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Segelsport Rundum gelungenes Spektakel
Sport Segelsport Rundum gelungenes Spektakel
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19:10 29.06.2014
Von Thomas Richter
Das Klassik Open Air begeisterte auf der Rathaus Bühne. Quelle: Frank Peter
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Kiel

Begonnen hatte der Abend 20 Minuten vorher noch bei sommerlichen Temperaturen und der Ouvertüre zu Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“, mit der GMD Georg Fritzsch und die blendend aufgelegten Kieler Philharmoniker das Klassik-Open-Air „Rock meets Classic“ eröffneten. Dass die sehr standhaften Besucher dem sehr wechselhaften Wetter zur Kieler Woche stets trotzen, ist ja nun wirklich nichts Neues mehr. Weshalb sich auch niemand die Laune verderben ließ und das Konzert wieder mal eine Riesenparty wurde.

 Die nahm langsam Fahrt auf, als Emily Intsiful, in Deutschland geborene Sängerin ghanaisch-liberianischer Abstammung, mit ihrer samtig-souligen Stimme ein wunderbares Set spielte, nicht zuletzt durch die sauber justierte Orchester-Begleitung ein musikalischer Hochgenuss. Man hörte dem Zusammenspiel der Kräfte durchaus an, dass sich die 23-jährige Intsiful neben Pop und Jazz mehr und mehr auch auf die klassische Musik konzentriert. Neben tollen Titeln wie „Walzer für niemand“, mit dem Intsiful erfolgreich bei der dritten Staffel der Castings Show „The Voice of Germany“ aufgetreten war, leitete die Beatles-Perle „Hey Jude“ (mit dem entsprechenden finalen Publikumschor) zum eigentlichen Hauptact des Abends über.

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 Der heißt Chris Thompson und war einst Sänger und Gitarrist der legendären Manfred Mann's Earth Band. Mit „Davy’s On The Road Again“, einem der größten Hits der Band, starteten Thompson und seine Band dann auch gleich durch. Die Stimme vielleicht einige Nuancen rauer und in den Höhen etwas anfälliger als früher, ist der Brite doch noch immer ein Garant für satten, kompositorisch überdurchschnittlichen Pop-Rock. Die streckenweise in filmmusikalischer Opulenz badenden Orchester-Arrangements von Bernd Wilden und Andres Reukauf taten ihr Übriges für die mitreissende Strahlkraft der Songs.

 Endgültig aus dem Häuschen geriet die Menge dann bei dem mit satten Bläsern nach vorne getriebenen „Mighty Quinn“, dem 1967 von Bob Dylan geschriebenen Prachtstück. Zu diesem Zeitpunkt konnten die Regenschirme wieder eingeklappt werden, und es wurde nach Herzenslust mitgesungen und -geklatscht. Mit „You’re The One I Love“ und vor allem dem groovigen Gospel „Woe Is Me“ aus seinem aktuellen Album „Toys & Dishes“ zeigte Thompson, dass seine Songs auch ohne Orchesterbegleitung ziehen und warum er viele Jahre Frontman einer der bedeutendsten Rockbands war. Mit der frühen Bruce Springsteen-Nummer „Blinded By The Light“, allerdings erst durch die Interpretation von Manfred Mann’s Earth Band ein Megaseller, bog Chris Thompson nach zwei Stunden in die Zielgerade ein.

 Zum Finale furioso standen dann noch einmal alle Künstler auf der Bühne, um gmit dem restlos begeisterten Kieler Woche Publikum und angetrieben von entfesselten Philharmonikern die hymnische Thompson-Komposition „You’re The Voice“ zu singen. Ein passender Abschluss für ein rundum gelungenes Musik-Spektakel.