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Trakehner Hengstmarkt: Siegerhengst Rheinglanz überstrahlte alle

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11:51 19.10.2020
Von Tara Gottmann
Er soll schon als Fohlen ein Chameur und etwas ganz Besonderes gewesen sein. In Neumünster erzielte Rheinglanz nun den Spitzenpreis. Quelle: Tara Gottmann
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Neumünster

Kein Vorbeikommen war beim Trakehner Hengstmarkt in den Holstenhallen am Hengst Rheinglanz. Bereits bei der Pflastermusterung am Donnerstag gab es für ihn Szenenapplaus vom Publikum. Der Dunkelbraune überzeugte die Körkommission an allen drei Tagen.

Der stellvertretende Zuchtleiter Neel-Heinrich Schoof, der den krankheitsbedingt fehlenden Zuchtleiter Lars Gehrmann vertrat und der Körkommission vorstand, erklärte die Entscheidung: „Ein Sympathieträger besonderer Machart, der sofort die Herzen erobert; auf dem Pflaster, im Freispringen und auch heute noch einmal mit einer überzeugenden Darstellung hinsichtlich der Grundgangarten, die von allererster Güte sind. Ein herrlicher Typ, der immer wach und immer bei der Sache ist. Ein Hengst, der darüber hinaus über einen herrlichen Typ verfügt und immer konzentriert ist.“

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Rheinglanz (von Helium-Couracius) stammt aus der Zucht des Gestüts Bönnighardt von Werner Heitfeld. „Er war schon als Fohlen ein Charmeur und etwas ganz Besonderes“, erinnerte er sich. Vor zwei Jahren wechselte er in den Besitz von Jill Mieleszko-Vekens aus Paderborn. Ihr Mann Frederik Vekens erzählte: „Meine Frau meinte, dass wir am nächsten Tag zum Trakehner Bundesturnier nach Hannover fahren. Da war aber das Eröffnungsspiel der Fußball-WM, und ich hatte Grillfleisch gekauft.“ Vekens gab seiner Frau deshalb mit auf den Weg: „Kaufe bei der Auktion bloß kein Fohlen! Es wurden zwei. Da war ich erst mal sauer.“ „Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich, das war meiner“, erklärte Jill Mieleszko-Vekens.

Trotzdem ging Rheinglanz im Anschluss zur Hybridauktion. „Man ist natürlich stolz auf seinen Siegerhengst, aber auch traurig. Wenn er in gute Hände geht, ist das viel wert.“ Vekens erklärte, dass es auch um die Wirtschaftlichkeit geht: „Das Rad muss sich weiterdrehen. Das Geld muss auch mal zurückfließen.“ Für 305000 Euro wechselte der Hengst bei der Auktion den Besitzer und stellte damit den Spitzenpreis.

Zum Reservesieger wurde der schwarzbraune Hengst Tanzkönig vom Gestüt Panker auserkoren. Er überzeugte vor allem mit seinen Gangarten. „Wenn wir einen Sonderehrenpreis für den Schritt vergeben würden, dieser Hengst würde ihn bekommen“, schwärmte Schoof. „Ein imponierender Hengst. Er verfügt über drei hervorragende Grundgangarten, einem herausragendem Schritt, ist schwungvoll in Trab und Galopp, mit akzentuierten Bewegungen und dabei viel Gebäudeharmonie und einem großen Rahmen mit deutlich männlichem Habitus. Er konnte uns an allen Tagen überzeugen.“ Tanzkönig wurde für 79000 Euro versteigert und fand ein neues Zuhause in Hamburg. Damit war er der zweitteuerste Hengst.

Insgesamt wurden zwölf der 32 vorgestellten Junghengste gekört, sechs von ihnen prämiert. Sieben der gekörten Hengste wurden versteigert, der Durchschnittspreis lag bei 83000 Euro. Von den nicht-gekörten Hengsten kamen sechs zur Auktion und erzielten einen Durchschnittspreis von 13667 Euro. Bei der Auktion der Zuchtstuten am Freitag wechselten neun Stuten für durchschnittlich 33667 Euro den Besitzer. Die Preisspitze stellte hier mit 105000 Euro Helia von Millennium. Sie ist die Vollschwester zu Helium, dem Vater von Rheinglanz, und wurde vom Gestüt Staffelde bei Berlin ersteigert, wo auch Helium stationiert ist. Der Durchschnittspreis der 14 versteigerten Fohlen lag bei 10661 Euro.

Der Vorsitzende des Trakehner Verbandes, Norbert Camp, zog ein zufriedenes Fazit des Hengstmarktes, der angesichts der Corona-Lage in Neumünster mit einer Sondergenehmigung stattfinden konnte: „Ich bin froh, dass wir unser entwickeltes Hygienekonzept gut umgesetzt und die Besucher sich so diszipliniert an die Vorgaben gehalten haben. Damit haben wir das Vertrauen, dass die Stadt Neumünster und das Land Schleswig-Holstein in uns gesetzt haben, voll bestätigt und senden ein positives Signal an die Veranstaltungen, die jetzt noch folgen.“

Nur ein Drittel der sonst üblichen Zuschauer war zugelassen. Die Holstenhallen wirkten leer. Die Sitzreihen an den langen Seiten wurden nicht aufgebaut, stattdessen gab es Tische. Zudem herrschte Maskenpflicht, sobald der Sitzplatz verlassen wurde.

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