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Segelsport Salto rückwärts in die Förde
Sport Segelsport Salto rückwärts in die Förde
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22:33 25.06.2014
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Fan-Gang zur Unterstützung der 49er. Traditionell feuern die Kollegen ihre Finalisten im Entscheidungslauf vom Motorboot aus an. Quelle: pae
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Kiel

Für Organisationsleiter Peter Ramcke waren die Finalrennen unter strahlend blauem Himmel, bei leichten, aber noch segelbaren Bedingungen der „krönende Abschluss“.

 Das sahen auch die Kieler Heil/Plößel nach ihrem ersten Sieg auf ihrem Heimatrevier so. Als Führende waren sie in die Finalrunde gegangen, die bei den Skiffs über drei Kurzrennen ging. Hier konnten sie nach den Plätzen 4 und 3 bereits nach zwei Medaillenrennen feiern. Noch auf dem Wasser genossen sie mit Deutschland-Fahne und Freunden auf Begleitbooten den Triumph. „Wir sind konservativ in die Serie gestartet und haben versucht, uns auf dem engen Kurs aus allem herauszuhalten. Das hat sehr gut funktioniert, wir sind mega happy“, sagte Heil. Die Konkurrenz sei sehr stark gewesen, sagte Heil, da viele Spitzencrews hier einen Zwischenstopp auf dem Weg zur EM in Helsinki einlegten.

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 Heil/Plößel blieben gleich auf dem Wasser, um ihrem Kumpel Philipp Buhl die Daumen zu drücken. Der Bayer kontrollierte den direkten Verfolger Karl-Martin Rammo (Estland) und atmete nach dem dritten Platz im einzigen Finalrennen, der ihm den Gesamtsieg sicherte, hörbar durch: „Das war ein sehr taktisches Rennen. Auf dem ersten Vorm-Wind-Kurs war fast kein Wind mehr. Aber ich bin erstaunlich cool geblieben.“ Für eine weitere Laser-Medaille sorgte Tobias Schadewaldt (Oldenburg) als Dritter.

 Eine extrem spannende Kieler Woche lieferten die 470er-Frauen. Die deutsche Crew Annina Wagner/Elisabeth Panuschka wechselte sich ständig an der Spitze mit Lara Vadlau/Jolanta Ogar (Österreich) ab. Der Sieg im Finale entschied schließlich zugunsten der Deutschen. Nadine Böhme/Ann-Christin Goliaß (München) holten Bronze. „Das Finale war am Anfang sehr kritisch. Wir dachten, wir hätten einen Frühstart und sind noch einmal zurück“, berichtete Siegerin Annina Wagner. Danach arbeiteten sie sich aber durch das Feld und verteidigten schließlich die Spitzenposition. „Das war eng und spannend, am Ende haben wir uns belohnt“, freute sich Elisabeth Panuschka.

 Überraschend Silber holten die 470er-Männer Jasper Wagner/Dustin Baldewein (Berlin). Nachdem sie die Woche über im Schatten des Zweikampfes von Olympia-Gold-Gewinner Mathew Belcher/Will Ryan (Australien) mit den Griechen Panagiotis Mantis/Pavlos Kagialis standen, fuhren sie im Finale als Erste über die Linie und somit noch an Belcher/Ryan vorbei. Gold ging an die Griechen.

 Alles andere als wunschgemäß verlief das finale Rennen für Lisa Fasselt (Essen). Mit dem letzten Platz in der Wettfahrt der Top-Ten musste sie ihre Führung an Tatiana Drozdovskaya (Weißrussland) abgeben, konnte aber knapp den zweiten Platz gegen Pauline Liebig (Kiel) verteidigen.

 Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Kiel) reihten sich im 49erFX hinter den Spanierinnen Tamara Echegayen/Berta Betanzos sowie Jena Mai Hansen/Katja Salskov-Iversen (Dänemark) ein.

 Flecken auf seine weiße Weste gab es beim Paralympics-2000-Sieger im 2.4mR, Heiko Kröger. Nach fünf Siegen reichten ihm aber die beiden zweiten Ränge zum Abschluss zum souveränen Gesamtsieg vor der britischen Paralympics-2012-Siegerin Helena Lucas. Ohne irgendwelche Abzüge in der B-Note agierten dagegen Jens Kroker/Robert Prem/Siegmund Mainka im Sonar. Die erstmals zur Kieler Woche vertretene Disziplin war nur mit vier Booten besetzt und wurde mit sieben Siegen in sieben Rennen von den Paralympics-Siegern von 2008 dominiert.

Ralf Abratis, Ingolf Haake und Andreas Kling