Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Reiterszene Umzug in der Zwangspause
Sport Reitsport Reiterszene Umzug in der Zwangspause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:01 28.03.2020
Von Jürgen Brumshagen
Hanna Knüppel wollte mit ihrem Erfolgspferd Carismo noch einige schwere Prüfungern reiten, ehe der 16-jährige Wallach aufs sportliche Altenteil geht. Doch daran ist für die Kisdorferin im Moment nicht zu denken. Quelle: PRIVAT
Anzeige
Kisdorf

Hanna Knüppel gehört zu den größten Hoffnungen unter Deutschlands Vielseitigkeitsreitern. Die Olympiateilnahme im Juli und August in Tokio war für die 23-Jährige aus Kisdorf zwar kein Thema. Aber die doppelte Junioren-Europameisterin und Schleswig-Holsteins Sportlerin des Jahres 2017 wollte mit ihrem Erfolgspferd Carismo noch einige Turniere reiten und den 16-jährigen Holsteiner Wallach danach in den wohlverdienten Ruhestand vom Leistungssport schicken. Parallel dazu wollte die U25-Kaderreiterin ihre Zukunftshoffnung Livinio (7) an immer schwerere Aufgaben bis hin zum WM-Niveau heranführen. Das Coronavirus hat alle Pläne zunichte gemacht.

Stattdessen hat sie mehr Zeit für den Umzug. Zusammen mit ihrem Freund ist sie dabei, nach Hude in den niedersächsischen Landkreis Oldenburg zu ziehen. „Mein Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften werde ich in Bremen fortsetzen.“

Anzeige

Die Pferde kommen natürlich mit in die neue Heimat. „Ich werde Teil des Stalls Auffarth in Bergedorf bei Ganderkesee. Dort sind wir in den besten Händen“, schwärmt Hanna Knüppel. Sie freut sich darauf, mit Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin Sandra Auffarth (33) zu arbeiten. „Da werde ich unglaublich viel lernen.“

Pferdewirtin Knüppel sitzt auch jetzt täglich im Sattel. „Statt Aufbautraining für die großen Turniere zu machen, geht es darum, den Fitnesszustand der Pferde zu erhalten“, erklärt sie. „Dabei wird noch mehr als sonst ohnehin schon auf Hygiene geachtet. Auch halten wir uns an ganz strenge Sicherheitsvorschriften.“

Zum Glück sei gutes Wetter. „Da kann ich mit meinen Tieren draußen arbeiten“, sagt Hanna Knüppel, die in der vergangenen Woche die Pferde auf den Anhänger lud und am Ostseestrand von Scharbeutz geritten ist.

Bis Pfingsten sind in der Vielseitigkeit alle Wettbewerbe abgesagt. „Die DM in Luhmühlen vom 18. bis 21. Juni wurde bislang noch nicht gecancelt“, erklärt die Kisdorferin. „Aber die Lage ändert sich ja gefühlt stündlich.“

Sie rechnet nicht damit, dass dann wieder geritten wird. „Gesundheit und Sicherheit gehen über alles. Da muss der Sport warten, bis sich die Situation wirklich entspannt hat.“ Und: „Es würde auch wenig Sinn machen, von Null kommend eine DM zu reiten.“

Hanna Knüppel versucht, gelassen zu bleiben. „Mein Vorteil ist, dass ich nicht mit dem Reiten oder einem Stall mein Geld verdiene. Ich glaube, dass viele Kollegen die nackte Panik auf der Stirn haben, weil kein Geld in die Kasse kommt.“ Aber irgendwie sitzt sie auch auf heißen Kohlen: „Als Leistungssportlerin fehlt mir der Wettkampf.“

Reitsport Pressemitteilung 24.03.2020
Reiterszene Deutsche Reiterliche Vereinigung - Neuer Film “Alte Helden” mit Lambrasco
Reitsport Pressemitteilung 23.03.2020
Reiterszene VR CLASSICS Neumünster - Auf vier Beinen zu den Großen
Johanna Voth 14.02.2020