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Dressur mit einem Hauch Olympia

Elmloher Dressurtage: Dressur mit einem Hauch Olympia

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13:04 24.08.2020
Von Reitsport Pressemitteilung
Helen Langehanenberg mit Annabelle beim Abreiten in Hagen. Quelle: www.toffi-images.de
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Elmlohe

Das war Balsam auf die Seelen der Ehrenamtler rund um Turnierleiter Jan Schalk, die viele Wochen für dieses Turnier gekämpft und gearbeitet haben. „Am Samstag in der Abendsonne standen da Ingrid Klimke, Helen Langehanenberg und Hubertus Schmidt bei uns auf dem Platz auf den ersten drei Plätzen – das war ein unglaubliches Bild, Gänsehaut!“, schwelgt Schalk in Gedanken an diesen Moment.

Wie bei allen anderen Veranstaltern war auch im Vorfeld von Elmlohe in diesem Corona-Jahr alles anders. Sonst steht das kleine Örtchen bei Bremerhaven mit rund 750 Einwohnern vier Tage im Jahr Kopf: Dann, wenn die Elmloher Reitertage dafür sorgen, dass mehr Pferde in den Dressur- und Springprüfungen an den Start gehen als der Ort Einwohner hat. In diesem Jahr hätten die Elmloher Reitertage 70. Geburtstag gefeiert. Durch Corona wurde auch diese Geburtstagsfeier verschoben und was sich sonst in vier Tagen in Elmlohe abspielt, wird in diesem Jahr an vier Wochenenden ausgetragen. Vergangenes Wochenende waren die Springreiter dran, dieses Wochenende die Dressurreiter – und übertrafen alle Erwartungen – und an den nächsten beiden Wochenenden werden dann noch weitere regionale und Amateur-Reiter nach Elmlohe geladen.

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„Es waren einfach Hammer-Dressurtage“, freut sich Schalk, „Wir hatten 198 Teilnehmer aus 17 Nationen, die bei 483 Starts angetreten sind und das Beste daran: Das Niveau war so hoch wie noch nie. Mit fast 80 Prozent wurde der Grand Prix Special gewonnen, mit 70 Prozent war man nicht mehr platziert – unglaublich.“ Es war der zwölfjährige Hengst Franziskus unter Reitmeisterin Ingrid Klimke, der den Special in Memoriam His Highness mit 79,118 Prozent gewann – das persönliche Bestergebnis des Paares! Platz zwei ging an Helen Langehanenberg und die ebenfalls zwölfjährige Annabelle mit 75,137 Prozent, dicht gefolgt von Beatrice Buchwald und den ehemaligen zweifachen Vize-Bundeschampion Brancusi mit 75,059 Prozent.

Schalk ist nicht nur Turnierleiter in Elmlohe, er ist zugleich auch Geschäftsführer des ausrichtenden Kreisreiterverbandes Wesermünde. Lange wurde diskutiert und beraten: Soll man das Turnier durchziehen? Wenn ja, wie? Am Ende war man sich einig: In Elmlohe sollte an diesem Wochenende einerseits für die Dressurreiter der Region, aber auch für ambitionierte Profis eine Startmöglichkeit mit besten Bedingungen geschaffen werden. Ausgeschrieben waren 14 Prüfungen, von den Bundeschampionats-Qualifikationen der fünf- und sechsjährigen Dressurpferde, über L-, M- und S-Dressuren bis zur großen Tour mit Intermediaire II, Grand Prix und Grand Prix Special. „Und wir hatten in diesem Jahr zum zweiten Mal den Louisdor-Preis bei uns in Elmlohe – ein absolutes Highlight mit ganz tollen Grand Prix-Nachwuchspferden.“ Elmlohe war die vierte Etappe der Serie für Deutschlands beste acht-bis zehnjährigen Grand Prix-Nachsuchspferde, die seit vielen Jahren von der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung unterstützt wird. Die beiden besten Paare sichern sich jeweils ein Ticket für das Louisdor-Preis-Finale. In Elmlohe ist Sandra Nuxoll der Doppel-Clou gelungen: Mit Bonheur de la Vie gewann sie die Finalqualifikation mit 74,860 Prozent, mit Hanami OLD wurde sie mit 73,791 Prozent Zweite!

Das Geheimnis von Elmlohe? „Elmlohe ist ein außergewöhnliches Turnier mit einmaliger Atmosphäre – sogar ohne Zuschauer“, war Ingrid Klimke begeistert. „Man fühlt sich als Reiter vom ersten Moment an willkommen, die Plätze sind super, alle sind so herzlich. Man verbringt ja viel Zeit auf den Turnieren und dann suche ich mir die Turniere aus, auf denen ich mich wohlfühle. Ich komme auf jeden Fall wieder.“ Kaderkollege Hubertus Schmidt wunderte sich: „Ich verstehe gar nicht, dass ich noch nie hier war. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei.“

Neben Top-Plätzen, bester Unterbringung der Pferde und herzlichem Service für die Reiter war Turnierleiter Schalk noch ein Aspekt besonders wichtig: „Ein gutes Turnier braucht unbedingt auch gute Richter. Wir hatten immer gute Richter, aber in diesem Jahr ist es uns sogar gelungen, einen internationalen Fünf-Sterne-Richter, Hans-Christian Matthiesen aus Dänemark, für unser Richterteam zu gewinnen. Das war für die Reiter besonders wertvoll, nicht zuletzt weil er als Richter für die Olympischen Spiele in Tokio aufgestellt ist.“ Matthiesen ging es wie den Reitern: „Ich war noch nie in Elmlohe, aber ich komme sehr gerne wieder.“