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Segelsport Nur Skiffs verbreiten Olympia-Glanz
Sport Segelsport Nur Skiffs verbreiten Olympia-Glanz
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10:56 27.06.2019
Von Niklas Schomburg
Die Weltranglisten-Sechste Manami Doi aus Japan ist dabei - die anderen Olympia-Medaillen-Kandidaten fehlen aber auch im Laser Radial. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Im FX sind zwölf der besten 25 Teams der Weltrangliste – darunter drei aus den Top fünf – in Kiel am Start, das 49er-Feld ist mit satten 19 von 25 gespickt, inklusive der beiden führenden Crews und der kroatischen Weltmeister-Brüder Sime und Mihovil Fantela sowie der Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner Peter Burling/Blair Tuke, die nach ihrem späten Wiedereinstieg ins olympische Segeln erst auf Rang 51 geführt werden. Bei den Nacras sind es fünf Top-25-Crews, bei den Laser-Radial-Seglerinnen sieben, angeführt von der Weltranglistensechsten Manami Doi aus Japan. Bei den Finns sind es derer drei – allerdings ist der Australier Jake Lilley als Elfter der Höchstgeführte. Und im Laser Standard: null.

WM, Jugend-EM, Testevent

Der Grund: Ab Montag kämpfen Philipp Buhl und Co. in Japan um den Weltmeistertitel. Außer fünf Seglern – vier Briten und ein Schwede – ist daher niemand aus den Top 100 der Laser-Weltrangliste in Kiel am Start. Und auch in anderen Klassen kannibalisieren zeitnahe Meisterschaften die Kieler Woche. Am Sonnabend beginnt die Jugend-EM im Laser Radial in Griechenland, am 16. Juli die Radial-WM, Anfang August die WM der 470er, beide in Japan. Über allem schwebt das Damoklesschwert des Testevents im olympischen Segelrevier von Enoshima, das am 15. August beginnt. Im vergangenen Jahr starteten viele Top-Stars bei der Kieler Woche, weil die anschließende WM aller olympischen Segelklassen im verhältnismäßig nahen, ähnlichen Revier von Århus stattfand.

"Pufferzone" für die Kieler Woche?

„Wir beobachten schon seit Jahren, dass es nicht nur immer mehr Veranstaltungen gibt, sondern die auch terminlich auf Kollisionskurs mit unserem Kieler-Woche-Zeitraum gehen“, sagte Regatta-Organisationsleiter Dirk Ramhorst. Abhilfe soll in Zukunft eine „Pufferzone“ schaffen. „Wir wirken derzeit darauf ein, dass es wieder einen verbindlichen Kalender gibt, der klassische Events wie die Kieler Woche vor angrenzenden oder überlappenden Terminen schützt.“ Ein solcher Rahmenplan soll ab Beginn der nächsten Olympiade im Anschluss an die Spiele von Tokio greifen.

Eine Rückkehr in den Segel-Weltcup, wie die Kieler Woche sie lange Zeit anstrebte, ist erst einmal vom Tisch, zumindest in dessen jetziger Struktur. Allerdings steht das umstrittene Format ohnehin auch beim Weltverband auf dem Prüfstand und soll verändert werden. Stattdessen soll der ganz eigene Charakter des größten Segelevents der Welt gestärkt werden: die Verbindung aus Breiten- und Leistungssport, große Felder, internationale Besetzung und stetige Weiterentwicklung. Mit den Worten von Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: „Die Kieler Woche ist unser Prunkstück, das wir noch ein bisschen polieren, um es noch mehr zum Glänzen zu bringen.“

Mehr Artikel zur Kieler Woche 2019 finden Sie auf unserer Themenseite.

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