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Reiterszene Hanna Knüppel in bester Gesellschaft
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16:30 09.08.2019
Von Jürgen Brumshagen
Vielseitigkeitsreiterin Hanna Knüppel trumpfte bei der anspruchsvollen 4-Sterne-Prüfung im pölnischen Strzegon auf. Im Sattel von Carismo belegte die 22-Jährige aus Kisdorf den zweiten Platz. Quelle: (c) Ingo Wächter
Kisdorf

Hanna Knüppel lacht: „An diese Gesellschaft könnte ich mich gewöhnen!“ Als im polnischen Strzegon die Siegerehrung der CCI4*-Prüfung durchgeführt wurde, hatten die Kisdorferin und ihr Carismo zwei hochdekorierte Weltstars des Vielseitigkeitsreitens neben sich: Die Olympiasieger und Weltmeister Michael Jung (Horb-Altheim) und Sandra Auffarth (Ganderkesee). Als Zweite hatte sich die 22-Jährige zwischen Jung, der mit Sam jahrelang die Szene dominiert hat, und Auffarth geschoben. „Ein richtig schönes Ausrufezeichen“, strahlt Hanna Knüppel.

Strzegon war die letzte Sichtung für die Europameisterschaft, die Ende August in Luhmühlen geritten wird. Die DM-Elfte Hanna Knüppel, die für den RuFV Kisdorf-Henstedt-Ulzburg antritt, ist Realistin: „Ich stehe zwar auf der Longlist, aber nur im zweiten Block. In meiner ersten kompletten Saison bei den ,Großen’ geht es primär darum, dass ich mich etabliere. Bei der extrem starken Konkurrenz in Deutschland rechne ich nicht damit, nominiert zu werden.“ Ein Stück weiter oben auf der EM-Liste befindet sich Dirk Schrade (Heidmühlen) mit Unteam de la Cense und seinem Zweitpferd Catalan.

2017 gewann Hanna Knüppel im Juniorenbereich EM-Gold im Einzel und mit der deutschen Equipe. „2018 folgte allerdings eine Pechsträhne“, erzählt die Sportlerin, die zum Wintersemester ein Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften in Hamburg beginnen möchte. Carismo fiel ebenso verletzt aus wie seine Reiterin.

Doch in dieser Saison ist das Duo, das in Tangstedt trainiert, fit und im Spitzensport zurück. Nach der Dressur belegte Hanna Knüppel in Strzegom mit 29,70 Punkten Platz 6: „Wir konnten alles abrufen. Ein paar kleine Fehler waren dabei, aber es war ein Ritt, wie wir ihn mögen.“

Die Geländeprüfung war fair, auf der Strecke lauerten aber einige Klippen. Die erlaubte Zeit von 6:01 Minuten war so knapp bemessen, dass sie keiner der 51 Teilnehmer schaffte. Ohne Fehler preschte Hanna Knüppel nach 6:11 Minuten über die Ziellinie – Michael Jung lieferte im Sattel von Highlighter exakt das selbe Ergebnis ab. Mit vier Strafpunkten für Zeitüberschreitung verteidigte Jung mit 31,90 Zählern die Spitzenposition – Hanna Knüppel verbesserte sich mit 33,70 Punkten vor Lina Auffarth (37,20) auf Rang 2. „Es war eine Superrunde“, schwärmt die Kisdorferin. „Carismo war super motiviert.“ Im abschließenden Springparcours verteidigte sie mit einer schnellen Nullrunde den zweiten Platz.

In den kommenden Wochen wird Hanna Knüppel eine schwierige Entscheidung treffen: Setzt sie weiter auf ihr Spitzenpferd Carismo? „Mit 15 Jahren ist mein Calle eigentlich nicht zu alt für eine weitere Saison“, verrät sie ihre Überlegungen. „Aber er hat in den sieben Jahren, die ich ihn reite, viel geleistet. Ich möchte ihn ungern so doll belasten, dass er mit einer Verletzung in Rente geht.“ Als Alternative stünde der zehnjährige Calesco bereit, den Hanna Knüppel in diesem Jahr noch auf 4-Sterne-Niveau einsetzen will. „Calesco ist vielleicht sogar talentierter als Carismo. Aber er ist ein bisschen wild. Noch schwankt er zwischen Genie und Wahnsinn.“

In Polen brachte sie den erst sechsjährigen Geke Equigrip`s Levinio in einer CCI2*-Prüfung an den Start und kam auf Platz 20. „Ziel mit Levinio ist es, beim Bundeschampionat so gut abzuschneiden, dass es für einen Platz im deutschen Team bei der EM der jungen Pferde reicht.“

Dirk Schrade wurde in Polen im CCI2* mit Cancun Achter. Die Wahlstedterin Pia Münker (RV Haust-Kierst) ritt mit Jard auf Rang 9, Beeke Jankowski (RSG Schmalensee) kam mit Lucanis auf den 25. Platz. Im CCI4* schied die Schmalenseerin mit Tiberius im Gelände aus. Besser lief es für sie in der 3-Sterne-Prüfung. Mit Powermann wurde Beeke Jankowski Elfte. Ein Abwurf im Springen kostete eine Platzierung unter den Top Ten.

In einer weiteren CCI3*-Prüfung, in die eine längere Geländestrecke eingebaut war, kamen von sechs Reitsportlern nur der Sieger Michael Jung (Creevagh Cooley), Pia Münker (Commitment) und Dirk Schrade (Dajara) in die Wettung.

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