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Segelsport Eine total verwinkelte Segel-WG
Sport Segelsport Eine total verwinkelte Segel-WG
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10:00 22.06.2018
Von Niklas Schomburg
Der segelnde Winkel-Clan mit Birte, Malte und Anastasiya (v.li.). Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Konkurrenz ist das aber nicht – noch nicht. Malte hat mit Vorschoter Matti Cipra im Mai EM-Bronze abgeräumt. Die Frauen-Teams trifft er auf der Bahn, aber die haben ihr eigenes Feld. Birte segelt gemeinsam mit Steuerfrau Theres Dahnke zwar schon mit im Konzert der Großen, ist im Kampf um Meistertitel aber noch bei den Junioren unterwegs. Anastasiya mischt mit Skipperin Fabienne Oster wie zwei andere deutsche Teams kräftig in der erweiterten Weltspitze mit. „Das ist keine Konkurrenz, im Gegenteil: Wir haben von Fabi und Nacia viel gelernt“, sagt Birte. „Es ist schon cool, wenn man abends nochmal Sachen analysieren und diskutieren kann.“

Abends – in der gemeinsamen Wohnung. Denn tatsächlich wohnen alle drei Winkels in einer WG. „Natürlich kommt das Thema da immer schnell auf Segeln“, sagt Malte. „Das ist auch gut, wir können alle voneinander profitieren. Aber manchmal muss man auch über was anderes reden.“ Freunde außerhalb des Sports sind wichtig, Mitbewohner Nummer vier ist zwar auch Segler, aber nicht im Leistungsbereich angesiedelt.

World Sailing denkt über Mixed-Konkurrenz nach

Nach der Ankündigung des Welt-Seglerverbands, die Zweihandjollen für die Spiele 2024 in Paris auf den Prüfstand zu stellen, könnte sich eine Konkurrenzsituation aber schneller ergeben als zuvor gedacht. World Sailing denkt laut über eine Mixed-Konkurrenz nach. Heißt es in den Ergebnislisten also bald Winkel/Winkel? „Ich habe schon gesagt, wir machen eine Ausscheidung mit Nacia und Birte. Da schauen wir, wer besser ist, und diejenige darf dann mit mir segeln“, sagt Malte und lacht. „Nein, mal im Ernst: Darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht. Erst mal fahren wir unsere Kampagne für 2020, dann sehen wir, wie es Richtung 2024 aussieht. Wir müssen abwarten, noch ist ja nichts entschieden.“

Zwei vierte Plätze am Donnerstag

In den aktuellen Konkurrenzen auf der Kieler Woche liegen die deutschen Teams gut. „Wir haben am ersten Tag den Fokus auf Trimm und Material gelegt, haben darüber bei den drehenden Winden die Böen nicht erkannt. Heute war es besser, da sind wir cleverer gesegelt“, berichtete Malte nach den Plätzen neun und 13 am Mittwoch und zwei vierten Plätzen gestern.

Optimal begann es für Anastasiya mit Fabienne Oster. „Der Sieg zum Auftakt war natürlich perfekt, wir sind sehr zufrieden“, sagte Oster zu Platz vier nach zwei Tagen. Und Anastasiya ergänzte lachend: „Hier zu Hause muss man ja besser sein.“ Kiel, zu Hause, wo die Winkels jeden Abend übers Segeln reden. Das ist Familie.

Das Wetter wirbelte am Donnerstag den Plan für die olympischen Klassen gehörig durcheinander. Raus, rein, wieder raus – viel Arbeit für Wettfahrtleiter und Segler gleichermaßen. Durch das neue Schichtsystem kamen einige Klassen gar nicht auf die Bahn, andere fuhren bis in die späten Abendstunden.

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