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Segelsport Ocean Race mit deutschem Team in Kiel?
Sport Segelsport Ocean Race mit deutschem Team in Kiel?
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08:10 30.03.2019
Von Niklas Schomburg
So sah es am 9. Juni 2002 in Kiel aus: Die „Illbruck“ erreicht die Förde als Gesamtsieger des Volvo Ocean Race. Quelle: Jan Köhler-Kaeß
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Kiel

Starboot-Weltmeister Robert Stanjek und der Berliner Segler Jens Kuphal haben mit dem „Offshore Team Germany“ (OTG) einen ambitionierten Rennstall ins Leben gerufen, das die Teilnahme am nächsten Volvo Ocean Race (VOR) anstrebt. Und auch die Stadt Kiel sitzt mit im Boot: Das Rennen soll in der kommenden Austragung 2021/22 an der Förde Station machen.

Neues Boot auf altem Rumpf

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Seit mehr als einem halben Jahr besteht ein enger Kontakt zum neuen Management der Hochsee-Regatta. Vor zwei Jahren erwarb das OTG die ehemalige „Acconia“, eine Imoca Open 60. Diese Klasse rückt neben den bekannten VO65-Jachten neu ins Programm des VOR, sie ist durch die Vendée Globe hochseeerprobt. Zunächst in Lissabon und aktuell in Südengland entstand um den bewährten Rumpf herum ein neues Schiff.

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Für den Neuausbau ist nun Joff Brown (Hugo Boss/Lighthouse) verantwortlich. „Wir haben für unser Projektmanagement höchst anerkannte Experten gewinnen können, die für absolute Top-Qualität im modernen Jachtbau stehen. Mit Joff Brown arbeiten wir im direkten Umfeld um die britische Segel-Ikone Alex Thomson“, sagte Kuphal.

OTG will an Kieler Woche teilnehmen

Noch im Mai soll die OTG-Jacht ins Wasser. In Kiel soll dann der offizielle Startschuss für das Projekt fallen, ehe das Team beim Fastnet-Race (ab 3. August) seine erste Bewährungsprobe bewältigt. „Wir werden zum Auftakt der Kieler Woche unsere Kampagne offiziell vorstellen und mit unserer Bootstaufe gebührend feiern“, erklärte Kuphal. Geplant ist auch die Teilnahme am Welcome Race.

Die Stadt Kiel zieht mit, will Etappenhafen werden. „Wir sind sowohl im direkten und engen Austausch mit den Verantwortlichen vom VOR als auch im engen Dialog mit dem Offshore Team Germany“, erklärte Axel Bauerdorf von Kiel Marketing. „Für das Rennen ist es enorm wichtig, dass ein deutsches Team an den Start geht, und wir wissen um die Bedeutung eines deutschen Standortes für das Rennen. Wir werden die nächsten Wochen intensiv nutzen, um gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren die Bewerbung voranzubringen.“

Konkrete Planungen sollen nun folgen

Deutschland sei für das VOR ein attraktiver Markt, sagte Bauerdorf. Zuletzt aber waren Gespräche über Kiel als Etappen- oder Zielhafen nach der gescheiterten Olympia-Bewerbung 2015 abgebrochen worden, der finanzielle Aufwand ohne Mittel aus dem Olympia-Topf zu hoch.

Nun folgt ein neuer Anlauf. Konkretes zu einem Kieler Etat für die offizielle Bewerbung bei den VOR-Veranstaltern gebe es noch nicht, sagte Bauerdorf. „Wir haben die erste Hürde übersprungen, unser Interesse signalisiert. Ab jetzt geht es tiefer in die Planung.“

Das Volvo Ocean Race endete 2002 in Kiel, Hunderttausende Menschen verfolgten den Zieleinlauf der siegreichen "Illbruck".
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