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Reiterszene Trauer um Rosemarie Springer
Sport Reitsport Reiterszene Trauer um Rosemarie Springer
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12:47 14.04.2019
Von Reitsport Pressemitteilung
Rosemarie Springer, ehemalige Ehefrau von Verleger Axel Springer, trat 1960 mit ihrem Pferd "Doublette" bei den Olympischen Spielen in Rom an. Quelle: ullstein bild Dtl.
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Großenaspe

Rosemarie Springer, die Grand Dame des Dressur-Reitsports in Norddeutschland, ist gestern in Großenaspe (Kreis Segeberg) zu Grabe getragen worden. Unter großer Anteilnahme von Prominenz und Reiterszene fand die Trauerfeier für die fünffache Deutsche Meisterin in der Katharinenkirche statt.

Pastor Klaus Dietrich aus Boostedt war bei der Trauerrede in einer ungewöhnlichen Rolle. Rosemarie Springer, geboren 1920 in Danzig, hatte ein Schreiben mit dem Titel „Text für die kirchliche Trauerfeier“ hinterlassen – ein Papier, welches ihr sportlich geprägtes Leben in den Vordergrund stellte. Die Tatsache, dass ihr Vater General der Waffen-SS war, wurde darin nicht erwähnt.

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Rosemarie Springer selbst war während des Zweiten Weltkriegs jedenfalls Helferin beim Roten Kreuz. Aber sie lebte für den Sport. Turnen, Tanzen, Skilauf, Leichtathletik und Schwimmen waren ihre Hobbys. Die meisten Erfolge feierte sie im Reitsport: Fünf deutsche Meistertitel, einen Sieg im Derby von Groß Flottbek und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rom erreichte die Dressurreiterin.

Nach ihrer aktiven Zeit war sie lange als Reitlehrerin und Ausbilderin aktiv. Einer ihrer Auszubildenden war der heutige Dressur-Disziplintrainer Jonny Hilberath, der in Kellinghusen aufgewachsen ist. „Ich bin so stolz, dass mein Jonny Bundestrainer geworden ist“, sagte sie einmal auf diese Zeit zurückblickend.

Auf die Zeit von Rosemarie Springer als Reitlehrerin blickte gestern Bettina Hoy zurück. Die Vielseitigkeitsreiterin wurde von Rosemarie Springer trainiert. „Eine Anekdote von Rosemarie ist mir besonders im Gedächtnis geblieben, die ich auch meinen Schülern gerne mit auf dem Weg gebe: ,Die lange Traverse musst du Banane, Banane, Banane reiten’“, sagte die Ex-Weltmeisterin und vierfache Deutsche Meisterin Hoy.

Privat war Rosemarie Springer erst mit dem Hamburger Zementhersteller Horst-Herbert Alsen verheiratet, danach von 1953 bis 1961 mit dem Verleger Axel Springer. Mit ihm zusammen hatte sie die „Bild“-Zeitung ins Leben gerufen. Nach der Scheidung vom Zeitungsmagnaten zog sie sich auf Gut Halloh in Heidmühlen im Kreis Segeberg zurück und widmete sich der Trakehner-Zucht. „Mein Paradies“ nannte sie das rund 100 Hektar große, versteckt gelegene Anwesen. Was sich neben ihrer Aktivität in der Reitszene wie ein Roter Faden durch das Leben von Rosemarie Springer zog, war das Skilaufen in Arlberg. 77 Jahre lang, bis zu ihrem 92. Lebensjahr, fuhr sie dafür nach Österreich.

Eine weitere wichtige Größe in dem Leben der früheren Dressurreiterin war die Katharinenkirche in Großenaspe. Als „Meine kleine Kirche“ bezeichnete sie das Gotteshaus, welches sie immer wieder mit großzügigen Spenden unterstützte. Dort nahm die Trauergemeinde dann auch Abschied von ihr. 98 Jahre alt ist Rosemarie Springer geworden. Beerdigt wird sie nach ihrer Einäscherung auf dem Dünenfriedhof auf Sylt. Dort hat Axel Springer eine Familiengrabstelle. „Ich habe meinen Erfolg nicht genug genossen. Daran muss ich oft denken, wenn ich Zeit für mich habe“, hatte Rosemarie Springer einst gesagt. Nun erinnern sich andere an sie und ihre Erfolge. Thomas Maibom

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