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Zucht Zwischen Tränen und Triumph
Sport Reitsport Zucht Zwischen Tränen und Triumph
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17:35 11.02.2019
Von Jessica Bunjes
Springsieger Delandro vorgeführt von Ausbilder Gordon Paulsen. Quelle: Jessica Bunjes
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Neumünster

Es waren bewegende, tränenreiche, in jeder Hinsicht emotionale Momente: Die Hengstkörung des Pferdestammbuchs SH/HH (PSB) in den Holstenhallen von Neumünster hatte es drei Tage lang in sich – insbesondere das „volle Programm“ Rassevielfalt mit der Proklamation der besten Hengste als Höhepunkt. Zu guter Letzt beeindruckte der Schaunachmittag „Showtime“.

Einer, der in diesem Jahr das ganze Spektrum von „zu Tode betrübt“ bis „himmelhoch jauchzend“ durchlebte, war Welsh Cob-Züchter Gerd Puck aus Nessendorf: Während sein zur Blutauffrischung extra aus England importierter Rapphengst Brynithon Mystic den Anforderungen der Jury um Pferdestammbuch-Geschäftsleiterin Elisabeth Jensen (Felde) nicht entsprach und mit den gefürchteten Worten „Der Hengst ist nicht gekört“ die Bahn verlassen musste, wurde der im Puck’schen Stall geborene Möhlenbeeks Benvenito Rassesieger der „Sektion D“.

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„Ich freue mich sehr. Zumal wir erst vor drei Wochen mit unserem Bacon den Reservesieger auf der Bundeshengstschau zur Grünen Woche gestellt haben“, erzählte Gerd-Wilhelm Puck über seinen „Lauf“, den er einer Menge Familieneinsatz, Ehrgeiz und Liebe zu den „Cobs“ verdankt: Mehrmals pro Woche fahren er und Bruder Ulrich mit den Pferden nach Futterkamp und Preetz, zum Training und zum Freispringen. Sohn Henning stellt die Hengste auf der Körung vor. 1992 kam die erste Cob-Stute zu den Pucks, Starlight, 2000 brachte sie ihnen den ersten Sieger. „Die Stute hat mich mehr als begeistert, für mich kommen seither nur Cobs infrage.“

Komplett auf eine andere Fraktion – auf Reitponys – ist Peter Böge (Schönhorst) abonniert. Rund die Hälfte, nämlich ein gutes Dutzend der vorgestellten Kandidaten, ließ er aus seinem Gestüt Steendiek von Bastian Walser vorstellen. Am Ende kamen der Sieger, Carlo Ponti, und der zweite Reservesieger, Chellentano, aus seiner Erfolgsschmiede. Springsieger Delandro hatte Ausbilder Gordon Paulsen (Wöhrden) an der Hand. „Er gehört Michael Krüger aus Wacken, wird bei uns angeritten und soll schließlich unter einem talentierten jungen Reiter zum Bundeschampionat“, verriet Paulsen. Begeistert von den „guten Bildern“ im Freispringen war der PSB-Vorsitzende Raimon Joesten (Lieth): „Die Ponys sind hervorragend vorbereitet, es herrscht eine herrliche Atmosphäre.“ Zuchtleiterin Jensen bestätigte diesen Eindruck: „Die Qualität ist in diesem Jahr besonders gut.“ Das galt insbesondere auch für die Islandpferde, mit Abstand angeführt von Eyjolfur vom Heesbeeg (Züchter: Ina und Daniel Schulz, Ehndorf).

Gefreut hat die Experten laut Jensen insbesondere, dass sechs New-Forest-Ponys angemeldet waren (Sieger wurde Camil Crack aus niederländischer Zucht). „Wohingegen derzeit leider die Gruppe der Haflinger etwas wegbricht“, bedauerte Joesten mit Blick auf nur einen Kandidaten, der am Ende zur Zucht zugelassen wurde (Stanfour von der Zuchtgemeinschaft Ulrich aus Börm). Insgesamt warben 74 Hengste aus 15 Rassegruppen um das positive Urteil, immerhin 52 erhielten es.

Alle Ergebnisse der Körung finden Sie unter www.pferdestammbuch-sh.de.

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