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Situationsbericht aus Valencia: „Das hier ist das Schlimmste, was ich je erlebt habe“

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20:35 19.03.2021
Von Kristiane Backheuer
Foto: Ausgebremst: Der Springreiter Mike Patrick Leichle  – hier ein Turnierbild – befindet sich noch immer in Spanien.
Ausgebremst: Der Springreiter Mike Patrick Leichle  – hier ein Turnierbild – befindet sich noch immer in Spanien. Quelle: Privat
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Schnarup-Thumby/Valencia

In Valencia harrt noch immer einer der Betroffen vor Ort aus. Mike Patrick Leichle (51), Turnierstallbetreiber aus Schnarup-Thumby (Kreis Schleswig-Flensburg), ist noch in Spanien und kämpft dort ums Überleben seiner Tiere. Drei Wochen wollte Mike Patrick Leichle eigentlich in Valencia bleiben. Nun sind acht Wochen daraus geworden. Gerade hat er zwei seiner Pferde aus der Klinik abgeholt. „Sie sind wieder relativ stabil“, sagt er am Telefon.

Mit insgesamt zwölf Pferden, zwei Lastern und einem Sprinter war er zum Turnier nach Spanien gestartet. Zurückkommen wird er mit einem Tier weniger. „Seit ich 14 bin, reite ich Turniere“, sagt er. „Ich habe viel gesehen. Aber das hier ist das Schlimmste, was ich je erlebt habe.“ Er wolle nicht anklagen. „Aber die Veranstalter haben, als die ersten Fälle auftraten, nicht richtig zugehört.“ Stur sei das Turnier trotz der ersten besorgniserregenden Fälle weiter durchgezogen worden. Erst am 21. Februar kam die Absage. Da war es für viele schon zu spät. „Das Virus ist tückisch“, sagt Mike Patrick Leichle.

Pferde-Herpes gibt es schon lange. Vor zwei Jahren trat die Virus-Infektion im Stall von Mike Patrick Leichle auf. Zwei Monate musste der Springreiter seinen Stall schließen. Da das Virus den Kehlkopf der Tiere angegriffen hatte, mussten drei Tiere operiert werden. „Wir haben alles runtergefahren“, erzählt er. „Die Tiere wurden separiert und mit Vitaminen unterstützt.“ Nun ist eine aggressivere Virus-Form im Umlauf. „Das ist wie Covid. Wichtig ist, Tiere mit Symptomen rechtzeitig von den gesunden zu trennen.“

Doch das habe in Valencia über zehn Tage gedauert. Viel zu lange. Da hatten viele infizierte Tiere das Virus bereits weitergetragen. Dies geschieht über Ausscheidungen, den Menschen oder über das Material. Mike Patrick Leichle sagt, dass in Valencia bisher 13 Tiere an dem Virus gestorben sind. Hinzu kommen Todesfälle in Deutschland von Teilnehmerpferden, die bereits wieder in ihrer Heimat sind.

Das Schwierige bei der jetzigen Herpes-Form sei, dass die Pferde neurologische Probleme bekommen. Das Herpesvirus befällt das Rückenmark, sodass die Pferde nicht mehr aufstehen können. Hinzu kommt oft noch eine Lähmung der Blase.

Mike Patrick Leichle wartet nun noch ab, bis auch seine letzte Stute wieder transportfähig ist. Dann geht es wieder Richtung Schleswig-Holstein. Alle seine Tiere waren geimpft. Geschützt hat es sie trotzdem nicht.

Ein Foto aus Valencia: Mike Patrick Leichle wartet ab bis auch seine letzte Stute transportfähig ist. Foto: Privat
Kristiane Backheuer 19.03.2021
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