung des Verband der Pferdezüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. auf dem Landgestüt Redefin stattfinden und Gehring ist optimistisch, dass sie nicht wie im November 2020 wieder Aussteller anrufen muss, weil die Corona-Pandemie eine Absage erzwingt. Im Sommer bietet MV dann einen echten Hingucker: die Bundesschau der Lewitzer am 31. Juli in Redefin!

Holstein zeigt am 20. Februar ab 14.00 Uhr in einer Online-Präsentation aus Elmshorn 25 – 30 Hengste bei www.clipmyhorse.tv, ergänzt mit vielen Videos. Einen Tag später folgen übrigens die Holsteiner Privathengsthalter. Und wer es am 7. Februar verpasst hat, die Präsentation der Hengststation Maas J. Hell ist auch für Nicht-Mitglieder von CMH im Archiv abrufbar. M.B.

Reitsport Pressemitteilung 04.02.2021
Reitsport Pressemitteilung 04.02.2021
Reitsport Pressemitteilung 04.02.2021