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Reiterszene Ein Glücksfall für die Reiterei sagt Tschüss
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Reit- und Fahrverein Bad Segeberg: Ein Glücksfall für die Reiterei sagt Tschüss

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20:40 08.07.2021
Von Jürgen Brumshagen
Foto: Stark im Springen: Katrin Günter (RuFV Vorwärts Rickling) im Sattel von Meck Reamen.
Stark im Springen: Katrin Günter (RuFV Vorwärts Rickling) im Sattel von Meck Reamen. Quelle: Jürgen Brumshagen
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Bad Segeberg

Die schlechte Nachricht für den Reit- und Fahrverein Bad Segeberg: Manfred Richter hört am Donnerstag als Vorsitzender auf. Die gute Nachricht: Der 74-Jährige macht als Organisator von Turnieren weiter. Während der Segeberger Reitertage, dem ersten Amateur-Turnier auf dem Landesturnierplatz seit eineinhalb Jahren, wurde Richter von seiner Stellvertreterin Cathrin Pritschau und vielen Weggefährten feierlich verabschiedet.

Manfred Richter wurde während der Segeberger Reitertage als Vorsitzender des RuFV Segeberg verabschiedet.Foto: Jürgen Brumshagen

„In diesem Rahmen verabschiedet zu werden, kam für mich überraschend“, sagt Richter. „Aber es war richtig schön.“ Er verlässt den Vorstand mit einem entspannten Gefühl: „Es wird kein Vakuum geben. Ich verrate keine Namen, aber wir haben gute Leute, die die Arbeit übernehmen werden.“ Gewählt wird am kommenden Donnerstag, wenn die Jahreshauptversammlung des RuFV ab 19.30 Uhr auf der Tribüne des Turnierplatzes durchgeführt wird. Schon ab 18 Uhr findet an gleicher Stelle die Jugendtagung statt.

Richter kam als vierjähriger Steppke zum Reiten. „Ich habe mich mit dem Pferdevirus infiziert, als mein Großvater mich erstmals zum Landesturnier mitgenommen hat“, erzählt der Bad Segeberger, der bis zum Ruhestand im Labor des Forschungsinstituts Borstel tätig gewesen ist. „Ich bin generell sportinteressiert, aber an erster Stelle stehen Fußball und Reiten. Wobei mich die Vielseitigkeit und das Gespannfahren einen Tick mehr faszinieren als Dressur und Springen.“ Im Sattel bezeichnet er sich als „Hobbyreiter“, als Fußballer war er als Jugendlicher und später in den Altherren aktiv. „Und ich war eine Weile Jugendtrainer.“

Richters Funktionärstätigkeit begann ungeplant: „Zwei Arbeitskolleginnen haben mich 1976 mitgeschnackt, weil der RuFV einen Jugendwart suchte.“ Bald hatte er auch einen festen Platz im Turniergeschehen. „Ich war, nicht nur in Segeberg, in vielen Meldestellen im Einsatz.“ 1992 drohte für den Reitsport ein schwarzes Jahr zu werden. Damals stand der Verkauf der Rennkoppel mit dem Landesturnierplatz für eine mögliche Bebauung im Raum. Richter und Vereinskollege Alfred Schwarze wurden aktiv. Sie sorgten dafür, dass an der Eutiner Straße ein reges Turniertreiben herrschte: Kreisturnier, Segeberger Reitertag und Landesponyturnier, dazu das Landesturnier, das Fahrfest des Nordens, das riesige Breitensportturnier, Vielseitigkeitsreiten und einiges mehr: Der Platz wurde zum Herz der schleswig-holsteinischen Reiterei, von einem Verkauf ist längst keine Rede mehr.

2009 nahm Richter, inzwischen längst Vorsitzender, einen ersten Anlauf kürzer zu treten. Schon ein Jahr nach seinem Ausstieg kehrte er als 2. Vorsitzender zurück. „Die haben niemanden anders gefunden“, schmunzelt Richter. Seit 2011 stand er wieder an der Vereinsspitze.

„Wir alle wissen, auf Manfred Richter ist Verlass. Er ist die graue Eminenz, die alles weiß und immer hilft“, betonte die 2. Vorsitzende Cathrin Pritschau in ihrer Abschieds-Laudatio. „Er ist kein Lautsprecher, sondern arbeitet die Aufgaben stets ruhig und zuverlässig ab. Er ist ein echter Glücksfall für den Verein und die Reiterei.“ Und jemand, der nicht nervös wird, wenn die Technik einmal streikt. „Manfred Richter kann immer noch alles auch ohne Internet, nur mit Block, Stift, Telefon, Taschenrechner und Schreibmaschine erledigen.“

Das kommt nicht von ungefähr. Manfred Richters Arbeitsstil ist akribisch. Sein Credo lautet: „Wenn es zu den unweigerlichen kleinen Pannen kommt, muss man so gut vorbereitet sein, dass die Teilnehmer nichts davon merken. Sie sollen auf unseren Turnieren unter professionellen Bedingungen in familiärer Atmosphäre reiten und dabei unabhängig vom Abschneiden Spaß haben.“ Ein hoher Anspruch. „Aber einer, den von Richter organisierte Turniere erfüllen“, schwärmt Cathrin Pritschau.

Ergebnisse der Reitertage
SH-Nachwuchs-Championat in der Junioren-Vielseitigkeit: 1. Leni Weist auf Havana Club (PFSV Süseler Baum), 5. Jonah Körner auf Enno, 12. Julia Wiechmann auf Sewarion /beide RFV Schlamersdorf).
Vereinsmeister RuFV Segeberg – Springen, Große Tour: Martina Tödt auf Travenort’s Lucky Limbus; Kleine Tour, Junioren: Lina Ladiges auf Unique; Junge Reiter / Reiter: Stefanie Koß auf Grace; Dressur, Große Tour: Annika Hartung auf Sunfire; Kleine Tour, Junioren: Julia Ehlers auf Herbstglanz; Junge Reiter / Reiter: Julia Reichel auf Quito Lino.

Weitere Ergebnisse finden Sie hier.

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