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Zucht Worauf es bei Pferden ankommt
Sport Reitsport Zucht Worauf es bei Pferden ankommt
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11:02 04.07.2019
Von Detlef Dreessen
Rudolf Drünert, 1. Vorsitzender des Hannoveraner Vereins Schleswig-Holstein, war mit seinen Stuten Turandot (links) und Quesada erfolgreich. Quelle: Detlef Dreessen
Rickling

Sehen und gesehen werden. Was bei gesellschaftlichen Ereignissen gilt, ist auch bei jungen Pferden von Bedeutung. Auf dem Gelände des Hofes Hellmold in Fehrenbötel standen gut aussehende Hannoveraner-Stuten und -Fohlen im Mittelpunkt.

26 Stuten und 35 Fohlen zeigten sich den Zuschauern und den Richtern, die auf Aussehen, Gebäude und Grundgangarten achteten.

Auch wenn der Kauf von Zuchtpferden heute vor allem über das Internet und auf Auktionen läuft, finde auch bei solchen Schauen manch ein Züchter sein Traumpferd, berichtete Rudolf Drünert, Vorsitzender des Hannoveraner-Vereins Schleswig-Holstein. Manche Pferde seien wahre Weltvererber. Sie gäben ihre Gene an internationale Spring-, Dressur- und Vielseitigskeitspferde weiter. Wichtig sei nach wie vor, genau hinzuschauen. Anders als bei den Rindern gebe es keine messbaren Werte wie Milchleistung oder Euterform, erklärte Drünert. Und selbst, wenn ein Pferd genetisch top ist, finde es erst mit dem passenden Reiter zur Spitzenform.

Hilfe bei der Einschätzung gaben die Richter nach jeder Pferdvorstellung. Die kundigen Zuschauer am Rand des Dreiecksplatzes wussten mit Informationen wie „Engagiert im Hinterbein“ oder „eine Stute im quadratischen Format“ etwas anzufangen. Gut kam auch an, wenn ein Pferd „im Schritt viel Taktsicherheit“ bewies und neben einer „harmonischen Oberlinie“ ein „ausdrucksstarkes Gesicht“ und Langbeinigkeit vorzuweisen hatte. 21 der 26 Stuten wurden ins Stutbuch aufgenommen. Sehr zufrieden konnte Sandra Schlick aus Garbek mit ihrer zweijährigen Stute Fiorice sein. Sie erhielt das Prädikat 1a und hat eine Chance auf die Staatsprämie. Die 80 bis 100 Euro, die einst der Staat vier Jahre lang als „Deckgeld“ zugeschossen hat, um die Zucht zu fördern, werden inzwischen von Sponsoren übernommen, erklärte Drünert. Entscheidender als die Summe sei das Prädikat für die besten drei- bis fünfjährigen Stuten, die mindestens ein Fohlen haben. „Das ist eine Ehre.“ Seine Stuten Turandot RD und Quesada RD konnten mit dieser Würdigung nach Hause fahren.

Mit fünf Stuten ist Drünert schon einer der größten Züchter in Schleswig-Holstein. „Die meisten haben nur eine Stute“, berichtete er. Doch die Tendenz gehe nach oben. „Es wird wieder mehr gezüchtet.“ 300 aktive Züchter habe der Verband. Die einen setzen wie Drünert auf Springpferde, andere auf Dressurpferde.

Dass auch Freizeitzüchter Erfolg haben können, zeigte Anja Lingstädt aus Hasenmoor. „Ein toller Dunkelfuchs mit hervorragender Abstammung“, raunte Erdwig Holste, der oberste Registrierungsbeauftragte des Hannoveraner Verbandes. 10000 Euro koste solch ein Fohlen. Daher wurde es auch gleich mit einem Chip versehen, der mittels einer Spritze unter der Haut implantiert wurde. „Brandzeichen waren sicherer, aber sie sind ab diesem Jahr nicht mehr erlaubt“, sagte er. „Chips gehen verloren, wenn sie als Fremdkörper abgestoßen werden.“ Zudem sehe man nicht mehr auf den ersten Blick, woher ein Pferd kommt. „Aber die Diskussion ist gelaufen.“

Weil Chips theoretisch auch von Ganoven manipuliert werden können, fertigte Holste auch noch einen Pferdepass an und erklärte: „Der ist vergleichbar mit einem Personalausweis.“

Die Fotostrecke zur Hannoveraner-Schau finden Sie hier.

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