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Zucht Vigado heißt der Siegerhengst der Holsteiner Körung
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50. Holsteiner Körung und Elite-Auktion: Vigado heißt der Siegerhengst der Holsteiner Körung

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10:28 02.11.2020
Von Tara Gottmann
"In dem steckt noch ganz viel Potenzial": Vigado ist der Sieger der 50. Holsteiner Körung. Quelle: Tara Gottmann
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Neumünster

„Schon bei der Vorauswahl haben wir gesehen, dass wir hier einen außergewöhnlichen, qualitätsvollen Hengst hatten. Zwar war er noch nicht ganz so entwickelt, aber die große Sportlichkeit und das Springtalent waren ersichtlich“, wusste Thomas Nissen, Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes, nach der 50. Holsteiner Körung und Elite-Auktion über den Siegerhengst zu berichten. Vigado heißt der Dunkelfuchs. Er stammt aus der Zucht der Familie Witt in Wellinghusen.

„In dem steckt noch ganz viel Potenzial, die ganze Körkommission hat ihn unangefochten vorne gesehen“, lobte der Zuchtleiter. Der Hengst wird beim Holsteiner Verband verbleiben. Vielleicht tritt er ja in die Fußstapfen seines Vaters: Vigo d’Assouilles wurde unter dem Belgier Philippe Lejeune im Jahr 2010 Weltmeister bei den Springreitern.

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Insgesamt waren 65 Hengste der Körkommission vorgestellt worden. 18 davon wurden gekört, fünf erhielten eine Prämie. „Wir haben nur die gekört, von denen wir auch wirklich überzeugt waren“, erklärte Nissen. Neun der gekörten Hengste wurden im Anschluss an die Proklamation zur Versteigerung angeboten – Corona-bedingt als Hybrid-Auktion. Interessierte Käufer konnten vor Ort und online mitbieten. Der Durchschnittspreis betrug 71300 Euro. Die Preisspitze stellte hierbei der zweite Reservesieger Cortado aus der Zucht von Karola Boley aus Lutzhorn. Er wechselte für 144000 Euro auf den Grönwohldhof von Manfred von Allwörden, der auch den Reservesieger Carmarino stellte. Er kam wie der Siegerhengst Vigado nicht zur Auktion. 24 der nicht gekörten Hengste wurden für durchschnittlich 20000 Euro verkauft.

Der diesjährige Berichterstatter der Körkommission, Heinz Meyer, kritisierte die teilweise übertriebene Vorbereitung der Hengste auf das Freispringen. „Eine Beurteilung des Springvermögens ist so nicht möglich.“

Am Sonnabend standen außerdem 32 junge Reitpferde zur Auktion in den Holstenhallen. Teuerstes Pferd wurde der Hengst Combat SR, der für 150000 Euro seinen Besitzer wechselte. Der Durchschnittspreis lag bei 33000 Euro.

Die diesjährige Körung stand unter ungewissen Vorzeichen. „Wir können dankbar sein“, machte Thomas Nissen im Anschluss deutlich. Nach einer ungewissen Planung, ob die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie und den einhergehenden Einschränkungen überhaupt noch am Sonnabend durchgeführt werden kann, kam die erleichternde Nachricht am Mittwochabend: Die Holsteiner Körung und Auktion konnten an allen drei Tagen starten, sogar mit Zuschauern. „Freitagabend bin ich beruhigt aus Neumünster weggefahren“, erzählte Nissen. „Die Leute haben sich sehr diszipliniert verhalten und sich an alle nötigen Maßnahmen gehalten.“ Die Sitzreihen waren nicht aufgebaut, stattdessen gab es nummerierte Tische und eine Maskenpflicht. „Diese Körung wird wohl als die Corona-Körung in die Geschichte eingehen“, so Heinz Meyer. „Das ist schade, die Hengste hätten eine volle Halle verdient.“

Und auch für Thomas Nissen wäre es mit einer vollen Halle ein schöneres Ambiente gewesen. Für ihn war es die letzte Körung als Zuchtleiter, weswegen er nach der Körung verabschiedet wurde. Ende Dezember hat er nun seinen letzten Arbeitstag, bevor es in den Ruhestand geht.

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