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Segelsport Frida Gold: Rebellen der Herzen
Sport Segelsport Frida Gold: Rebellen der Herzen
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12:31 30.06.2014
Von Kai-Peter Boysen
Die Bochumer Band Frida Gold rockte am Sonntagabend auf der NDR-Bühne zum Abschluss der Kieler Woche. Quelle: Björn Schaller
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Kiel

„Liebe ist meine Rebellion“ heißen der Hit sowie die dazugehörige Tour und damit ist auch das zentrale Thema in den lyrischen Ausführungen der Sängerin bereits hinreichend benannt. „Im Rausch der Gezeiten“ benebeln Emotionen und elektronische Klangturbulenzen gleich zu Beginn die Sinne. Alina, die ob ihres extravaganten Kleidungsstils schon Modemagazine zierte, wird mittels eigener Showtreppe gezielt in den Fokus gerückt. Dort fühlt sie sich wohl, räkelt sich, tanzt und lebt ihre Weiblichkeit. Singen kann sie obendrein noch, wobei ihre Stimme häufig mit so viel Hall belegt wird, dass Worte zu Tönen mutieren. Ist vielleicht auch so gewollt und passt in den bisweilen dramatischen orchestralen Klangkörper, der auch in „Himmelblau“ zum Ausdruck kommt. Mit treibenden Upbeats, rauschhaften, knarzigen Synthiewellen und sehr dominanter Gitarre schicken Frida Gold die Eurodance-Vibes ins vorn dicht, hinten locker versammelte Publikum.

„Liebe ist meine Rebellion“, mit Gold veredelte Single, wird mit erhobener rebellischer Faust begonnen und entfaltet dann auf Basis des bekannten Beatschemas seine Strand- und Clubtauglichkeit. Ein wenig befremdlich wirkt die Neigung, in nahezu alle Songs englische Worte oder Zeilen einzuflechten. Egal, das junge Kernpublikum kreischt begeistert, wenn Alina sich hüftschwingend am Bühnenrand zeigt.

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Just als die Ähnlichkeit der Songs immer offenbarer wird, folgt mit „Die Dinge haben sich verändert“ eine Ballade. Einleitend wünscht Alina sich „an den Punkt zurück, als wir ganz naiv geliebt haben“. Geschrieben wurde der Song unter anderem von Axel Bosse, dessen Song „Frida“ der Namensgeber der Band ist. Ebenfalls am Songwriting beteiligt war Guy Chambers, bekannt durch seine Zusammenarbeit mit Robbie Williams. Frida Gold begaben sich für das neue Album „Liebe ist meine Religion“ nach L. A., um fern des heimatlichen Medienrummels ihren Sound zu finden. Wohl nicht nur das, denn auf der neuen Single „6 Billionen“ heißt es „Ich bin eine aus 6 Billionen, und ich weiß oft nich` wohin. In 100.000 Versionen, versuch ich mich zu finden“. Die dramatische Suche wird live von Extra-Drums für Gitarrist Julian Cassel und Bassist Andi Weizel, heute mit vertauschten Rollen, wuchtig betont, und auch Alina greift schließlich zu den Sticks.

Trotz der Fülle an neuem Material sind es doch die Songs des Debütalbums „Juwel“, die besonders in Erinnerung bleiben. Das verträumte „Undercover“ oder die ekstatische Tanznummer „Zeig mir wie du tanzt“, die mit metalcoreartigen Synthie-Downbeats und altem Lesley-Orgelsound richtig Druck bekommt, klingen innovativ. Auch die Zugabe „Wovon sollen wir träumen“ ist eine gefällige elektronische Tanzaufforderung, bevor erneut für „Liebe ist meine Rebellion“ die Faust gehoben wird.