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Westfälisches Pferdestammbuch: Siegerhengst springt zur Preisspitze

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20:01 26.11.2021
Von KN Reitsport
Foto: Preisspitze des Westfälischen Hengstmarktes Springen 2021: Der Siegerhengst Nr. 71 v. Classico TN/Diamant De Semilly.
Preisspitze des Westfälischen Hengstmarktes Springen 2021: Der Siegerhengst Nr. 71 v. Classico TN/Diamant De Semilly. Quelle: Westfälisches Pferdestammbuch
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Münster

Der zweite und damit letzte Teil der westfälischen Hauptkörung 2021 ist beendet. An diesen beiden Tagen standen die 29 springbetonten Hengste im Mittelpunkt der Veranstaltung. Es wurden 20 Hengste aus dem Körlot gekört und acht prämiert.

Ebenso wie die dressurbetonten Hengste an den vorherigen Körtagen, starteten die Springhengste auf der Dreiecksbahn mit ihrer Vorstellung. Als zweite Präsentation am ersten Körtag folgte das Freispringen in der gewohnten Form mit einer Springreihe aus drei Sprüngen. Am zweiten Tag stand der zweite Durchgang im Freispringen an: im letzten Jahr eingeführt und bewährt, erfolgte dieses lediglich über einen einzelnen Sprung. Diese Durchführung ist in Deutschland einmalig und wurde für jeden Hengst durch einen ausführlichen Kommentar von Zuchtleiter Thomas Münch abgerundet.

Aus dem insgesamt mit hoher Qualität ausgestatten Körlot ging mit der Kopfnummer 71 ein Sohn des Classico TN als Siegerhengst hervor. Aus der Zucht der ZG Hendrik Zurich und Max Goldammer aus Schüttorf und im Besitz von Hendrik Zurich präsentierte sich der Hengst aus einer Mutter von Diamant de Semilly über beide Körtage hinweg souverän und in überragender Qualität. Ein Springpferd par excellence mit perfekten Körperpartien und viel Übersicht am Sprung und nahezu grenzenlosem Vermögen. „Wenn es eine 12,0 fürs Vermögen geben würde, hätte dieser Hengst sie bekommen. Ein Siegerhengst wie er im Buche steht“ war das Fazit des Zuchtleiters.

Der 1. Reservesiegerhengst mit der Kopfnummer 91 stammt von Untouchable aus einer Mutter von Balou de Rouet (Z. u. Ausst.: IB Berger GmbH). Der typvolle Hengst konnte die Kommission ebenfalls bei allen Vorstellungen mit seiner Qualität überzeugen. Als 2. Reservesieger konnten sich gleich zwei Hengste durchsetzen: Kopfnummer 89 von Stakkato Gold aus der Staatsprämienstute A la Calinca von A la Carte NRW sowie Kopfnummer 85 von Ogano Sitte aus einer Mutter von Accord II.

Weitere prämierte Hengste in unrangierter Reihenfolge:
62 v. Balounito / Cornet Obolensky
70 v. Checkter / Cornet Fever
80 v. Golddigger / Clinton
92 v. Untouchable / Lux

Der erfolgreichste Hengstvater war wie im vergangenen Jahr der Ausnahmevererber Cornet Obolensky. Er stellte drei gekörte Nachkommen.

Gesamtumsatz der Westfälischen Hengstmärkte bei knapp 5 Millionen Euro
Der Hengstmarkt der springbetonten Hengste bildete den Abschluss der Westfälischen Körtage. Gefeierte Preisspitze wurde mit 350.000 Euro der kurz zuvor gekürte Siegerhengst v. Classico TN/Diamant De Semilly. Alle Prämien- und Endringhengste verbleiben auf deutschen Stationen. Insgesamt wurden auf den Hengstmärkten der dressur- und springbetonten Hengste in Westfalen knapp 5 Millionen Euro umgesetzt.

Wie bei den dressurbetonten Hengsten fand der Hengstmarkt der springbetonten Hengste in Form einer OnLive Auktion statt. Gebote konnten sowohl online als auch live vor Ort in Münster-Handorf abgegeben werden. Der erste Hengst der zur Versteigerung hereintrabte wurde erst kurz zuvor gebührend gefeiert. Mit Standing-Ovations wurde der Sohn des Classico TN/Diamant De Semilly (Z.: ZG Zurich/Goldhammer, Schüttdorf; Ausst.: Hendrik Zurich, Schüttdorf) als Siegerhengst gefeiert. Der Schimmelhengst war einem österreichischen Sportstall 350.000 Euro wert. Er wird seine Box im Rheinland auf der Station Schult beziehen. Der erste Reservesieger zieht nach Riesenbeck. Zum Zuschlagspreis von 180.000 Euro sicherte sich die Hengststation Beerbaum den Untouchable/Balou du Rouet-Sohn (Z. u. Ausst.: IB Berger GmbH, Sulzbach-Rosenberg). Eine weitere vielversprechende Offerte wird ebenfalls auf der Station Beerbaum aufgestallt. Bei dem Emerald v.h.Ruytershof/Ahorn-Sohn (Z.: Lukas Enting, Niederlande; Ausst.: BG Sportpferde Beckmann GmbH & Co. KG und Hendrik Zurich, Wettringen) mit der Kopfnummer 78 fiel der Auktionshammer bei 70.000 Euro. Auch der zweite Reservesieger, die Kopfnummer 89 v. Stakkato Gold/A la Carte NRW (Z. u. Ausst.: Heinrich Ramsbrock, Menslage) wird den Züchtern auf deutschem Boden zur Verfügung stehen. Er bezieht seine Box an der Seite seines Vaters auf der Hengststation Sprehe zum Zuschlagspreis von 120.000 Euro.

Zwei Prämienhengste werden ihre Boxen in einem der deutschen Landgestüte beziehen. Für 140.000 Euro sicherte sich das Landgestüt Moritzburg den Sohn des Untouchable/Lux (Z. u. Ausst.: Didier Jacquemin, Belgien) mit der Kopfnummer 92. In direkter Nachbarschaft zu Münster-Handorf wird der Sohn des Golddiger/Clinton (Z. Gerard Oosterik, Niederlande; Ausst.: Sport-Horses-Sirrin, Neuötting) mit der Kopfnummer 80 in Zukunft beheimatet sein. Das Landgestüt Warendorf sicherte sich den Schimmelhengst zum Zuschlagspreis von 77.000 Euro.

Für ein spannendes Bieterduell sorgte der teuerste gekörte, aber nicht prämierte Hengst. Die Besucher in der Auktionshalle in Münster-Handorf hatten bei dem ergreifenden Bieterduell wenig zu sagen. Online wurde dieser Kampf um die Kopfnummer 73 zwischen Kunden aus Georgien und Kolumbien ausgemacht. In kleinen Schritten kämpften sich die Parteien bis 80.000 Euro hoch. Dann fiel der Hammer von Auktionator Thomas Münch auf das Pult. Den Zuschlag für den Sohn des Cornet Obolensky/Quality Time erhielten die Bieter aus Georgien. Die verkauften gekörten und nicht prämierten Hengste setzten insgesamt 242.000 Euro um. Durchschnittlich mussten die Kunden 48.400 Euro investieren. Von den zum Verkauf angebotenen nicht gekörten Hengsten wechselten vier den Besitzer. Mit einem Gesamtumsatz von 78.500 Euro investierten die Kunden durchschnittlich 19.625 Euro. Beliebteste Offerte war hier mit der Kopfnummer 61 der typschöne A la Carte NRW/Arpeggio-Sohn (Z.: Hans-Dieter Göhner, Melle; Ausst.: Dressurstall Sandbring GmbH, Meinersen). Zum Zuschlagspreis von 26.000 Euro zieht er nach Hessen.

Von den 20 zum Verkauf angebotenen springbetonten Hengsten wechselten 16 am heutigen Nachmittag den Besitzer. Die Verkauften springbetonten Hengste setzten zusammen 1.357.000 Euro um. Für einen gekörten Springhengst mussten durchschnittlich 106.583 Euro investiert werden. Mit einem Gesamtumsatz der beiden Hengstmärkte von knapp 5 Millionen Euro konnte dieser im Vergleich zum vergangenen Jahr um knapp 1 Millionen Euro gesteigert werden. „Ich freue mich besonders, dass unsere heimischen Kunden so viel Vertrauen in uns und unsere Hengste setzen. Neun der gekörten Hengste werden auf Hengststationen innerhalb Deutschlands zum Einsatz kommen“, freut sich Auktions- und Zuchtleiter Thomas Münch. „Ich bedanke mich bei allen Züchtern, Ausstellern, Kunden und unserem ganzen Team des Westfälischen Pferdestammbuchs für diese gelungenen Körtage, die in den beiden Hengstmärkten einen ganz besonderen Abschluss gefunden haben!“

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